WiFF-Fachforum 2016

Kompetenzorientierung auf dem Prüfstand Potenziale für die Qualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte

22.11.2016
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstraße 2 81541 München


Der Kompetenzbegriff hat in den letzten Jahren das Bildungssystem in Bewegung gebracht: Die Curricula an Fach- und Hochschulen und viele Weiterbildungsinhalte sind an Kompetenzen ausgerichtet. Was hat sich dadurch verändert? Was nutzt Kompetenzorientierung Lehrenden und Lernenden? Inwiefern hat Kompetenzorientierung Einfluss auf die didaktische Gestaltung von Lernsettings in Aus- und Weiterbildung? Wie kann das Potenzial der Kompetenzorientierung für die Qualifizierung von Kita-Fachkräften genutzt werden? Diese Fragen werden beim WiFF-Fachforum zur Diskussion gestellt.

PROGRAMM

ab 9.00 Uhr                Anmeldung

9:30 bis 9:45 Uhr        Begrüßung

9.45 bis 10.15 Uhr
Kompetenzorientierung in der Qualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte
Professorin Dr. Anke König, WiFF

Kompetenzorientierung betrifft alle Bildungssektoren: Schule, Ausbildung sowie Hochschule und Weiterbildung sind mit dieser bildungspolitischen Anforderung konfrontiert. Mit dem Vortrag wird auf die darin liegende Schubkraft für das Lebenslange Lernen Bezug genommen. Die Frage ist: Inwieweit ist Kompetenzorientierung anschlussfähig an bestehende didaktische Konzepte der Aus- und Weiterbildung?

10.15 bis 11.30 Uhr
Kompetenzentwicklung und Persönlichkeitsentwicklung
Professor Dr. John Erpenbeck, Steinbeis-Hochschule, Berlin

Was ist Persönlichkeit, was Kompetenz? Möchte man dem Zusammenhang von beidem auf den Grund gehen, müssen Persönlichkeits- und Kompetenztheorie sowie die entsprechenden Mess- und Praxisfragen in Betracht gezogen werden. Der Vortrag versucht, ein generalisiertes Bild von Persönlichkeit zu umreißen, ehe er sich dem Verständnis, den Modellen und den Schlussfolgerungen für Kompetenzmessung und -entwicklung zuwendet, wobei Emotionen und Motivationen berücksichtigt werden.

Diskussion


11.30 bis 11.45 Uhr     Kaffeepause

11.45 bis 12.45  Uhr
Herausforderungen der Kompetenzorientierung: Einführung in die Diskussionen an "Runden Tischen"
Fünf Referentinnen und Referenten stellen zentrale Herausforderungen der Kompetenzorientierung vor. Die Teilnehmenden sind dazu eingeladen, diese nach dem Mittagessen an "Runden Tischen" zu diskutieren.

1. Wie können Lehr-Lern-Prozesse kompetenzorientiert gestaltet werden? Didaktische Prinzipien der Kompetenzorientierung
Jelena Kovačević, WiFF

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelt WiFF Kompetenzprofile zu verschiedenen frühpädagogischen Themen. Angelehnt an den DQR beschreiben sie, welche Kompetenzen Fachkräfte zur Bewältigung von Handlungsanforderungen auf diesen Gebieten benötigen. Wie können auf Basis der Kompetenzprofile Weiterbildungen für frühpädagogische Fachkräfte gestaltet werden? WiFF hat didaktische Prinzipien entwickelt, die auf der sozialkonstruktivistischen Lerntheorie beruhen. Sie werden 2017 veröffentlicht und vorab auf dem Fachforum vorgestellt.

2. Welche Bedeutung haben non-formales und informelles Lernen als Teil der Professionalisierung für den Kompetenzerwerb?
Dr. Hans Rudolf Leu, ehemals DJI/WiFF

Berufliche Handlungsfähigkeit und berufspraktisches Wissen werden zu einem großen Teil über informelle Lernprozesse gewonnen. Im Sinne eines kompetenzorientierten und lernortübergreifenden Verständnisses von Lernen kann dies nicht ausgeblendet werden. In Anlehnung an den aktuellen Forschungsstand zu Bedingungen und Nutzung informeller Lernprozesse wird ihre Bedeutung für die Professionalisierung diskutiert.

3. Kompetenzorientierung als Qualitätsmerkmal? Rahmenbedingungen für kompetenzorientierte Lehr-Lern-Prozesse

Professor Dr. Bernhard Schmidt-Hertha, Eberhard Karls Universität, Tübingen

Eine Diskussion über Kompetenzorientierung kommt ohne die Berücksichtigung der Rahmenbedingungen nicht aus. Damit sind Aspekte der Strukturqualität von Aus- und Weiterbildung angesprochen. Inwiefern ist Kompetenzorientierung als Qualitätsmerkmal von Weiterbildungen zu verstehen? Spiegelt sie sich in den Qualitätsstandards von Weiterbildungsanbietern?

4. Wie können Kompetenzen im Kontext von Aus- und Weiterbildung erfasst werden?
Dr. Anne Strauch, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Bonn

Die kompetenzorientierte (Um-)Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen erfordert geeignete Verfahren zur Kompetenzerfassung. Welche Methoden und Instrumente haben sich schon bewährt, um Kompetenzen von Lernenden zu erfassen, Lernergebnisse kompetenzorientiert zu dokumentieren und um den weiteren Bildungsprozess von Lernenden individuell zu gestalten?

5. Kompetent für Kompetenzorientierung? KMK-Rahmenvorgaben für Kompetenzen der Fachschullehrkräfte
Professorin Dr. Maria-Eleonora Karsten, Leuphana Universität, Lüneburg

Die gegenwärtige Debatte über Kompetenzorientierung hat auch Einzug in die Ausbildung der Fachschullehrkräfte mit der Fachrichtung Sozialpädagogik gehalten. Dort stellt sich die Frage, wie anschlussfähig dieses Konzept an die Tradition der "Sozialdidaktik" und ihre hochschuldidaktischen Implikationen ist. Vor diesem Hintergrund wird die Erneuerung der KMK-Rahmenvorgaben für die Kompetenzen der Lehrkräfte in der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik und damit auch für alle hochschulisch Lehrenden diskutiert.

12.45 bis 13.30 Uhr    Mittagessen

13.30 bis 15.00 Uhr
Herausforderungen der Kompetenzorientierung:
Diskussionen an "Runden Tischen"
Die vorgestellten Herausforderungen werden diskutiert. Die Teilnehmenden haben zwei Mal die Möglichkeit, an einen anderen Tisch zu wechseln.

15.30 bis 16.30 Uhr
Potenziale und Dilemmata der Kompetenzorientierung
Professorin Dr. Iris Nentwig-Gesemann, Alice Salomon Hochschule, Berlin

In der Debatte über Kompetenzorientierung stehen Vorstellungen über eine Plan- und Messbarkeit von Bildungsprozessen einerseits, Orientierungen an der Prozesshaftigkeit pädagogischer Beziehungen andererseits, gegenüber. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Potenziale die Kompetenzorientierung für die Qualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte und die Professionalisierung des Feldes hatte und weiterhin haben kann. Kritisch wird beleuchtet, welche Verengungen und Dilemmata mit dem Konzept der Kompetenzorientierung verbunden sind, wenn Bildung als Summe von Einzelkompetenzen betrachtet wird.

Diskussion

16.30 bis 16.45 Uhr     Abschluss

Moderation
Dr. Carola Nürnberg, WiFF


Kontakt
Jelena Kovačević
Dr. Regine Schelle

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