Professor Dr. Ulrich Gebhard

ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Didaktik der Biowissenschaften an der Universität Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die psychische Bedeutung von Natur, Natur und Gesundheit, Bioethik, Deutungsmuster und Werthaltungen von Kindern gegenüber Natur sowie Sinndimension von Lernprozessen, Intuition und Reflexion.


Welche Chancen sehen Sie in naturkundlicher/naturwissenschaftlicher Bildung in der Kita?


Man kann die Neugierde von Kindern aufgreifen, erhalten und entwickeln, sie zu spielerischem, experimentellen, erfahrungsbezogenen Lernen anregen und mit ihnen über die Welt philosophieren. Dabei kann es von Zeit zu Zeit auch sinnvoll sein, die Kinder durch angeleitete Experimente zu inspirieren. Dabei ist aber darauf zu achten, der Gefahr zu entgehen, die kindliche Phantasie und Erfahrung zu stark zu kanalisieren und damit vorzeitig zu verschulen.


Welchen Aspekt der naturkundlichen/ naturwissenschaftlichen Bildung möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?

Ich werde die folgenden Perspektiven einbringen: Intuitive Zugänge zu Naturphänomenen (Alltagsphantasien), Erfahrungslernen, Bildungstheoretische Überlegungen und Philosophieren mit Kindern.


Welches Phänomen der Natur bzw. der Naturwissenschaften fasziniert Sie persönlich am meisten?


Ich halte mich gern in (Natur-)Landschaften auf. In der Biologie macht mich besonders die Zufälligkeit des Evolutionsgeschehens nachdenklich.


Welchen Bezug hatten Sie als Kind zu naturwissenschaftlichen Themen, gibt es ein Schlüsselerlebnis?

Ich habe mich als Kind sehr viel in der freien Natur aufgehalten (Pfadfinder). Ich hatte einen Kosmos-Physik-Kasten. Außerdem erinnere ich mich noch genau daran, wie in der 4. Grundschulklasse das Thema Sonnensystem und Mondphasen behandelt wurde.