Nina Skorsetz

arbeitet an der Goethe-Universität Frankfurt am Main als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereichs der Professur für Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Sachunterricht. Sowohl in ihrer Dissertation als auch in ihrer vorherigen Funktion als Projektleitung von "Kinder, MINT und Literacy" in der Forscherstation Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum beschäftigte sie sich mit der Frühen Naturwissenschaftlichen Bildung.


Warum ist naturkundliche/naturwissenschaftliche Bildung in der Kita wichtig, welche Chancen sehen Sie?

Naturerfahrungen gehören zu den grundlegendsten Erfahrungen, die Kinder machen können. Ich finde es deshalb wichtig, vielfältige Erfahrungsräume möglichst früh auch in der Krippe und im Kindergarten zu schaffen, damit die Kinder spielerisch explorieren können und an dieses implizite Wissen in der Schule anknüpfen können.


Welchen Aspekt möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?

Mir ist wichtig zu betonen, dass grundlegende Naturerfahrungen nur dann mit Vorwissen und Vorerfahrungen verknüpft werden können, wenn das Kind etwas damit "anfangen" kann. Die Aufgabe der Pädagoginnen und Pädagogen ist dabei, vom Kind aus zu denken. Was braucht das Kind gerade und wie kann es in seiner persönlichen Entwicklung weiterkommen?


Welchen Bezug hatten Sie als Kind zu naturkundlichen/naturwissenschaftlichen Themen – gibt es ein Schlüsselerlebnis?


Ich hatte kein Schlüsselerlebnis, es gibt eher viele kleine Bausteine, die mir in Erinnerung sind, zum Beispiel wie ich zusammen mit meinem Bruder unter Steinen Kellerasseln  entdeckt habe, wie ich eine Mini-Dampfmaschine mit meinem Vater ausprobiert habe und wie meine Mutter auf jahreszeitliche Vorgänge in der Natur hingewiesen hat. Fasziniert haben mich auch viele Besuche im Senckenbergmuseum, Sachbücher, Peter Lustig in "Löwenzahn" und nicht zuletzt der naturwissenschaftliche Unterricht in der Oberstufe, als es in Chemie um Seifen, Fette und Kunststoffe ging.


Welches Phänomen der Natur bzw. der Naturwissenschaften fasziniert Sie persönlich am meisten?


Über diese Frage habe ich lange nachgedacht und fand es zunächst schwierig, die eigene Faszination als Kind und als Erwachsener getrennt zu betrachten. Als ich aber bei einer Wanderung an einem Segelflugplatz vorbei kam, wusste ich es: Es sind diese aufgrund der Thermik lautlos dahin gleitenden Flugzeuge, die mich immer wieder faszinieren.