Dr. Janna Pahnke

setzt sich als Entwicklungspsychologin und Leiterin des Bereichs Forschung und Qualitätsmanagement der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" für eine qualitativ hochwertige und entwicklungsangemessene frühe Bildung für Kinder ein. Themen der naturwissenschaftlichen Bildung sind im Stiftungsangebot besonders stark vertreten, da das "Haus der kleinen Forscher" mit diesem Bildungsbereich begonnen hat. Mittlerweile sind auch Themen der mathematischen, technischen und informatischen Bildung hinzugekommen sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung.


Welche Chancen sehen Sie in naturkundlicher/naturwissenschaftlicher Bildung in der Kita?

Kinder sind von sich aus neugierig und interessiert an Naturphänomenen. Dieses natürliche Interesse können pädagogische Fachkräfte entwicklungsgerecht begleiten. Durch gemeinsames Forschen können Kinder Problemlösekompetenzen und Urteilskraft entwickeln, eigene Antworten finden und Selbstvertrauen spüren ("Ich kann!") – Erfahrungen und Fähigkeiten, die weit über die frühe Kindheit hinaus für die Persönlichkeitsentwicklung von Bedeutung sind. Bestenfalls kann über die Auseinandersetzung mit Naturphänomenen ein Zugewinn an innerer Stärke entstehen.


Für welchen Aspekt der naturkundlichen/naturwissenschaftlichen Bildung möchten Sie sich in der Expertengruppe stark machen?

Mir ist es wichtig, dass Kinder ihre Welt erkunden können und den Freiraum haben, ihre Ideen und Vermutungen zu formulieren und zu untersuchen – so entstehen Lernfreude und eigenes Verstehen. Dafür ist ein Dialog mit anderen sehr wichtig und dass Kinder ihre Ideen und Gedanken teilen können. Entdecken und Forschen lassen sich außerdem sehr gut ganzheitlich gestalten, etwa durch ein bewusstes Verknüpfung mit der sprachlichen Entwicklung der Kinder. Der Prozess des Beschreibens von Vermutungen und Beobachtungen bietet viele Sprech- und Denkanlässe.


Welchen Bezug hatten Sie als Kind zu naturkundlichen/ naturwissenschaftlichen Themen?

Ich bin als Kind viel auf Bäume geklettert und habe es geliebt, stundenlang da oben zu spielen und meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Ich hatte das Glück, dass mir als Kind viel zugehört und Raum gelassen wurde, wenn ich Ideen hatte oder Dinge ausprobieren wollte. Ich habe diese Freiheit sehr positiv erlebt und vermute, dass sich auch dadurch meine Freude am wissenschaftlichen Denken und am forschenden Umgang mit neuen Dingen entwickeln konnte.


Welches Phänomen der Natur bzw. der Naturwissenschaften fasziniert Sie persönlich am meisten?


Ich finde Luft sehr spannend – da gibt es Phänomene, die mich immer wieder faszinieren, z.B. dass Luft Platz einnimmt und wo Luft ist, nichts anderes sein kann, obwohl doch scheinbar "nichts" da ist. Oder Sprudelgas – werfen Sie mal eine Rosine oder Cherrytomate in ein Glas mit Sprudelwasser, wunderschön zu beobachten.