Dörte Utecht

verantwortet als Leiterin der Abteilung Aus- und Fortbildung der "Elbkinder – Vereinigung Hamburger Kitas" das Fortbildungsangebot für rund 4.000 pädagogische Fachkräfte,  auch zum Thema naturkundliche und naturwissenschaftliche Bildung. Ein wichtiges Angebot darin ist "Versuch macht klug", 20 Stationen zum naturwissenschaftlichen und technischen Experimentieren für Kita-Kinder und  eine dazu gehörende Fortbildung für Fachkräfte, die bereit evaluiert wurde.


Welche Chancen sehen Sie in naturkundlicher/naturwissenschaftlicher Bildung in der Kita?


Mehr denn je, geht es in unserer immer komplexer und technisierter werdenden Welt darum, ein "gesundes" Verhältnis zu Natur, Naturwissenschaft und Technik entwickeln zu können: eines das weder die Natur romantisch verklärt und jede naturwissenschaftliche und technische Erfindung verteufelt, noch eine, die sie unkritisch nutzt. Solche Haltungen resultieren oft daraus, dass die Zusammenhänge nicht verstanden werden. Darum ist es umso wichtiger, dass wir Kinder dabei unterstützen, eine forschende und fragende Haltung zu entwickeln und sie in ihrer Kreativität und Neugierde, Dingen auf den Grund gehen zu wollen, unterstützen und fördern.


Welchen Aspekt der naturkundlichen/naturwissenschaftlichen Bildung möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?


Zwei Aspekte liegen mir am Herzen: Für die Kinder sollte das selbstgesteuerte, forschende Experimentieren im Zentrum stehen. Dafür ist besonders wichtig, dass wir als pädagogische Fachkräfte ihre Fragen und Erfahrungen ernst nehmen und uns auch auf ihre Ebene der Erklärungsmuster einlassen. Es geht nicht um das "Warum?" im Sinne einer (erwachsenen-)logischen Kausalität.

Für die Pädagogischen Fachkräfte ist mir besonders wichtig, dass diese ihre Lust am Forschen (wieder-)entdecken können und sich als Mitforscher der Kinder und nicht als deren Anleiter oder Lehrer verstehen, die alles erklären können und müssen.


Welches Phänomen der Natur bzw. der Naturwissenschaften fasziniert Sie am meisten?


Der Bereich der Bionik fasziniert mich insgesamt. Sich Dinge aus der Natur abschauen und weiterzuentwickeln finde ich sehr spannend, z.B. Entenfüße als Vorbild für Taucherflossen, Löwenzahnsamen als Vorbild für den Fallschirm oder die Krakenfüße als Vorbild für Saugnäpfe.


Haben Sie sich als Kind für Naturwissenschaften/Naturkunde interessiert?

Ich fand die Natur und naturwissenschaftliche Phänomene immer spannend. Schon als kleines Kind hat mich alles fasziniert, was mit Fliegen zu tun hatte. An der Kieskuhle, in der wir als Kinder immer Schwimmen gingen, gab es viele Libellen. Deren Flug habe ich bewundert und ich wollte dringend rausfinden, wie sie fliegen und auch in der Luft stehen bleiben können.