Dr. Silke Kaiser

arbeitet am Zentrum für Kinder- und Jugendforschung der Evangelischen Hochschule Freiburg. Dort ist sie als Dozentin tätig sowie in der Fort- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte. In ihrer Promotion hat sie sich mit den Möglichkeiten einer alltagsintegrierten Förderung der seelischen Gesundheit in Kindertageseinrichtungen auseinandergesetzt. 


Welchen Aspekt von Gesundheitsförderung möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?

Mich interessiert der Aspekt der Förderung seelischer Gesundheit im Sinne der Ausbildung von sozial-emotionalen Kompetenzen wie etwa Lebenskompetenzen und Resilienz. Dabei geht es mir insbesondere um Möglichkeiten, Gesundheit in alltäglichen pädagogischen Interaktionen zwischen Fachkräften und Kindern unter drei Jahren zu stärken. 


Vor welchen Herausforderungen stehen Kitas?

Kitas müssen die Gesundheitsförderung im alltäglichen Handlungsgeschehen im Blick behalten. Vor dem Hintergrund der großen Anforderungen an Fachkräfte und Leitungen sowie ungenügender Fachkraft-Kind-Relationen stellt das eine Herausforderung dar. Hier sollte auch die Gesundheit der Fachkräfte einen hohen Stellenwert einnehmen. Auf sich selbst zu achten ist für Fachkräfte, angesichts der häufig herrschenden ungenügenden strukturellen Faktoren, nicht leicht.


Was gelingt im Bereich der Gesundheitsförderung in Kitas bereits gut, wo sehen Sie Entwicklungsbedarfe?


Die Förderung seelischer Gesundheit gelingt auf Ebene der Prozessqualität im sozial-emotionalen Bereich gut, wenn Fachkräften den Kindern mit Warmherzigkeit begegnen und sowohl das einzelne Kind als auch die Gruppe angemessen begleiten. Entwicklungsbedarf sehe ich bei Schlüsselsituationen, wie bei den Mahlzeiten oder im Dialog mit Eltern, sowie bezüglich der eigenen forschenden Haltung der Fachkräfte.


Wie können Kitas zu Orten werden, die Gesundheit fördern? Welche Unterstützung benötigen sie hierfür?

Um die Kompetenzen der Fachkräfte auszubauen, benötigen Kitas ausreichende Mittel für Weiterbildungen. Zugleich sollten die strukturellen Bedingungen dergestalt verbessert werden, dass Fachkräfte das Wohlbefinden der Kinder fördern und zugleich auf ihre eigene Gesundheit achten können. Denn die eigene Gesundheit zu stärken und Kenntnisse über Gesundheitsförderung an die Eltern zu kommunizieren sind Bausteine, die auch den Kindern zugute kommen.