Professor Dr. Raimund Geene

ist Professor für Gesundheitsförderung und Prävention an der Berlin School of Public Health. Sein Lehrgebiet zielt darauf ab, Lebenswelten zu Orten des Wohlbefindens zu entwickeln. Belastungen sollen vermieden oder gemeinsam bewältigt, Ressourcen durch Erfahrungen von Partizipation und Selbstwirksamkeit gestärkt werden.


Welchen Aspekt von Gesundheitsförderung möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?


Statt individueller Verhaltensbotschaften sollte vor allem die Verhältnisprävention, also die Gestaltung von belastungsarmen Strukturen, im Mittelpunkt stehen. Dadurch können wesentlich bessere Wirkungen erzielt werden und zudem Stigmatisierung und Überforderung bei Fachkräften, sowie Eltern und Kinder vermieden oder zumindest reduziert werden.


Vor welchen Herausforderungen stehen Kitas?


Gesundheitsförderung darf nicht zur Zusatzaufgabe für die Einrichtungen werden. Sie sollte stattdessen dazu beitragen, dass Fachkräfte, Eltern, Kinder sowie Träger und Umfeld das Kita-Leitbild leichter umsetzen können.


Was gelingt im Bereich der Gesundheitsförderung in Kitas bereits gut, wo sehen Sie Entwicklungsbedarfe?

Gesundheitsförderung gelingt dann gut, wenn sie dazu beiträgt, Probleme zu lösen. Hier sehe ich etwa die Partizipation im Fachteam und mit den Kindern, altersgerechte Arbeitsbedingungen oder eine verbesserte Zusammenarbeit mit Eltern.


Wie können Kitas zu Orten werden, die Gesundheit fördern? Welche Unterstützung benötigen sie hierfür?

Dazu bedarf es umfassender Rahmenbedingungen, die ihrerseits Offenheit, Fachlichkeit und partizipative Strukturen verbinden. Ein gutes Beispiel dazu ist das Berliner Landesprogramm "Kitas bewegen".