Professor Dr. Peter Paulus

ist Professor für Psychologie an der Leuphana Universität Lüneburg, wo er das Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften leitet. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, wie sich z.B. Kitas als Bildungssettings durch ein integriertes Gesundheitsmanagement auf Organisationsebene zu guten gesunden Einrichtungen weiterentwickeln können.


Welchen Aspekt von Gesundheitsförderung möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?

Mir scheint, dass die Förderung der psychischen Gesundheit besondere Beachtung verdient, getreu dem Slogan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) "Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit".


Vor welchen Herausforderungen stehen Kitas?

Die Herausforderung liegt darin, gesundheitliche Aspekte in das Bildungsmanagement der Einrichtungen zu integrieren. Hierzu fehlen vielfach noch belastbare Forschungsergebnisse zur Wechselbeziehung und Verknüpfung von Arbeit, Bildung und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen.


Was gelingt im Bereich der Gesundheitsförderung in Kitas bereits gut, wo sehen Sie Entwicklungsbedarfe?

In Kitas werden viele gute Programme angeboten. Diese fokussieren häufig einzelne Gesundheitsthemen und nur die Gesundheit der Kinder. Allerdings finden sie noch zu selten eine nachhaltige Verankerung im Qualitätsmanagement der Einrichtung. Aus meiner Sicht ist es zielführender, Gesundheitsförderung als Ansatz für die Organisationsentwicklung zu verstehen, der alle Strukturen und Prozesse der Organisation Kita in den Blick nimmt. Denn Arbeit, Bildung und Gesundheit stehen in einer Wechselbeziehung.


Wie können Kitas zu Orten werden, die Gesundheit fördern? Welche Unterstützung benötigen sie hierfür?

Die Forschung zeigt, dass die Einflüsse auf Kitas mehrdimensional sind, mit zahlreichen beteiligten Akteursgruppen. Dabei nehmen die Träger der Kitas eine zentrale Position ein. Ich sehe den Bedarf, dass die Träger ihrer Führungsaufgabe im Themenfeld Gesundheit mehr nachkommen.