Diana Dettke

ist Leiterin der Betriebskita "KinderZeit" in Wunstorf, deren konzeptioneller Schwerpunkt auf Salutogenese, der Herbeiführung von gesundheitlichem Wohlbefinden, und Resilienz, der Förderung von Widerstandsfähgkeit, liegt. Die Einrichtung wurde vom Kultusministerium Niedersachsen zur Konsultationskita ernannt und bietet anderen Kitas Beratungs- und Hospitationsmöglichkeiten zu verschiedenen Themen der Gesundheitsförderung an.


Welchen Aspekt von Gesundheitsförderung möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?

Ich möchte gern an Beispielen aus meiner täglichen Arbeit aufzeigen, wie die Resilienz in der Praxis gefördert werden kann. Dabei möchte ich auch auf Herausforderungen bei der Auswahl und Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie bei der Arbeit mit den Kindern eingehen. Hierbei ist auch das Verständnis in deren familiären Umfeldern sowie in der Organisation wichtig.


Vor welchen Herausforderungen stehen Kitas?

In vielen Einrichtungen stehen zu wenig pädagogische Fachkräfte zur Verfügung, was zu Zeitmangel bei der Arbeit mit den Kindern und Überforderung führt. Es fehlen zudem oftmals Räume als Rückzugsorte oder für die Arbeit in entspannten Kleingruppen. Fort- und Weiterbildungen der pädagogischen Fachkräfte zu Themen wie Snoezelen, Yoga oder Entspannungstechniken werden bisher nicht in ausreichendem Maße angeboten.


Was gelingt im Bereich der Gesundheitsförderung in Kitas bereits gut, wo sehen Sie Entwicklungsbedarf?

Themen wie Ernährung und Bewegung sind mittlerweile in vielen Einrichtungen fester Bestandteil des Erziehungsalltags. Die Gesunderhaltung über die reine Bewegung hinaus und das damit einhergehende Thema der Resilienz ist dagegen noch eine Randerscheinung. Hier besteht Potenzial, dieses Thema im Bildungs- und Orientierungsplan sowie der Konzeption einer Kindertageseinrichtung als festen Bestandteil stärker zu verankern.


Wie können Kitas zu Orten werden, die Gesundheit fördern? Welche Unterstützung benötigen sie hierfür?

Die Basis bildet eine ressourcenorientierte Einstellung der pädagogischen Fachkräfte in Verbindung mit dem Bewusstsein und der Erfahrung darüber, wie Resilienz im Alltag gefördert und umgesetzt werden kann. Dazu müssen Aus- und Weiterbildungsangebote stark erweitert und das Thema Resilienz mehr in den Fokus gerückt werden.