Christiane Liebald

ist wissenschaftliche Referentin im Fachgebiet Kinder- und Jugendgesundheit bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Sie leitete das Modellprojekt "Gesund aufwachsen in der Kita – Zusammenarbeit mit Eltern stärken" und begleitet aktuell die Modellphase des Programms "Gemeinsam.Gesund.Wachsen" für Kitas und Familienzentren. 


Welchen Aspekt von Gesundheitsförderung möchten Sie in der Expertengruppe stark machen?


Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen verstehe ich als einen Ansatz der Organisationsentwicklung unter aktiver Beteiligung der Leitung und der Mitarbeitenden. Dazu bedarf es eines modularen Konzepts aus Qualifizierung und Coaching.


Vor welchen Herausforderungen stehen Kitas?


Die vielen Projekte und Anforderungen bei Themen wie zum Beispiel Impfen, Umgang mit chronisch kranken Kindern oder Hygienemaßnahmen stellen eine Belastung für die Einrichtungen dar. Denn es fehlen Personal und entsprechende Finanzmittel. Das macht sich bemerkbar: etwa bei der Qualität des Essens.


Was gelingt im Bereich der Gesundheitsförderung in Kitas bereits gut, wo sehen Sie Entwicklungsbedarfe?

Unsere Erfahrungen zeigen: gutes Praxiswissen ist vielerorts vorhanden, wenn es beispielsweise um Ernährung, Bewegung oder Stressregulation geht. Allerdings sollte Gesundheitsförderung als Teil einer umfassenden Organisationskultur verstanden und entwickelt werden.


Wie können Kitas zu Orten werden, die Gesundheit fördern? Welche Unterstützung benötigen sie hierfür?

Nur Wissensvermittlung und Einzelmaßnahmen allein genügen nicht. Kitas benötigen eine langfristige und ganzheitlich angelegte Begleitung, um gesundheitsförderliche Strukturen aufzubauen.