Hintergrund

Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte

Die Ansprüche von Eltern und Politik an die Kita steigen. Neben einer verlässlichen Betreuung und Erziehung gewinnt die Kita zunehmend als Bildungsort für Kinder an Bedeutung. Angesichts dieser Anforderung ist ein Prozess der "Professionalisierung" in der Frühpädagogik in Gang gekommen. Dieser soll zum einem die pädagogischen Qualität in den Einrichtungen verbessern. Zum anderen den frühpädagogischen Berufen zu mehr Anerkennung in der Gesellschaft verhelfen.

Was macht Professionalisierung aus? Welche Faktoren unterstützen sie? Welche Rolle spielen Aus- und Weiterbildung in diesem Prozess? Und wie wirkt sich Professionalisierung auf das Arbeitsfeld aus? WiFF geht in Veröffentlichungen, auf Veranstaltungen sowie auf der Webseite diesen Fragen nach.

Handeln macht den Profi

Frühpädagogische Fachkräfte regen über Interaktion Bildungsprozesse bei Kindern an. Professionalität bezieht sich auf das konkrete Handeln der Fachkräfte. Als professionelles Handeln gilt bewusstes Handeln, das reflektiert und fachlich begründet ist.

Berufsbegleitende Weiterbildungen die an der konkreten Handlungspraxis sowie an den Kompetenzen der Fachkräfte ansetzen, spielen im aktuellen Professionalisierungsprozess eine wichtige Rolle. Sie eröffnen für die ca. 470.000 Beschäftigten im Kita-Bereich Zugänge zu fundiertem Fachwissen.

Auch das Team sowie die strukturellen Rahmenbedingungen leisten einen Beitrag zur Professionalisierung. Der fachliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen fördert die Reflexionsfähigkeit der Fachkräfte. Träger und Politik können Einfluss nehmen auf Struktur und Rahmenbedingungen, die professionelles Handeln begünstigen. Dazu zählen auch die Einführung von Spezialisierungen und geteilten Verantwortlichkeiten für einzelne Aufgabenbereiche in der Kita wie Sprachförderung und eine stärkere Verknüpfung von Aus- und Weiterbildung mit dem Lernort Praxis.

Diese Ausdifferenzierung und die Betonung der Fachlichkeit sind auch mit dem Ziel verbunden, Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen und damit den Erzieherinnenberuf attraktiver zu machen.

Der Beitrag von WiFF

WiFF versteht die Professionalisierung in der Frühpädagogik als Prozess, der das Handeln der Fachkräfte verbessert und beschäftigt sich mit den Faktoren, die dies unterstützen:

  • In einem Kolloquium mit dem DJI, der Hochschule München und der Katholischen Stiftungsfachhochschule München hat WiFF von Oktober 2013 bis Januar 2014 Facetten der Professionalisierung in der Kindertagesbetreuung diskutiert.
  • Es wird davon ausgegangen, dass professionelle Handlungskompetenzen dann erworben werden, wenn theoretisches Wissen und Alltagspraxis aufeinander bezogen werden. WiFF hat eine Expertengruppe einberufen, die sich mit Aufgaben und Bedeutung der Praxisanleitung beschäftigt.
  • Leitungen leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, fachliche Innovationen im Kita-Alltag zu verankern. Sie benötigen spezielle Kompetenzen um ihre Aufgaben zu erfüllen. Gleichzeitig muss von Trägern der Rahmen dafür geschaffen werden – z.B. durch Freistellung vom Gruppendienst. WiFF erarbeitet mit Expertinnen und Experten ein Kompetenzprofil für Leitungen von Kindertageseinrichtungen.
  • 16 Forschungsprojekte an deutschen Hochschulen und Forschungsinstitutionen haben in den vergangenen Jahren die Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte in Praxis, Aus- und Weiterbildung untersucht. Sie werden seit 2011 im Rahmen der Förderlinie "Ausweitung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte", kurz AWiFF, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
  • Auf Veranstaltungen wie dem Kita-Leitungskongress oder dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) vertiefen Referentinnen und Referenten der WiFF das Thema Professionalisierung in Vorträgen und Workshops.