Hintergrund

Kompetent für Inklusion!

In Kindertageseinrichtungen treffen Kinder mit vielfältigen Bedürfnissen und Vorausetzungen aufeinander:

  • 25% aller Kinder unter sieben Jahren, die in die Kita gehen, haben einen Migrationshintergrund. D.h. mindestens ein Elternteil ist ausländischer Herkunft. Bei den unter dreijährigen Kindern in Kita und Tagespflege haben 16% einen Migrationshintergrund, bei den Kindern im Kindergartenalter sind es 27% (KomDat 1&2 2011).
  • 34% der Kinder, die zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch sprechen, werden in Einrichtungen betreut, in denen mehr als 50% der Kinder eine nichtdeutsche Familiensprache haben (Autorengruppe Bildungsbericht 2014).
  • Rund 3% aller Kinder unter sieben Jahren in Kindertageseinrichtungen erhalten Eingliederungshilfe, haben also einen nachgewiesenen Förderbedarf (Autorengruppe Bildungsbericht 2014).
  • Rund 10% der Mädchen und Jungen in Deutschland leben in Familien, die mit weniger als der Hälfte des so genannten Medianeinkommens auskommen müssen. Der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung geht für 2010 von einer Armutsrisikoquote von ca. 16% aus (UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2013).

 

Recht auf Bildung und gleiche Chancen

Mit der Unterzeichnung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung 2007 wurde Inklusion als Leitidee in Deutschland verankert. Damit vollzieht sich ein Paradigmenwechsel im deutschen Bildungssystem: alle Kinder sollen gemeinsam lernen können, unabhängig von individuellen Fähigkeiten und sozialer oder kultureller Zugehörigkeit. Vielfalt sollte Wertschätzung erfahren und nicht zu Hierarchien, Diskriminierung oder Ausschluss führen. Kindertageseinrichtungen kommt eine wichtige Rolle zu. Als erste außerfamiliäre Bildungsinstitution legen sie den Grundstein für gleiche Chancen auf Teilhabe an Bildung und Gesellschaft.

Anforderungen an die Frühpädagogik

Der Weg zu einer inklusive Frühpädagogik erfordert eine Veränderung der Einrichtungen (Barrierefreiheit, inklusive Konzeption, multiprofessionelle Teams) und der Rahmenbedingungen (Gesetze, Finanzierung, Ausstattung). Ebenso müssen die Fachkräfte ihre professionelle Haltung und ihr pädagogisches Handeln weiterentwickeln. Sie stehen vor der Herausforderung einerseits weitgehend auf die Zuschreibung von Merkmalen zu verzichten, da diese stigmatisieren können. Andererseits sensibel zu sein für Hürden, die aus unterschiedlichen Lebenslagen resultieren, um diese bewusst abzubauen. Dazu gehört auch, dass sich die Fachkräfte ihrer Grenzen bewusst werden und Vorurteile reflektieren. Kern einer inklusiven frühen Bildung bilden Angebote, die die ganze Gruppe einbeziehen und zu denen jedes Kind einen Beitrag leisten kann. Für diese komplexen Aufgaben benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kitas spezifisches Wissen und Können über die Dimensionen und Hintergründe von Heterogenität und den Umgang damit in der pädagogischen Praxis.

Der Beitrag von WiFF


WiFF setzt sich für ein breites Inklusionsverständnis in der Frühpädagogik ein, das die Teilhabe an Bildung für alle Kinder zum Ziel hat. Um dies im Kita-Alltag umzusetzen, benötigen Fachkräfte Wissen über jede einzelne Dimension von Vielfalt, um differenzsensibles Handeln zu entwickeln. Praxisnah gestaltete Weiterbildungen tragen dazu bei, inklusive Kompetenzen zu erweitern.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten hat WiFF definiert, welche Kompetenzen Kita-Fachkräfte in Bezug auf "Kulturelle Heterogenität", "Kinder mit Behinderung" und "Kinder und Familien in Armutslagen" benötigen und wie Weiterbildung den Teilnehmenden Impulse geben kann, diese zu entwickeln. Die Kompetenzprofile sind Teil der Publikationsreihe WiFF Wegweiser Weiterbildung und dienen Anbietern sowie Referentinnen sowie Referenten von Weiterbildungen als Grundlage für die Gestaltung kompetenzorientierter Angebote für pädagogische Fachkräfte. Darüber hinaus bieten WiFF-Expertisen zum Thema Inklusion wissenschaftliche Analysen zu aktuellen Fragestellungen.

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