Workshop zu kindheitspädagogischen Studiengängen

Innovation durch Vielfalt

Wer im Kita-Bereich arbeiten möchte, hat seit 2004 auch die Möglichkeit, Kindheitspädagogik zu studieren. Neben grundständigen Studiengängen haben die Hochschulen - teilweise in Kooperation mit Fachschulen - Modelle entwickelt, die auf unterschiedliche Weise die beruflichen Vorerfahrungen oder Karrierepläne der Studierenden berücksichtigen. Was ist das Besondere an diesen Modellen? Und welchen Beitrag leisten sie für die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten und den Austausch anzuregen, hat WiFF im November 2013 Vertreterinnen und Vertreter kindheitspädagogischer Bachelor-Studiengänge und kooperierender Fachschulen zu einem Workshop nach München eingeladen.

Die Studiengänge lassen sich drei Typen zuordnen:

  • Studiengänge, die sich ausschließlich an ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher richten. Sie steigen aufgrund der Anrechnung ihrer beruflichen Kompetenzen zumeist direkt in das dritte Fachsemester ein.
  • Integrierte Studiengänge, bei denen eine Fachschule und eine Hochschule kooperieren und Inhalte aufeinander abstimmen. Die Ausbildung führt zum Doppelabschluss: staatlich anerkannte Erzieher/in und Bachelor im Fach Kindheitspädagogik.
  • Duale Studienangebote, bei denen die Studierenden parallel zum Studium eine Ausbildung bei einem Praxispartner absolvieren. 

Studiengänge unterstüzen lebenslanges Lernen

Mit den Studiengangsmodellen gehen die Hochschulen innovative Wege, um berufliche Ausbildung und Studium zu verknüpfen. Damit stellen sie zum einem mehr Durchlässigkeit zwischen den Bildungsorten her, zum anderen motivieren sie angehende und ausgebildete Fachkräfte zur akademischen Weiterqualifikation, so die Anwesenden. Denn lebenslanges Lernen lasse sich nur dann fördern, wenn die beruflichen Wünsche und Erfahrungen der Studierenden in den Bildungsangeboten berücksichtigt werden. Zudem leiste die Verknüpfung von Ausbildung, Praxis und Wissenschaft einen Beitrag zur Professionalisierung im Kita-Bereich. Dies sei  beispielhaft für andere Berufsfelder.

Bildung braucht Zeit

Häufig können Erzieherinnen und Erzieher durch Anrechnung ihrer beruflichen Kompetenzen das Studium verkürzen. Das erleichtert ihnen den Schritt an die Hochschule. Doch zu kurz sollte der Weg zum akademischen Abschluss nicht sein. Die Workshop-Teilnehmenden gaben zu bedenken, dass die Studierenden eine gewisse Anzahl an Semester brauchen, um sich in der neuen Bildungskultur zu verorten. Für beruflich Qualifizierte sei die Hochschule der der Ort, an dem sie ihre berufliche Praxis systematisch mit pädagogischen Theorien verknüpfen können.

Weitere Forschung notwendig

Ob die Akademisierung des Kita-Personals die pädagogische Qualität in den Einrichtungen beeinflusst, müsse in Langzeitstudien erforscht werden. Auch gelte es, mehr über die Absolventinnen und Absolventen zu erfahren: Wie entwickeln sich Bildungsverläufe und Berufskarrieren? Unterscheiden sich die Studierenden der unterschiedlichen Studienmodelle?

Die  Qualifizierung von Lehrpersonal für die sozialpädagogische Ausbildung an Berufsschulen identifizieren die Anwesenden als eine zukünftige Aufgabe für die Studiengänge. Kindheitspädagoginnen und -pädagogen sollte über ihr Studium auch der Weg in das Lehramt geöffnet werden. 

Studiengänge im Profil

Für Erzieherinnen und Erzieher

Pädagogik der frühen Kindheit, Hochschule Koblenz

Bildung und Erziehung im Kindesalter (0-12 Jahre), Hochschule München

Integriert

Bildung und Erziehung in der Kindheit, Evangelische Hochschule Darmstadt
in Kooperation mit der Fachschule für soziale Berufe in Schwalmstadt sowie dem Evangelischem Fröbelseminar in Kassel oder Korbach oder an der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift Darmstadt

Frühkindliche Bildung und Erziehung, Evangelische Hochschule Ludwigsburg in Kooperation mit den evangelischen Fachschulen Stuttgart-Botnang, Schwäbisch-Hall, Reutlingen, und Herbrechtingen

Erziehung, Bildung und Gesundheit im Kindesalter, Evangelische Fachschule Nürnberg in Kooperation mit der Evangelische Fachakademie für Sozialpädagogik Nürnberg,   Fachakademie für Sozialpädagogik des Diakonissen-Mutterhauses Hensoltshöhe, Gunzenhausen und der Fachakademie für Sozialpädagogik Rummelsberg

Dual

Soziale Arbeit in der Elementarpädagogik, DHBW Stuttgart

Soziale Arbeit/Studienrichtung Elementarpädagogik, Staatliche Studienakademie Breitenbrunn