Gut begonnen, halb gewonnen?
Beim aktuellen WiFF-Bundeskongress am 19. und 20. November in Berlin diskutieren die Teilnehmenden Strategien zu Berufseinstieg und Verbleib von Fachkräften in der Frühen Bildung.
Für Kindertageseinrichtungen ist das „Onboarding“ neuer Fachkräfte ein zentraler Hebel für die Personalbindung. Wer sich von Beginn an professionell begleitet fühlt, bleibt mit höherer Wahrscheinlichkeit langfristig im Beruf. Fluktuation hingegen kostet: Sie führt zu Knowhow-Verlusten, beeinträchtigt die pädagogische Kontinuität und belastet die Teams durch wiederholte Einarbeitungen. Eine nachhaltige Personalbindung beginnt nicht erst mit dem Arbeitsvertrag, sondern bereits in der Ausbildung und setzt sich im Berufseinstieg fort. Die WiFF beobachtet diese sensible Phase mit einer Panel-Befragung von Erzieher:innen sowie Kindheitspädagog:innen am Übergang von Ausbildung und Studium in den Beruf.
Bei ihrer Einführung in den Kongress präsentiert WiFF-Leitung Professorin Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin erste Ergebnisse der zweiten Welle, die etwa neun Monate nachdem die Befragten ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben durchgeführt wurde. Zu diesem Zeitpunkt sind knapp 80% der Absolvent:innen bereits erwerbstätig, etwa 15% haben eine weitere Ausbildung oder ein Studium aufgenommen, teilweise kombiniert mit einer Erwerbstätigkeit. Die frisch ausgebildeten Fachkräfte seien im Gesamtdurchschnitt zufrieden mit der Einarbeitung und fühlten sich nicht übermäßig belastet, berichtet die WiFF-Leitung. Dennoch verlaufe bei einigen die Einmündung prekär: sie seien mit ihrer Arbeit nur mittelmäßig zufrieden, zeigten keine hohe Bindung an den Arbeitgeber und befänden sich bereits wieder auf Stellensuche. Aus diesen Befunden ergäben sich die Leitfragen für den Bundeskongress: Welchen Beitrag können Leitung und Teams für ein „gutes Ankommen im Job“ leisten? Wie können Träger den Einstieg unterstützen und Fachkräfte binden? Welchen Beitrag können Berufseinsteigende und Stellenwechselnde selbst leisten? Wie können Ausbildungsinstitutionen den Berufseinstieg vorbereiten und begleiten?
Dies kommentieren und diskutieren in den kommenden zwei Tagen Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis in Vorträgen und Panels. Nachwuchskräfte berichten in einer Talkrunde von ihren Erfahrungen vor und nach dem Eintritt in das Berufsleben.
Eröffnet wurde der Kongress von Lisa Zantke von der Robert Bosch Stiftung, Dr. Stefan Luther vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Professor Dr. Bernhard Kalicki vom Deutsches Jugendinstitut, die die Teilnehmenden begrüßten und auf die Relevanz des Kongressthemas für die Frühe Bildung hinwiesen.
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Ergebnisse der 1. Welle der WiFF-Panelbefragung