Forschung

Wer unterrichtet angehende Erzieherinnen und Erzieher?

In den vergangenen Jahren sind die Kapazitäten an Fachschulen für Sozialpädagogik, die Erzieherinnen und Erzieher ausbilden, enorm ausgebaut worden. Insgesamt sind in den letzten acht Jahren deutschlandweit 96 Fachschulen hinzugekommen. Mit dem Ausbau der Fachschulen und der Ausbildungszahlen steigt auch der ohnehin bereits hohe Bedarf an Lehrkräften. Grundständig qualifizierte Lehrkräfte mit einem Studium der Beruflichen Bildung in der Fachrichtung Sozialpädagogik und anschließendem Vorbereitungsdienst reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Deshalb wird in allen Bundesländern auf Personen zurückgegriffen, die ohne vollständige Lehramtsausbildung über Sonderwege in den Lehrberuf einsteigen können. Diese Sonderwege und die damit verbundenen Qualifizierungsmaßnahmen sind deutschlandweit sehr heterogen.

Welche Qualifikationsprofile und welche Weiterbildungsbedarfe haben Fachschullehrkräfte?

Der Professionalität von Lehrpersonen wird in der Bildungspolitik und empirischen Bildungsforschung große Bedeutung beigemessen. Es werden seit Jahrzehnten große empirische Studien durchgeführt, die die Bedingungen für Unterrichtsqualität und die professionelle Kompetenz von Lehrkräften erforschen. Zu den Lehrkräften an den Fachschulen für Sozialpädagogik gibt es jedoch so gut wie keine empirischen Daten. Damit fehlen auch Erkenntnisse zu deren Qualifikationsprofilen sowie den Unterstützungsbedarfen in Form von Fort- und Weiterbildungen. Diese Lücke möchte die WiFF mit der Befragung von Lehrkräften schließen.

Studie

Erhebungsdesign

Die Studie wird als bundesweite Befragung mit einem Online-Fragebogen durchgeführt. Ab Februar 2022 werden alle Lehrkräfte, die an Fachschulen bzw. Fachakademien für Sozialpädagogik in der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung unterrichten, zur Teilnahme an der Befragung eingeladen.

Forschungsfragen

Mit der Studie möchten WiFF herausfinden, welche Qualifikationsprofile die Lehrkräfte aufweisen, wie sicher und kompetent sie sich in ihrer Arbeit fühlen, wie zufrieden sie mit ihrer Tätigkeit sind und zu welchen Themen sie sich Weiterbildungsmaßnahmen wünschen.

Anwendung der Ergebnisse

Die empirischen Daten sollen Bedarfe und Herausforderungen identifizieren und diese für (Fach-)Politik, Wissenschaft, Schul- und Berufspraxis transparent machen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die inhaltliche und pädagogische Ausgestaltung der Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote gelegt.

Kontakt

Dr. Katharina Galuschka

Wissenschaftliche Referentin

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