Welche Bedeutung hat Fachberatung für Kindertageseinrichtungen?

Der Fachberatung wird in der Fachöffentlichkeit eine Schlüsselfunktion für die Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in den Einrichtungen zugeschrieben. Erfüllen soll sie diesen Anspruch durch die fachliche Unterstützung von pädagogischem Personal, Leitungen und Trägern bei der praktischen Arbeit mit den Bildungsvorgaben der Länder.

Wie sieht die Arbeit von Fachberatungen aus?

Der Beruf der Fachberatung bezeichnet eine Funktion, die ganz unterschiedlich ausgestaltet sein kann. Das Aufgabenspektrum sowie die strukturellen Rahmen- und Beschäftigungsbedingungen sind äußerst heterogen. Die Tätigkeiten von Fachberatungen weisen eine große Spannbreite auf und reichen von kitabezogenen Aufgaben (z.B. Betreuung von Teams, Konzeption- und Qualitätsentwicklung) über die Durch­führung oder Koordination von Qualifizierungen der Fachkräfte und Träger-Beratung bis hin zu Verwaltungsaufgaben.

Studie

Gegenstand

Vor diesem Hintergrund thematisiert die Studie das berufliche Handeln, die Tätigkeits- und Aufgabenprofile sowie die Qualifi­zierungsmöglichkeiten von Fachberatungen. Das Erkenntnisinteresse richtet sich darauf, zu verstehen und zu beschreiben, wie Fachberatungen ihren Arbeitsalltag wahrnehmen und wie sich das Arbeitsfeld Fachberatung als solches konstituiert und weiterentwickelt.

Methodisches Vorgehen

Die multiperspektivische Studie, die WiFF 2020 und 2021 durchführt, umfasst qualitative und quantitative Zugänge. In der Konzeptualisierungsphase werden Workshops mit Fachberaterinnen und Fachberatern, Trägervertretungen sowie Kita-Leitungen geführt, um erste Einblicke in aktuelle Herausforderungen dieses Arbeitsbereiches zu gewinnen. In der qualitativen Teilstudie werden jeweils 25 Interviews mit Fachberaterinnen und Fachberatern sowie jeweils 10 Interviews mit Träger­vertretungen und Kita-Leitungen geführt. Anschließend findet eine Befragung von Fachberaterinnen und Fachberatern mittels eines Fragebogens statt.

Forschungsdesign: Die Studie besteht aus zwei Teilstudien

Qualitative Interviews

Die qualitative Teilstudie geht auf die subjektiven Sichtweisen von Fachberatungen ein. Ziel ist, aus deren Beschreibungen die Tätigkeitsbereiche und das berufliche Handeln abzuleiten. Zentrale Fragestellungen:

  • Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag und das Tätigkeitsspektrum von Fachberatungen?
  • Wie nehmen sie ihr Handeln, ihre Tätigkeiten und ihre berufliche Situation wahr?
  • Was sind Gelingensbedingungen und Herausforderungen im beruflichen Handeln?

Ergänzend werden Interviews mit Trägervertretungen von Fachberatungen zu Tätigkeits- und Anforderungsprofilen seitens der Träger durchgeführt. Zudem werden Kita-Leitungen zu ihrer Erwartungshaltung befragt.

Quantitative Befragung

Im Anschluss an die Interviews findet eine Befragung von etwa 700 Fachberaterinnen und Fachberatern mittels Fragebogen statt. Hierüber werden Daten über die Organisationsstrukturen des Fachberatungssystems in Deutschland sowie über die Aufgaben und Tätigkeitsprofile von Fachberatungen gewonnen. Zentrale Fragestellungen:

  • Unter welchen strukturellen Rahmenbedingungen arbeitet Fachberatungen?
  • Welche Aufgaben übernehmen sie und welche Relevanz haben die einzelnen Tätigkeitsbereiche?
  • Welche Formen und Formate von Weiterbildung nehmen Fachberatungen wahr und wo sehen sie den eigenen Weiterbildungsbedarf?

Anwendung der Ergebnisse

Mit der Studie möchte WiFF Einblicke in das berufliche Handeln und in den Arbeitsalltag von Fachberatungen gewinnen sowie Daten über Organisationsstrukturen des Fachberatungssystems generieren. Ergebnisse sollen ab Sommer 2020 in verschiedenen Publikationsformaten der WiFF veröffentlicht werden. Unter anderem ist ein neuer Wegweiser Weiterbildung zum Thema Fachberatung geplant, der voraussichtlich Ende 2021 erscheinen wird.

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