FAQ - Häufig gestelle Fragen

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Wer steht hinter WiFF?

WiFF ist das Kürzel für Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. Diese Initiative ist vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Robert Bosch Stiftung initiiert worden. Das Deutsche Jugendinstitut ist in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung verantwortlich für die Durchführung des Projektes.

Was macht WiFF?

Die Weiterbildungsinitiative gliedert sich in folgende Arbeitsbereiche:
Der Arbeitsbereich Qualifizierungsbereiche und Kompetenzen hat das Ziel kompetenzorientierte Materialien für unterschiedliche Qualifizierungsthemen zu entwickeln. Im Arbeitsbereich Qualität werden die Materialien unter medienpädagogischen Gesichtspunkten aufbereitet und mit didaktisch orientierten Handreichungen für die Konzipierung von Weiterbildungsangeboten ergänzt.
Der Arbeitsbereich durchlässige Bildungswege will Wege für eine verbesserte Durchlässigkeit und Anerkennung von qualifizierenden Weiterbildungsmodulen unterstützen. Eine wichtige Grundlage für die Arbeiten in diesen drei Schwerpunkten bilden umfangreiche empirische Erhebungen, die dazu beitragen, das Feld der Weiterbildung für frühpädagogische Fachkräfte in Deutschland qualitativ und quantitativ zu „vermessen“ und transparenter zu machen.

Warum gibt es WiFF?

Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung sind in den letzten Jahren ins Zentrum gesellschaftlicher Aufmerksamkeit gerückt. Veränderte Rahmenbedingungen stellen Fachkräfte und Kindertageseinrichtungen vor neue Herausforderungen, so z. B.:

  • die von allen Bundesländern beschlossenen Bildungs- und Orientierungspläne,
  • der Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahren, 
  • der hohe Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund, 
  • die verstärkte Forderung nach Sprachförderung,
  • die konzeptionelle Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren.

Dieses erweiterte Aufgabenspektrum und die kontinuierlich gestiegenen Erwartungen an Kindertageseinrichtungen und ihr Fachpersonal sind nicht allein auf der Basis eines einmal erworbenen Ausbildungsstands zu bewältigen, sondern erfordern zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen. Hier setzt WiFF an: Ziel ist es, mehr Transparenz im bestehenden Weiterbildungsmarkt zu schaffen, inhaltliche Qualitätskritierien zu entwickeln und durch Anrechenbarkeit von Weiterbildung Durchlässigkeit im Berufsfeld Frühpädagogik zu fördern.

An wen richtet sich WiFF?

Die Angebote der Weiterbildungsinitiative richten sich an:

  • Fort- und Weiterbildungsanbieter: Sie erhalten qualitativ hochwertige Materialien für die Entwicklung von frühpädagogischen Weiterbildungsangeboten für unterschiedliche Kompetenzstufen.
  • Ausbildungsinstitutionen: Sie erhalten umfangreiche Informationen zu Kooperationsmodellen von Aus-, Fort- und Weiterbildungsanbietern und zu möglichen Anrechnungsverfahren im Rahmen solcher Modelle.
  • Weiterbildungsinteressierte: Sie erhalten Informationen über zentrale Inhalte zu ausgewählten Qualifizierungsbereichen und über zu erwerbende Kompetenzen.

WiFF hat großes Interesse daran, alle Akteure, Entscheider und Verantwortungsträger einzubeziehen, die auf unterschiedlichen Ebenen, z.B. im Bund, in den Bundesländern oder im kommunalen Raum in der frühpädagogischen Fort- und Weiterbildung aktiv sind.

Welche Ziele verfolgt WiFF?

Die Initiative will zur Transparenz und zur Verbesserung des Weiterbildungssystems beitragen. Im Fokus von WiFF steht die Qualifizierung der Fachkräfte für frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung in Deutschland. WiFF orientiert sich dabei an bereits initiierten Innovationsprozessen in der Weiterbildung. In einem bundesweiten Qualitätsentwicklungsprozess will WiFF frühpädagogische Weiterbildungsinhalte sowie Modelle zur Anerkennung von qualitativ hochwertigen Weiterbildungen fördern und entwickeln.

Wie versteht WiFF Durchlässigkeit?

Durchlässigkeit meint, dass jedes Bildungsniveau über unterschiedliche Bildungswege erreichbar ist: sowohl Zugangsmöglichkeiten zu Bildungsgängen und Institutionen, die gegenseitige Anerkennung und Anrechnung bereits erworbener Kompetenzen als auch die Gestaltung von Übergängen und Weiterbildungsangeboten spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Wie will WiFF zur Durchlässigkeit beitragen?

WiFF analysiert die (rechtlichen) Gegebenheiten im Bildungssystem und die aktuelle (bildungspolitische) Debatte. Sie initiiert fachwissenschaftliche und fachpolitische Diskurse, in denen etwa politische Entscheidungsträger und Akteure im Bereich der frühpädagogischen Aus-, Fort- und Weiterbildung zusammenkommen. Dadurch gibt sie Anregungen für künftige Entwicklungen und Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen. Des Weiteren unterstützt und begleitet WiFF Projekte und Modelle, die das Ziel haben, anschlussfähige und durchlässige Bildungswege zu befördern. Konkret geht es beispielsweise um Initiativen, die bestrebt sind, eine verbindliche Kooperation von Aus-, Fort- und Weiterbildungsträgern zu etablieren und die sich über Anrechnungsmodalitäten und Zertifizierungsverfahren verständigen. Die hierbei gewonnenen Erfahrungen werden ausgewertet und veröffentlicht, was wiederum eine qualifizierte Ausweitung bzw. Übertragung exemplarisch erprobter Kooperationen und Verfahren unterstützt.

Mit wem arbeitet WiFF zusammen?

Ein wesentliches Anliegen der Initiative ist die systematische Vernetzung der zuständigen Akteure, Entscheider und Anbieter und der im frühpädagogischen Arbeitsfeld aktiven Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft. Eine Vielzahl von Institutionen und Experten der frühpädagogischen Aus-, Fort- und Weiterbildung wird an der Konzeption und Umsetzung der unterschiedlichen Teilprojekte beteiligt. Diese Einbindung wird durch den Aufbau von Expertengruppen und die Vergabe von Aufträgen zu unterschiedlichen Themenbereichen erreicht.
Zur Unterstützung der Arbeit von WiFF wurden außerdem ein fachpolitischer und ein wissenschaftlicher Projektbeirat eingerichtet. Aufgabe dieser Beiräte ist es, das Projekt in der wissenschaftlichen und fachpolitischen Landschaft einzubetten und in seiner Arbeit beratend zu begleiten.

Sind die Angebote bei WiFF kostenlos?

Alle Angebote auf den Seiten von WiFF sind kostenfrei. Mit dem Newsletter von WiFF werden Sie aktuell über die neuen Inhalte informiert.

Was macht WiFF nicht?

WiFF macht keine Weiterbildung und entwickelt keine ausgearbeiteten
Weiterbildungsunterlagen
, die direkt von Weiterbildungsanbietern für ihre Angebote genutzt werden können. WiFF entwickelt Materialien zu ausgewählten Weiterbildungsinhalten - in der ersten Projektphase sind dies Sprachförderung, Kinder unter drei Jahren, Zusammenarbeit mit Eltern und Elementardidaktik/Rolle der Fachkraft - , die den aktuellen Stand von Wissenschaft und Fachdiskurs kompetenzorientiert aufbereiten und so als Grundlage für die Konzeption qualitativ hochwertiger Weiterbildungsangebote genutzt werden können. Auf dieser Grundlage entstehen in Kooperation mit erfahrenen Weiterbildner/innen zusätzlich konkrete exemplarische Weiterbildungsmaterialien für bestimmte Themen.

Welche Themenbereiche werden zurzeit von WiFF bearbeitet?

Erste Themenbereiche sind Sprachförderung, Kinder unter drei Jahren, Zusammenarbeit mit Eltern und Elementardidaktik/Rolle der Fachkraft. Eine wichtige Grundlage für die Bestimmung weiterer Themenbereiche sind die Ergebnisse der in 2009 und 2010 durchgeführten Erhebungen, in denen die unterschiedlichen Akteure nach ihrer Sicht auf besondere Weiterbildungsbedarfe befragt werden und die Diskussionen in den Beiräten und Expertengruppen von WiFF. Eine besondere Aufmerksamkeit soll dabei Inhalten gelten, von denen man sich einen Abbau von ungleichen Bildungschancen der Kinder erwartet.

Wie werden die Themenbereiche bearbeitet?

Aufbauend auf einer Literaturrecherche zu jedem Themenbereich wird eine Expertengruppe mit einschlägigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung und Fachpraxis einberufen. Aufgabe der Expertengruppen ist es, die Erstellung von Materialien zu begleiten, welche die Entwicklung von konkreten Weiterbildungsangeboten unterstützen und so zur Qualitätssicherung der Weiterbildung beizutragen. Zu den einzelnen Themen werden darüber hinaus Aufträge gegeben, um vorhandenes Expertenwissen möglichst breit zu berücksichtigen.

Wie generiert WiFF die Informationen zur Aus- und Weiterbildungslandschaft?

Im Rahmen von WiFF werden eigens umfangreiche Erhebungen durchgeführt. Dazu  zählen:

  • Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Länderministerien, Weiterbildungsanbietern, Berufsfach , Fach- und Hochschulen sowie
  • schriftliche Befragungen von Fachberatungen und Fachkräften, Weiterbildungsanbietern, Schulleitungen und Lehrkräften an Fachschulen und Fachakademien und
  • Literaturrecherchen und Vergaben von Expertisen
Wann ist mit Ergebnissen der Befragungen zu rechnen?

Erste Ergebnisse aus den Experteninterviews und den Schulleiterbefragungen werden im Frühjahr 2010 veröffentlicht. Erste Ergebnisse aus den schriftlichen Befragungen werden auf einer Tagung zum Thema Weiterbildung im Mai 2010 vorgestellt.

Was sind Wegweiser Weiterbildung?

Die WiFF Wegweiser Weiterbildung werden im Aufgabenfeld „Qualifizierungsbereiche und Kompetenzen“ erstellt. Sie sind das Ergebnis eines mehrstufigen diskursiven Prozesses. Die Entwicklung eines Wegweisers wird von einer Expertengruppe begleitet, in der Vertreter/innen aus Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung sowie Fachpolitik gemeinsam Qualitätskriterien für Weiterbildung in einem Qualifizierungsbereich diskutieren. Zusätzlich fließt das Wissen von weiteren externen Wissenschaftler/innen, Weiterbildner/innen und Ausbildner/innen über die Vergabe von Expertisen in die Wegweiser mit ein.

In Bearbeitung sind zur Zeit die Qualifizierungsbereiche:

  • Kinder bis drei Jahren
  • Sprachförderung
  • Elementardidaktik - Rolle der Fachkraft
  • Zusammenarbeit mit Eltern

Die Wegweiser setzen fachliche Maßstäbe für die Konzeptionalisierung kompetenzorientierter Weiterbildungsangebote. Jeder Wegweiser besteht aus drei Teilen:

  1. ein fachwissenschaftlicher Teil, in dem ein Überblick über den Stand der wissenschaftlichen und Fachdiskussion gegeben wird
  2. ein Kompetenzprofil, in dem konkrete Handlungsanforderungen beschrieben und erforderliche Kompetenzen formuliert sind und
  3. ein Kapitel zur Praxis der Weiterbildung, in dem themenspezifische Qualitätskriterien aufgeführt werden und exemplarisch gezeigt wird, wie diese umgesetzt werden können.

Empfehlungen über vertiefende Literatur, Medien und weiterführende Expertisen ergänzen die fachlichen Kapitel und vermitteln den Nutzern wichtige Hintergrundinformationen.

Einen besonderen Stellenwert hat das Kompetenzprofil. Es basiert auf dem vierstufigen Kompetenzmodell des DQR, der zwischen Wissen, Fertigkeiten, Sozial- und Selbstkompetenz unterscheidet. In den Wegweisern werden diese Dimensionen für den spezifischen Qualifizierungsbereich fachlich-thematisch aufbereitet und präzisiert. Unterschieden werden zwischen Basiskompetenzen, die Fachkräfte in Tageseinrichtungen für die Bewältigung der Kernaufgaben benötigen und weiterführenden Kompetenzen, die eine fachliche Spezialisierung im Blick haben.

Die Wegweiser Weiterbildung werden – nach dem Planungsstand von Juli 2010- ab Anfang 2011 über die Webseite der WiFF veröffentlicht und als Printpublikation aufbereitet, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden.