Fachtagung: Qualifizierung an Fach- und Hochschulen am 08.12.2010 in Berlin

Qualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte an Fachschulen und Hochschulen. Ergebnisse – Positionen – Perspektiven

unter dieser Überschrift kamen 160 Akteure aus Ausbildung, Weiterbildung, Fachpolitik und Wissenschaft zusammen. Die Forschungsergebnisse aus den Befragungen an Fachschulen und Hochschulen standen im Mittelpunkt der WiFF-Fachtagung. Umfassend wurden Erfahrungen und Positionen derjenigen erhoben und vorgestellt, die  ErzieherInnenausbildungen in Deutschland gestalten: Schulleitungen und Lehrkräfte im Fachschulsysten und Studiengangsleitungen an Hochschulen. Ihre subjektiven Einschätzungen boten viel Gelegenheit, objektive Herausforderungen zu diskutieren, wie z.B. das Dilemma zwischen  Generalisierung und Spezialisierung, die vertikale und horizontale Anschlussfähigkeit und die Gestaltung des "Lernortes Praxis". Im ersten Quartal 2011 wird eine ausführliche Tagungsdokumentation als Printausgabe publiziert und zur Verfügung gestellt.

Tagungsdokumentation als PDF

Impressionen

  • Fachtagung Fach- und Hochschulen Vortrag Janssen.pdfJährlich bilden 16 Bundesländer rund 16.000 Erzieherinnen und Erzieher an über 400 Fachschulen und Fachakademien aus. Der Vergleich der Lehrpläne, der Ausbildungs- und der Prüfungsordnungen, die in der Expertise von Rolf Janssen vorliegt, macht deutlich, dass jedes Land seine eigene Ausbildung kreiert hat. Alle wesentlichen Parameter der Ausbildungen in den Bundesländern sind unterschiedlich: Zugangsvoraussetzungen, hinführende Bildungswege, Aufbau und Umfang, Ausbildungskonzepte und Prüfungsmodalitäten. Die Ausbildung könnte optimiert werden, wenn es gelänge, die innovativen Kräfte zu bündeln, sich auf ein Berufsbild zu einigen und die vielen positiven Ansätze, die vorhanden sind, für alle fruchtbar zu machen und zu vereinheitlichen.
  • Fachtagung Fach- und Hochschulen Vortrag Finsel 01.pdfMit der bundesweiten Befragung von Schul- bzw. Abteilungsleitungen an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik hat die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte umfassende Daten zur Erzieherinnenausbildung in Deutschland erhoben. Dank dieser Daten kann die schulische und berufliche Eingangsqualifikation der Schülerinnen, die Organisationsformen der Erzieherinnenausbildung und die Schwerpunkte in der breit qualifizierenden sozialpädagogischen Ausbildung dargestellt werden. Darüber hinaus liefert die Erhebung Informationen darüber, wie die Schul- und Abteilungsleiter die derzeitige Fachschulausbildung bewerten bzw. welche Position sie zu Reformvorschlägen einnehmen. In diesem Vortrag werden erste Ergebnisse der Befragung präsentiert.
  • Fachtagung Fach- und Hochschulen Vortrag Kleeberger.pdfMit der bundesweiten Befragung von Lehrkräften an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik hat die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte umfassende Daten zur Erzieherinnenausbildung in Deutschland erhoben. Auf dieser Basis kann erstmals dargestellt werden, wer angehende Erzieherinnen auf ihrem Ausbildungsweg begleitet und wie das Lehrpersonal die künftigen Absolventinnen bezüglich deren Kompetenzen einschätzt. Darüber hinaus liefert die Erhebung erstmals Informationen darüber, wie die Lehrkräfte die derzeitige Fachschulausbildung bewerten bzw. welche Position sie zu Reformvorschlägen einnehmen. In diesem Vortrag werden erste Ergebnisse der Lehrkräftebefragung vorgestellt und die Sichtweise der Schul- und Abteilungsleiter ergänzt.
  • Forum 1 Thesen zur Lernfeldorientierung.pdfDie aktuellen Lehrpläne der Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher sind an das Konzept der Lernfelder angelehnt und auf Handlungsorientierung ausgerichtet. Dabei finden sich allerdings große Unterschiede zwischen den Bundesländern im Grad der Ausgestaltung und im Verhältnis von Lernfeldern zum Fächerunterricht. Marina Mayer berichtete in ihrem Vortrag über die Bewertungen von Schul- und Abteilungsleitungen der Fachschulen für Sozialpädagogik zu lernfeld- und handlungsorientiertem Unterricht sowie zu konkreten Erfahrungen mit der Umsetzung.
  • Forum 1 Kompetenzprofil der Absolventinnen 01.pdfAn Kindertageseinrichtungen wird heutzutage ein breites Spektrum an Anforderungen – vom Bildungsauftrag bis zur Kindeswohlsicherung – gestellt. Angesichts dieser gestiegenen Anforderungen an Erzieherinnen im Arbeitsfeld stellt sich die Frage, für welche Aufgaben die Schülerinnen und Schüler an den Fachschulen (noch) vorbereitet werden (können) und welche beruflichen Aufgabenbereiche in der Ausbildung weniger berücksichtigt werden.
  • Forum 2 Fort- und Weiterbildung der Lehrkraefte.pdfDer regelmäßige Besuch von Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen ist für Lehrkräfte in der Erzieherinnenausbildung aus mehreren Gründen von besonderer Bedeutung. Einerseits spielen diese Veranstaltungen eine wichtige Rolle bei der Ausrichtung des Unterrichts an aktuellen Themen und Erkenntnissen, andererseits fördern Fort- und Weiterbildung den fachlichen Austausch der Kolleginnen und Kollegen untereinander und tragen auch hierdurch entscheidend zur Qualität der Erzieherinnenausbildung bei. Fabian Kleeberger und Jan Finsel präsentierten Ergebnisse der bundesweiten Befragung von Lehrkräften an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik.
  • Forum 2 Thesen zur Fort- und Weiterbildung der Lehrkraefte.pdfDer Fort- und Weiterbildung wird von den Schulleitungen insgesamt eine große Bedeutung beigemessen. Nicht selten gibt es in den Bundesländern eine Verpflichtung zur Fort- und Weiterbildung, die selbst aber nicht immer genau festgelegt ist. Von Seiten der Lehrkräfte ist die Bereitschaft zur Teilnahme an Fortbildungen ebenfalls sehr hoch und dies unabhängig von ihrer Verweildauer im Beruf. Allerdings sind die Angebote nicht immer passend beziehungsweise stellt sich der Zugang zu den Angeboten teilweise als schwierig dar.
  • Forum 4 Weiterbildung an Fachschulen.pdfDie berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte bildet ein Thema, das momentan unter fachpolitischen Aspekten stark beachtet wird. Wenn von der Notwendigkeit der Anpassung und Weiterentwicklung der beruflichen Kompetenzen der Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen an die Herausforderungen im Arbeitsfeld die Rede ist, dann stehen vor allem die Weiterbildungsanbieter im quartiären Bildungssystem im Mittelpunkt. Wenig beachtet wurde demgegenüber bislang, dass auch Fachschulen für Sozialpädagogik - jenseits ihrer Ausbildungsfunktion - in nicht unerheblichem Umfang Fort- und Weiterbildungsaktivitäten für bereits qualifizierte und berufstätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen durchführen, sei es in Eigenregie oder in Kooperation mit externen Weiterbildungsanbietern. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich Karin Beher speziell mit den Einstellungen, Beschreibungen und Erfahrungen der Schulleitungen und Lehrkräfte zur Weiterbildung an Fachschulen.
  • Forum 4 Thesen zur Anschlussfaehigkeit der Erzieherinnenausbildung.pdfBrigitte Rudolph präsentierte Ergebnisse der Auswertung von 80 qualitativen Interviews mit Schul- und Abteilungsleitungen von Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik. Zur Frage eines weiterführenden Hochschulstudiums von staatlich geprüften Erzieherinnen und Erziehern zeigt die Auswertung, dass die Anschlussfähigkeit an das Hochschulsystem für Absolventinnen und Absolventen der Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik formal gegeben ist. Dennoch ist der Übergang teilweise problematisch, da sich Überschneidungen in der Fachschulausbildung mit den Inhalten der ersten Studiensemester an den Hochschulen zeigen.
  • Fachtagung Fach- und Hochschulen Vortrag Cloos.pdfProf. Dr. Peter Cloos beschäftigte sich mit den aktuellen Herausforderungen, die sich für die frühpädagogische Hochschulausbildung angesichts eines rapiden Wachstums in den vergangenen Jahren ergeben. Nach einer Phase, in der es darum ging, frühpädagogische Hochschulstudiengänge überhaupt neu einzurichten und auch bundesweit zu etablieren, besteht eine Aufgabe der nächsten Jahre darin, die bestehenden Studienangebote zu konsolidieren und deren Qualität weiterzuentwickeln. Die jeweiligen Studiengänge haben ihre Studienprogramme abzusichern und auszuweiten sowie inhaltlich als auch hochschuldidaktisch zu profilieren. Sie müssen nach innen und nach außen ihr jeweiliges Profil auch arbeitsmarkttauglich vertreten können.
  • Fachtagung Fach- und Hochschulen Vortrag Vogelfaenger.pdfDas Institut für Bildungs- und Sozialpolitik der FH Koblenz hat im Auftrag des DJI die qualitativ empirische Erhebung „Frühpädagogische Bachelor-Studiengänge in Deutschland aus Sicht der Studiengangsleitungen“ durchgeführt und ausgewertet. Im Fokus der Studie steht die Frage nach der Durchlässigkeit frühpädagogischer Studienangebote für bereits ausgebildete Personen aus dem Berufsfeld. Darüber hinaus wird beleuchtet, ob und inwiefern die Bildungsangebote der verschiedenen Ausbildungssysteme inhaltlich aufeinander abgestimmt sind und welche Möglichkeiten der Kooperation zwischen Hochschulen sowie den nicht-akademischen Institutionen der Aus- und Weiterbildung aktuell und perspektivisch bestehen.