Familie im Kontext pädagogischer Institutionen. Theoretische Perspektiven und empirische Zugänge

23.05.2019 bis 25.05.2019
Leuphana Universität
Universitätsallee 1, 21335 Lüneburg

Die gemeinsame Jahrestagung der Leuphana Universität und der DGfE-Sektion Sozialpädagogik und Pädagogik der Frühen Kindheit nimmt das komplexe Verhältnis zwischen öffentlichen pädagogischen Institutionen und der Institution Familie in theoriesystematischer, empirischer, historischer und methodologischer Perspektive in den Blick.

Familialität gilt als ein zentraler normativer und funktionaler Orientierungsrahmen moderner Gesellschaften. Damit stellt sie einen konstituierenden Bezugspunkt öffentlicher pädagogischer Institutionen dar. Es lassen sich empirisch vielfältige, mitunter auch widersprüchliche Definitionen von und Erwartungen an das Verhältnis von Familien und pädagogischen Angeboten und Maßnahmen herausarbeiten. Dabei spielen beispielsweise Fragen nach familiärer Freiheit und Verantwortung sowie die Gleichbehandlung von Familien in Relation zu wohlfahrtsstaatlichen Präventions-, Interventions- und Bildungsprogrammen eine Rolle. Aber auch die generelle Sozialisations-, Sorge- und Bildungsfunktion von Familie im Kontext bestehender familienunterstützender, familienergänzender und familienersetzender Maßnahmen und Angebote ist dabei von Bedeutung. Familien können beispielsweise ungleichheits- und bildungstheoretisch als Teil der kindlichen Lernumgebung, transitionstheoretisch als Beteiligte an institutionellen Übergängen von Kindern und Jugendlichen oder kindheitspädagogisch als gestaltungsfähige Erziehungsakteure konzipiert werden. Nicht zuletzt lässt sich Familie über den Sozialstatus Kind in Relation zur älteren Generation fassen oder etwa als relationales Konstrukt im Kontext pädagogischer Leistungen und Angebote.

Vor diesem Hintergrund operieren öffentliche pädagogische Institutionen und Professionelle auf unterschiedliche Weise mit Vorstellungen einer gelingenden (familialen) Privatheit, sowie daran anknüpfenden Ideen zu komplementären oder kompensatorischen Unterstützungsformaten von Familie. Mit den gesellschaftlich zugewiesenen und institutionell reklamierten Ansprüchen, Familie zu ergänzen, zu unterstützen, zu entlasten, zu bilden oder zu ersetzen, justiert sich das komplexe Verhältnis von Familie und öffentlichen pädagogischen Institutionen auf eine je spezifische Weise. Damit lassen sich in (fach¬)öffentlichen sozial- und frühpädagogischen Debatten entsprechend Bezugnahmen auf und Abgrenzungen von sehr unterschiedlichen Konzepten von Familialität ausmachen.

Das Gesamtprogramm zur Tagung soll in Kürze erscheinen.

Eine frühzeitige Buchung von Hotelzimmern und eine frühzeitige Anmeldung zur Tagung werden ausdrücklich empfohlen.

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