Kinder und Kindheit in gesellschaftlichen Umbrüchen

11.10.2018 bis 13.10.2018
Hochschule Magdeburg-Stendal
Breitscheidstraße 2, 39114 Magdeburg

Interdisziplinäre Jahrestagung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) in Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal

Wie wirken sich gesellschaftliche Umbrüche auf die Strukturen der Kindheit sowie auf kindliche Erfahrungen aus? Was trägt eine von Kindheit und der sozialen Position von Kindern ausgehende Beschreibung gesellschaftlicher Umbrüche zu deren Analyse bei? Ausgehend von diesen Fragen beschäftigt sich die interdisziplinär angelegte Jahrestagung mit dem Verhältnis von Kindheit und gesellschaftlichen Umbrüchen.

Die Diskussion der Umbruchsthematik erscheint den Veranstaltern gerade vor dem Hintergrund eines angenommenen langfristigen Wandels des Begriffs der Kindheit und seiner Institutionalisierungen neue Erkenntnisperspektiven zu eröffnen: Wenn "Kindheit" als besonders schützens- und behütenswerte Lebensphase verstanden und institutionalisiert wurde, und wenn dieses Verständnis tendenziell für alle gesellschaftlichen Schichten gültig sein sollte, dann müssen Umbrüche, die diesen Schonraum in Frage stellen oder gar zerstören, als umso skandalöser erscheinen. Als Verstoß gegen "normalisierte" Kindheitsvorstellungen und insofern als Skandal gewertet wird in der öffentlichen Wahrnehmung beispielweise, wenn Kinder nicht zur Schule gehen können, wenn sie ihre familiäre Einbettung verlieren, einer gewalttätigen sozialen Umwelt hilflos ausgeliefert sind oder von neuen Medien "überflutet" werden.

Umgekehrt seien Umstände denkbar, in denen gesellschaftliche Umbrüche als Möglichkeit zur Institutionalisierung einer "guten Kindheit" gesehen werden, in denen Schutz- und Schonraum vor einer sozial und physisch destruktiven Umwelt auftauchen: Nimmt man Kindheit erstens als in spezifischen Formen institutionalisiert und organisiert an, so wirft dies die Frage nach entsprechenden Strukturbrüchen und Umbildungen in den gesellschaftlichen Umbrüchen auf.

Unter der Annahme, dass Kindheit historisch spezifisch institutionalisiert und konstitutiver Teil der Sozialstruktur ist, soll zudem danach gefragt werden, ob und wie sich die soziale Position von Kindern im Verhältnis zu ihrer Familie, zu anderen Erwachsenen, zu sozialen Rahmeninstitutionen und auch zwischen Eigen- und Fremdgruppen von Kindern in gesellschaftlichen Umbrüchen verändern – etwa zwischen sozialen Schichten und Milieus, im Verhältnis zur Gewalt, in der jeweils gruppenspezifischen sozialen Wahrnehmung usw.

Detaillierte Informationen zur Veranstaltung folgen.

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