CfP: Kinder und Kindheit in gesellschaftlichen Umbrüchen

28.02.2018
Hochschule Magdeburg-Stendal
Breitscheidstraße 2, 39114 Magdeburg

Interdisziplinäre Jahrestagung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) in Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal

Wie wirken sich gesellschaftliche Umbrüche auf die Strukturen der Kindheit sowie auf kindliche Erfahrungen aus? Was trägt eine von Kindheit und der sozialen Position von Kindern ausgehende Beschreibung gesellschaftlicher Umbrüche zu deren Analyse bei? Ausgehend von diesen Fragen beschäftigt sich die interdisziplinär angelegte Jahrestagung mit dem Verhältnis von Kindheit und gesellschaftlichen Umbrüchen.

Einreichungen sind insbesondere zu folgenden Schwerpunkten der Tagung erwünscht:

Kindheit als Institution/ Institutionen und Organisationen der Kindheit

  • Inwiefern und in welchen Zusammenhängen verändern sich in gesellschaftlichen Umbrüchen Kindheit als Institution bzw. die Bilder oder Vorstellungen von Kindern und Kindheit?
  • Welche neuen Normierungen, welche Institutionen und Organisationen der Kindheit sind in Umbrüchen kurzfristig oder nachhaltig entstanden, und mit welchen Legitimationsdiskursen sind sie verknüpft? Welche nichtkindlichen Akteure und Interessen waren oder sind beteiligt? Wie und in welchen Formen waren oder sind Kinder aktiv oder passiv daran beteiligt?
  • Welche institutionellen Deutungsangebote, welche Organisationen und welche sozialen Räume stehen Kindern in Umbrüchen und für die Verarbeitung von Umbruchserfahrungen zur Verfügung, wie nutzen sie diese bzw. haben sie diese genutzt? Wie werden sie von Kindern selbst erlebt?

Soziale (Ungleichheits-)Strukturen

  • Inwiefern bringen oder brachten gesellschaftliche Umbrüche Mobilisierungen von Kindern als soziale Gruppe und/oder soziale Gruppen von Kindern hervor?
  • Inwiefern verändern sich dabei auch generationale Strukturen? Welche gesellschaftlichen Folgen hat dies?
  • Welche neuen sozialen Positionen und Rollen eröffnen sich (welchen) Kindern, welche verschließen sich ihnen? Wie werden Kinder gesellschaftlich platziert?
  • Welche sozialen Positionen bzw. Rollen beanspruch(t)en Kinder selbst, welche erfüllen sie spezifisch?

Methodologische und methodische Fragen

  • Wie können institutionelle und strukturelle Veränderungen bzw. Beharrungstendenzen im Hinblick auf Kindheit in historischen und gegenwartsbezogenen Perspektiven untersucht werden?
  • Wie können Perspektiven von Kindern als Kinder bzw. nicht nur im Rückblick als Erwachsene zugänglich gemacht werden, etwa auf der Basis von Tagebüchern, Interviews, Gruppendiskussionen, Aufsätzen, Briefen, Protokollen, Blog-Beiträgen, Zeichnungen oder Fotos?

Mit der Jahrestagung sollen minimal und maximal kontrastierende Vergleiche angeregt werden, die sowohl historische und aktuelle Ereignisse als auch unterschiedliche Orte gesellschaftlicher Umbrüche einbeziehen. Unter der Annahme der Institutionalisierung einer (modernen westlichen) Kindheit als Schutz-und Schonraum bzw. des normativen Musters einer langen, behüteten Kindheit sollen sich die Beiträge vor allem auf das 20. und 21. Jahrhundert beziehen. Die Tagung zielt damit sowohl auf konkrete als auch auf allgemeinere Einsichten und Erkenntnisse über Kinder und Kindheit in gesellschaftlichen Umbrüchen.

Erwünscht sind vor allem entsprechende empirische Studien aus (kindheits-)soziologischen und historischen Perspektiven, aber auch politik- und erziehungswissenschaftliche oder interdisziplinär angelegte Beiträge. Ausdrücklich erwünscht sind Beiträge des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Tagungsvorschläge sind in Form von Abstracts im Umfang von 3000 Zeichen an die unten stehenden Email- Adressen zu senden. Einsendeschluss für die Abstracts ist der 28.02.2018. Nachfragen können an Prof. Dr. Claudia Dreke und Prof. Dr. Beatrice Hungerland gestellt werden.

CfP ausführlich (PDF)
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