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Juni 2016

Mit inklusiver sprachlicher Bildung zu mehr Teilhabe in der Kita

Der Aktionsrat Bildung empfiehlt in seinem im Mai vorgelegten Gutachten unter anderem, dass Kinder mit Migrationshintergrund frühzeitig Kindertageseinrichtungen besuchen. Sogar von einer möglichen "Kindergartenpflicht" ist die Rede. Die Erwartungen an das System Kindertagesbetreuung sind also hoch: Nicht zuletzt soll es die Kenntnis der deutschen Sprache fördern. Doch wie gelingt inklusive sprachliche Bildung in der Kita? Ziel ist es, die Vielsprachigkeit von Kindern wertzuschätzen, wie WiFF-Leitung Professorin Dr. Anke König anmerkt.

Ob Kinder in der Kita teilhaben und partizipieren können, hängt neben der sprachlichen Bildung unter anderem von der Empathie der Kita-Fachkräfte ab, betont Erziehungswissenschaftlerin Professorin em. Dr. Annedore Prengel im Themenschwerpunkt "Teilhabe und Partizipation in der Kita". Auch die Qualifizierung von Kita-Fachkräften sowie ausreichende personelle Ressourcen spielen eine Rolle. Hier gibt es Nachholbedarf, wie aktuelle Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung zeigen: So waren zum Beispiel Fachkräfte, die für die Inklusion von Kindern mit (drohender) Behinderung eingesetzt werden, im Jahr 2015 überdurchschnittlich oft befristet beschäftigt.

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Mehr Fachkräfte mit Hochschulabschluss, ihr Anteil in der Kita bleibt aber gering

Die Anzahl pädagogischer Fach- und Leitungskräfte, die einen einschlägigen Hochschulabschluss haben, hat sich seit 2006 mehr als verdoppelt: 29.455 von ihnen hatten im Jahr 2015 einen akademischen Abschluss zum Beispiel in Heil-, Sozial-, Kindheitspädagogik, Erziehungswissenschaft oder Sozialer Arbeit. Die prozentuale Steigerung fällt aufgrund der Größe und des starken Wachstums des Arbeitsfeldes jedoch eher gering aus: Der Anteil der Akademikerinnen und Akademiker am pädagogischen und leitenden Personal ist seit 2006 lediglich um 2,2 Prozentpunkte gestiegen und lag 2015 bei 5,4%. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). weiterlesen

Expertinnen im Video: Welche Formen der Partizipation gibt es?

Teilhabe und Partizipation sind in den Menschen- und Kinderrechten verankert und auch in der Kita umzusetzen. Welche Formen der Partizipation gibt es und was müssen Fachkräfte dafür wissen und können? Diese Fragen beschäftigen eine von WiFF initiierte Expertengruppe, die im Juni zum zweiten Mal am Deutschen Jugendinstitut zusammenkommt. Beim ersten Treffen im März 2016 diskutierten sie den Forschungsstand und hörten einen Gastvortrag von Professorin em. Dr. Annedore Prengel. "Das Spiel ist die ausgeprägteste Form der Partizipation", sagt sie – und sieht darin auch Möglichkeiten, Kinder früh mit Umgangsweisen der Demokratie vertraut zu machen. Im Themenschwerpunkt "Teilhabe und Partizipation in der Kita" schildern sie und WiFF-Referentin Anna Gaigl Formen sowie Chancen der Partizipation in der Kita. Beide Video-Clips sind auch im neu eingerichteten Youtube-Kanal von WiFF zu sehen.

Sprachliche Bildung: "In der Kita darf keine Sprache ausgeblendet werden"

In seinem diesjährigen Gutachten empfiehlt der Aktionsrat Bildung für Kinder mit Migrationshintergrund den frühzeitigen Besuch einer Kita und regt zu einer alltagsintegrierten Förderung der deutschen Sprache in den Einrichtungen an. WiFF-Leitung Professorin Dr. Anke König macht in diesem Zusammenhang auf die Situation mehrsprachig aufwachsender Kinder aufmerksam: "Wichtig ist, dass auch andere Sprachen als Deutsch gesprochen werden dürfen. Ansonsten laufen wir Gefahr, Kinder, die noch nicht Deutsch sprechen, stumm zu machen und damit ihre Teilhabe zu verhindern." weiterlesen

WiFF-Referentinnen stellen Kompetenzprofile für Personal- und Qualitätsentwicklung vor

Für gute pädagogische Arbeit in der Kita muss nicht jede Fachkraft alles können. Entscheidend ist, dass die Aufgaben klar benannt und im Team gut aufgeteilt werden und sich sowohl das Team als auch einzelne Fachkräfte weiterentwickeln können. Die Verantwortung dafür haben Kita-Träger und ‑Leitungen, die entsprechend der pädagogischen Schwerpunkte ihrer Einrichtung und der anstehenden Herausforderungen Personal auswählen und einsetzen. Dafür müssen sie die Profile ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschätzen und in Absprache mit ihnen entscheiden, welche Weiterbildungen hilfreich sind. Wie die WiFF-Kompetenzprofile die Personalentwicklung unterstützen können, präsentieren Anna Gaigl und Nicole Spiekermann beim Deutschen Kitaleitungskongress in Augsburg am Mittwoch, den 29. Juni 2016, um 15 Uhr.  zur Anmeldung

Neue Kita-Fachtexte

Fünf neue frühpädagogische Aufsätze stehen auf Kita-Fachtexte.de zum kostenlosen Download bereit. Die Texte richten sich an Kita-Fachkräfte in Studium, Aus- und Weiterbildung sowie an Lehrende an Fach- und Hochschulen und Weiterbildnerinnen und Weiterbildner. Die Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin Astrid Drick erklärt in ihrem Fachtext, dass ein Kind, das etwas erzählt, sich nicht nur in zwischenmenschlicher Kommunikation übt. Es legt auch den Grundstein dafür, später einmal Lesen und Schreiben zu lernen, erläutert sie mit Bezug auf die Förderung kindlicher Erzählfähigkeiten in der Kita. Die Diplom-Pädagogin Stella Valentien zeigt in ihrem Text Methoden auf, wie die sozial-emotionale Entwicklung drei- bis sechsjähriger Kinder in der Kita gefördert werden kann. Weitere Themen sind: Pädagogische Relationalität als professioneller Rollenmodus, Fingerspiele und Reime im Zusammenhang mit Lernprozessen bei Kindern sowie Lernen und Bindung im Kindesalter.

Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)
Deutsches Jugendinstitut e. V.
Nockherstr. 2, 81541 München

Redaktion
Dr. Carola Gruber und Annemarie Schuldt
info@weiterbildungsinitiative.de

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