Wie können Fachkräfte im Kita-Alltag Bildungsteilhabe und Partizipation ermöglichen?

23.11.17

Band 12 der Reihe WiFF Wegweiser Weiterbildung erschienen

Die im November 1989 verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention hat erstmals definiert, dass Kinder in allen Lebensbereichen altersgemäß angehört und beteiligt werden müssen. Jedes Kind hat das Recht, vor Gewalt und Diskriminierung geschützt und bestmöglich in seiner Entwicklung gefördert zu werden. Was bedeutet dies für den Alltag in Kindertageseinrichtungen? Welche Kompetenzen benötigen Fachkräfte, um Bildungsprozesse so zu gestalten, dass jedes Kind entsprechend seiner Bedürfnisse teilhaben kann? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Band 12 "Bildungsteilhabe und Partizipation" der Publikationsreihe Wegweiser Weiterbildung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). Herzstück des Wegweisers ist ein Kompetenzprofil, das WiFF gemeinsam mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen erarbeitet hat. Es beschreibt zentrale Handlungsanforderungen an frühpädagogische Fachkräfte bei der Umsetzung von Partizipation und Teilhabe im Kita-Alltag. Die daran anschließenden Kompetenzformulierungen stellen konkrete Lernziele für frühpädagogische Weiterbildungen dar.

"Bildungsteilhabe und Partizipation sind der Kern inklusiver Früher Bildung, denn sie markieren eine Grundhaltung für das Zusammenleben in Kindertageseinrichtungen", sagt WiFF-Leitung Professorin Dr. Anke König. "Das Kompetenzprofil zeigt auf, welches Wissen, welche Fertigkeiten, welche Sozial- und Selbstkompetenz Fachkräfte benötigen, um Partizipation und Teilhabe zu verwirklichen. Damit macht es auch die höchst anspruchsvolle interaktive Arbeit sichtbar, die frühpädagogische Fachkräfte leisten."

Dem Wegweiser liegt das Verständnis zugrunde, dass Kinder ihre Welt selbst gestalten, unabhängig von den Anliegen und Erwartungen der Erwachsenen. In Kindertageseinrichtungen eröffnet die Fachkraft durch aufmerksames Beobachten und Begleiten den Raum für Partizipation, ohne die Situation zu steuern oder zu regulieren. Dabei behält sie sowohl das Verhalten des einzelnen Kindes als auch das der Gruppe im Blick. Sie erkennt Hürden, die eine aktive Teilhabe einschränken, entwickelt ein individuell-adaptives Setting, das alle Kinder einbezieht, und reflektiert ihre eigene Rolle im Betreuungsgeschehen. In diesem Zusammenhang unterstreichen die Autorinnen und Autoren die Bedeutung des freien Spiels, bei dem die Kinder eigenständig handeln und miteinander interagieren.

Deutsches Jugendinstitut/Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (Hrsg.) (2017): Bildungsteilhabe und Partizipation. Grundlagen für die kompetenzorientierte Weiterbildung, Band 12. München

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