Schneller Berufseinstieg, befristete Arbeitsverträge

16.05.14

Kita-Fachkräfte profitieren nur bedingt von guter Arbeitsmarktlage

Die steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen hat vielerorts zu einem erhöhten Bedarf an pädagogischem Personal geführt. Nachwuchskräfte, die vor allem an Fachschulen, seit 2007 auch an Hochschulen ausgebildet werden, finden schnell eine Stelle: 80% sind drei Monate nach dem Abschluss erwerbstätig, nach sechs Monaten sind es 90%. Dies zeigt eine Befragung von Absolventinnen und Absolventen im letzten Ausbildungsjahr und ein Jahr danach durch das Forschungsprojekt "Übergang von fachschul- und hochschulausgebildeten pädagogischen Fachkräften in den Arbeitsmarkt" (ÜFA).

Rund zwei Drittel der befragten Absolventinnen und Absolventen von Fach- und Hochschulen arbeiten nach ihrem Abschluss in Kindertagesstätten. Im letzten Studienjahr hatten dies aber nur 45% der Kindheitspädagoginnen und -pädagogen und im letzten Ausbildungsjahr lediglich 54% der Erzieherinnen und Erzieher vor. 60% arbeiten in Vollzeit, 20% leiten eine Gruppe oder die Einrichtung. Ein Viertel der Erzieherinnen und Erzieher geht in andere Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe, für die die Fachschule neben der Kita ausbildet, z.B. Hilfen zur Erziehung bzw. Heimerziehung, Kinder- und Jugendarbeit sowie Ganztagsschulen.

Kita-Fachkräfte mit Ausbildung und Studium haben unbefristete Jobs
Trotz der guten Arbeitsmarktlage sind in Kindertageseinrichtungen nur 61% der Fachkräfte mit abgeschlossenem Studium der Kindheitspädagogik und nur 38% der Erzieherinnen und Erzieher mit Fachschulausbildung unbefristet angestellt. Unter den Kita-Fachkräften mit Studium und vorangegangener Ausbildung hat hingegen mit 79% die Mehrzahl einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Sie sind zudem häufiger in leitender Position (39%) als  Hochschulabsolventinnen und -absolventen ohne Ausbildung (27%) und ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher ohne Studium (15%).

"Die Professionalisierung der Kindertagesbetreuung wird nur dann gelingen, wenn Kita-Fachkräften langfristig bessere Beschäftigungsbedingungen geboten werden, die sie im Beruf halten", bilanziert Projektsprecherin Prof. Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin von der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf.

Über ÜFA
Das Projekt "Übergang von fachschul- und hochschulausgebildeten pädagogischen Fachkräften in den Arbeitsmarkt" (ÜFA) hat 4.600 Schülerinnenund Schüler an Fachschulen für Sozialpädagogik und Studierende der Kindheitspädagogik im letzten Ausbildungsjahr (Frühjahr 2012) sowie 1.075 davon eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss (Herbst 2013) befragt. Das Projekt befindet sich in der zweiten Förderphase (1. April 2014 bis 31. März 2016) und wird an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, der Universität Koblenz-Landau und der Philipps-Universität Marburg durchgeführt. Weitere Informationen: www.projekt-uebergang.de

Kontakt
Prof. Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin
fuchs-rechlin(at)fliedner-fachhochschule.de
0211/409-3375