Qualität in der frühen Bildung und Erziehung für Kinder unter drei Jahren

03.07.20

OECD Bericht

Welche Erfahrungen Kinder in den ersten Lebensjahren machen, prägt ihre spätere Entwicklung. Zwar ist die gesellschaftliche Anerkennung für die Arbeit des pädagogischen Personals in der Betreuung kleiner Kinder in den vergangenen Jahren gestiegen. Dennoch fehlt es teils an Wissen über dieses wichtige Berufsfeld.

In Quality Early Childhood Education and Care for Children Under Age 3: Results from the Starting Strong Survey 2018 hat die OECD deshalb Arbeitsbedingungen, Zufriedenheit und Selbstverständnis von pädagogischem Betreuungspersonal für Kinder unter drei Jahren (U3) untersucht. Die Daten für Deutschland werden im Bericht mit denen von Dänemark, Norwegen und Israel verglichen. Diese vier gehören in der OECD zu den Ländern mit der höchsten Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren.

Zu den wichtigsten Ergebnissen für Deutschland gehören: Die Zahl der Kinder unter drei Jahren in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung hat sich zwischen 2005 und 2017 mehr als verdoppelt. Der Bedarf ist noch höher: Die meisten der befragten Leiterinnen und Leiter von Betreuungseinrichtungen berichten, dass sie Kinder auf Wartelisten setzen müssen. Das gilt besonders in großen Städten und in Gegenden, die Leitungskräfte als problematisch einstufen.  

Betreuungspersonen mit höherem Bildungsstand zeigen im Schnitt eine bessere Interaktion mit U3-Kindern, etwa bei der Förderung ihrer sprachlichen Entwicklung. In Deutschland sind 90 Prozent des Betreuungspersonals (Fachkräfte und Assistenten) speziell für die Arbeit mit Kindern ausgebildet – das ist der höchste Wert unter den untersuchten Ländern. In Betreuungseinrichtungen wie Kitas hat die große Mehrheit des pädagogischen Personals eine postsekundäre oder tertiäre Bildung abgeschlossen, unter den Tagesmüttern und -vätern weit seltener.

Insgesamt ist die Berufszufriedenheit unter den Befragten mit 94 Prozent sehr hoch. Jedoch empfindet nur eine Minderheit ihr Gehalt als ausreichend (30 Prozent) und fühlt sich gesellschaftlich anerkannt (37 Prozent).

Mehr als zwei Drittel klagen über eine zu hohe Arbeitsbelastung, weil Kolleginnen oder Kollegen abwesend sind. Unter den Leitungskräften erklären knapp zwei Drittel, ihre Arbeit leide unter dem Personalmangel.

Eine starke Beziehung zu den Eltern ist in den ersten Lebensjahren sehr wichtig. Eine Mehrheit der Befragten berichtet, dass Eltern der von ihnen betreuten Kinder regelmäßig über deren Entwicklung, Wohlbefinden und Lernfortschritte informiert werden. Seltener berichten sie, dass Eltern darüber hinaus angeregt werden, bestimmte Lernaktivitäten mit den Kindern zu Hause durchzuführen.

Die Zusammenarbeit mit Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zu verbessern, ist für viele ein Anliegen. Das zeigen auch die Antworten auf die Frage, wo Weiterbildungsbedarf bestehe. Jede bzw. jeder zweite sieht Weiterbildungsbedarf in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten. Ähnlich häufig sehen die Befragten Weiterbildungsbedarf bei den Themen kindliche Entwicklung, Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen und Monitoring bzw. Dokumentation von Entwicklung, Wohlbefinden und Lernfortschritten.

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