Kita-Fachkräfte investieren privat in Weiterbildung

07.02.19

39% der Kita-Leitungen und 37% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine berufsbezogene Weiterbildung besuchen, übernehmen dafür selbst Kosten oder investieren ihre Freizeit – teilweise sogar beides. Dies zeigen Ergebnisse einer Fachkräftebefragung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). Dabei übernahmen 34% der befragten Leitungen und 32% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise oder vollständig Gebühren, die für die Teilnahme, Anfahrt oder Übernachtungen anfielen. 13% der Leitungen und 14% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden für den Besuch der Veranstaltung nicht oder nur teilweise freigestellt. Trotzdem ist die Bereitschaft, an berufsbezogener Weiterbildung teilzunehmen, bei frühpädagogischen Fachkräften überdurchschnittlich hoch. 86% der Leitungen und 85% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten zum Zeitpunkt der Befragung in den letzten zwölf Monaten an einer berufsbezogenen Weiterbildung teilgenommen. Für die übrigen stellten insbesondere die Kosten ein Hemmnis dar: 22% der Leitungen und 40% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an keiner Weiterbildung teilgenommen hatten, konnten oder wollten die Kosten für die Veranstaltung nicht übernehmen.

Betreuung der Kinder hat Vorrang
Fast alle befragten Kita-Fachkräfte (Leitungen: 97%; päd. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 93%) hatten sich in den letzten zwölf Monaten auch informell für ihre Arbeit weitergebildet. Am häufigsten durch die Lektüre etwa von Fachbüchern oder Fachzeitschriften, gefolgt von der gezielten Recherche im Internet oder in Büchereien. Auch wenn in fast jeder Einrichtung Fachbücher, Fachzeitschriften und Computer mit Internetzugang zur Verfügung stehen, fehlt den Fachkräften oft die Zeit, die vorhandenen Medien während ihrer Arbeitszeit intensiv zu nutzen. 55% der Leitungen und 61% der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter widmen sich informellen Lernaktivitäten tendenziell außerhalb ihrer Arbeitszeit.

"Die Ergebnisse zeigen, dass angesichts der angespannten Personalsituation das Tagesgeschehen in den Kitas Vorrang hat vor der fachlichen Weiterentwicklung des Personals", sagt WiFF-Referentin Veronika Gruber, die die Befragung durchführte. "Die Fachkräfte kompensieren dies mit persönlichem Engagement. Dieser Einsatz ist besonders hervorzuheben, da er kaum berufliche Vorteile oder ein höheres Gehalt mit sich bringt."

Ein Grund dafür liegt in den Abschlüssen der besuchten Veranstaltungen: Rund 70% der Befragten erhielten für ihre zuletzt besuchte Weiterbildung nur eine Teilnahmebestätigung. Diese ist für ein berufliches Weiterkommen wenig geeignet.

An der Befragung haben sich 2016 bundesweit 857 Leitungen und 728 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt. Sie ist Teil einer umfangreichen modular aufgebauten Studie, deren Ergebnisse kürzlich als WiFF-Studie Band 30 "Die Bedeutung von Weiterbildung für das Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen" von Dr. Christina Buschle und Veronika Gruber veröffentlicht wurden.

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