Pressemeldung der WiFF

Bildungsarbeit der Kitas muss honoriert werden

16.04.15

Professorin Dr. Anke König, Projektleitung der WiFF am Deutschen Jugendinstitut, kommentiert Gehaltsverhandlungen in den Sozial- und Erziehungsberufen

Professorin Dr. Anke König, Leitung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF), erklärt zum Tarifstreit der Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen und zur Position von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Erzieherinnen und Erzieher wie Grundschullehrkräfte zu entlohnen:

"Das Feld der Kindertageseinrichtungen befindet sich derzeit in einem enormen Transformationsprozess: Noch nie haben so viele Kinder eine Kita besucht, noch nie haben Eltern so einstimmig auf diese Institution vertraut und noch nie war man der Idee ‚Bildung von Anfang an‘ so nahe wie heute. Diesen Wandel müssen auch die pädagogischen Fachkräfte spüren, und zwar nicht nur durch hohe Anforderungen und Erwartungen an ihre Arbeit, sondern auch durch entsprechende Ressourcen und Wertschätzung.

Die Position von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, den Lohn von Erzieherinnen und Erziehern auf das Gehaltsniveau von Grundschullehrkräften anzuheben, birgt enorme Chancen für das Berufsfeld. Damit würden einerseits die Leistungen der Fachkräfte finanziell honoriert. Vielmehr noch stellt sie den Beruf neben die traditionellen Bildungsberufe und ordnet ihn damit fachlich eindeutig zu. Dass in Kindertageseinrichtungen Bildungsarbeit geleistet wird und werden muss, ist insbesondere in Deutschland von großer Bedeutung, wo Bildungschancen immer noch stark vom Elternhaus abhängig sind und damit in hohem Maße soziale Ungleichheit reproduziert wird. Dem entgegenzuwirken, darum wird in Deutschland seit Jahren gerungen. 1990 wurde mit dem Achten Buch Sozialgesetzbuch Bildung in Kitas gesetzlich verankert. Die Rechtsansprüche auf einen Kindergarten- bzw. Krippenplatz verfolgen ebenfalls die Idee, dass die möglichst frühe Förderung in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen zu mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder führt. Die konsequente Weiterführung ist es, Kitas als Basis des Bildungssystems zu etablieren und damit die Anschlussfähigkeit an das Schulsystem zu sichern. Die tarifliche Einordnung von Kita-Fachkräften in das Bildungssystem wäre ein richtiger Schritt in diese Richtung."

Im Interview mit dem Deutschlandfunk forderte Manuela Schwesig eine Anhebung des Lohns von Erzieherinnen und Ezieherin auf das Gehaltsniveau von Grundschullehrkräften.

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