Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung konnte viele Fachkräfte zurückgewinnen

12.01.15



Die Autorengruppe "Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014" kommt zu dem Schluss, dass das Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen qualifizierte Wiedereinsteiger aus anderen Beschäftigungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe oder aus der Familienphase zurückgewinnen konnte. Zwei Entwicklungen sprechen dafür: Zum einen erfolgte das Wachstum des Personals auf rund 522.500 pädagogisch Tätige und Leitende in Kindertageseinrichtungen im Jahr 2014 nicht zu Lasten des Qualifikationsniveaus: 88% haben eine einschlägige Ausbildung an Hoch-, Fach- oder Berufsfachschule abgeschlossen und 4% werden derzeit ausgebildet. Zum anderen sind 41% aller Beschäftigten über 45 Jahre alt. Welcher Anteil der zusätzlichen Fachkräfte vorher in anderen Berufsfeldern arbeitete, aus der Ausbildung kommt oder arbeitslos war und wie sich dies auf die "Stille Reserve" auswirkt, untersuchte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI). 

Anzahl der Wiedereinsteiger wächst
Im Jahr 2006 nahmen dem IAB-Bericht nach rund 35.000 zusätzliche Fachkräfte eine Tätigkeit in der Kindertagesbetreuung auf, die direkt vor Stellenantritt nicht in diesem Bereich tätig waren. Im Jahr 2013 waren es bereits etwa 76.000 Personen. Darunter sei mit 35% im Jahr 2006 und 40% im Jahr 2013 die Gruppe der Fachkräfte am größten, die aus einem anderen Tätigkeitsfeld in ihren erlernten Beruf zurückkehrte. Auch der Anteil der Absolventinnen und Absolventen unter den Neuzugängen sei gestiegen: Im Jahr 2006 waren es 19%, im Jahr 2013 24%. Die übrigen Fachkräfte seien zuvor arbeitslos gewesen oder gehörten der sogenannten "Stillen Reserve" an, d.h. sie waren mindestens zwei Jahre vor der neuen Beschäftigung nicht sozialversicherungspflichtig erwerbstätig und nicht arbeitslos gemeldet.

Fachkräftereserve schrumpft
Die Arbeitsmarktforscher haben weiterhin untersucht, wie viele Fachkräfte 2013 im Vergleich zu 2006 als Reserve für die Kindertagesbetreuung zur Verfügung standen. Von 2006 bis 2013 sei die Fachkräftereserve um rund 39.000 Personen auf 75.000 gesunken. Als Fachkräftereserve werden Personen bezeichnet, die bereits in der Kinderbetreuung tätig waren, deren Beschäftigung in dem Bereich aber schon mehr als zwei Jahre zurückliegt und die zum Stichtag nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Da es auch Personen gebe, die endgültig nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten wollen oder können, sei die Fachkräftereserve als nahezu ausgeschöpft zu bezeichnen, so die Autoren.

IAB-Kurzbericht (PDF)
IAB-Forschungsbericht (PDF)
Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014