Ziele
Qualitätsfragen in der Fort- und Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte stehen auf der Agenda fachlicher und fachpolitischer Diskurse. Kritisiert werden mangelnde Transparenz, qualitative Beliebigkeit und ein unübersichtlicher Anbietermarkt. Obwohl qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungsanbieter und -veranstaltungen regional existieren, sind sie bislang nicht flächendeckend verbreitet. Auch wurde dieses Themenfeld bisher in der Forschung vernachlässigt, es fehlen quantitative und qualitative Analysen, die Grundlagendaten vermitteln. Für EntscheiderInnen wie auch NutzerInnen ist eine fachlich fundierte Einschätzung der Qualität der Angebote schwierig.
Um diese Situation zu verbessern, ermittelt die WiFF Grundlagendaten und intensiviert trägerübergreifende Qualitätsdiskurse. Ziele sind, mehr Transparenz auf dem Fort- und Weiterbildungsmarkt herzustellen, einen Qualitätsmaßstab für die Gestaltung berufsbegleitender Fort- und Weiterbildung sowie ein Kompetenzprofil für WeiterbildnerInnen zu erarbeiten.
Vorgehen
Die Qualität der Fort- und Weiterbildung umfasst verschiedene Dimensionen und wird in der WiFF deshalb aus drei unterschiedlichen Perspektiven erörtert: durch Recherche, empirische Erhebungen und die Unterstützung innovativer Projekte:
Befragung unterschiedlicher Akteure
In Zusammenarbeit mit dem Aufgabenfeld „Empirische Erhebungen“ werden noch zu erforschende Fragestellungen diagnostiziert und bearbeitet, beispielsweise zur beruflichen Situation der Weiterbildungsanbieter bzw. WeiterbildungsreferentInnen und zu Rahmenbedingungen für die Teilnehmenden von Fort- und Weiterbildungen. Die aus Recherche wie auch Forschung gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse fließen in die Arbeit der wissenschaftlichen Referentinnen und in die Arbeit mit Expertinnen und Experten.
Recherchen über ausgewählte Themen
Der aktuelle Stand der fachwissenschaftlichen Diskussion wird derzeit in einem Dossier aufbereitet. In diesem werden die zentralen Fragestellungen innerhalb der Qualitätsdiskussion der Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte aufgezeigt, sowie die Rahmenbedingungen, z.B. die rechtlichen Voraussetzungen dargestellt. Darüber hinaus gehen die Projektmitarbeiterinnen den Fragen nach, wie intendierte Effekte berufsbegleitender Fort- und Weiterbildung gemessen werden können. Bislang sind Studien hierzu -v.a. in der Frühpädagogik- eher marginal zu finden. In den letzten Jahren gab es allerdings einige Veröffentlichungen zum Thema Qualität der Weiterbildung, welche das Thema der Evaluation von Wirkungen implizit behandeln. Im Aufgabenfeld werden die unterschiedlichen Konzepte bzw. Ansätze, als auch die Möglichkeiten und Grenzen recherchiert, analysiert und in einer Handreichung für Weiterbildungsträger wie auch WeiterbildnerInnen aufbereitet.
Zukünftige Recherchen werden sich auf die Einschätzung geeigneter Weiterbildungsformate richten sowie auf die Frage, wie ein Theorie-Praxistransfer bestmöglich gelingen kann. Seit Ende 2010 ist die Expertise zu Qualitätsentwicklungskonzepten in der Weiterbildung Frühpädagogischer Fachkräfte von Aiga von Hippel und Rita Grimm veröffentlicht. Weitere Expertisen zu zentralen Fragestellungen sind in Planung.
Erarbeitung von Qualitätsstandards in einer ExpertInnengruppe
Auf Initiative der Arbeitsstelle Elementare Bildung und Profession der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gründete sich im September 2005 eine bundesweite Arbeitsgruppe zu Fragen der Koordination, Qualitätssicherung und Akkreditierung von Fort- und Weiterbildungen für Erzieherinnen. Die gemeinsame ExpertInnengruppe setzt sich zusammen aus WissenschaftlerInnen, Weiterbildenden, Träger- und Berufsgruppenvertreterinnen und -vertretern. Mit dem Start der WiFF Anfang 2009 kam es aufgrund gemeinsamer Anliegen zu der Kooperation zwischen der Werkstatt Weiterbildung und der Weiterbildungsinitiative. Ergebnis der kooperativen Zusammenarbeit wird ein Grundlagenpapier mit übergreifenden Qualitätsempfehlungen berufsbegleitender Weiterbildung sein. Damit wird ein fachlicher Maßstab entwickelt, der AnbieterInnen, Teilnehmenden und politisch Verantwortlichen mehr Orientierung bei der Konzeption, Auswahl und Bewertung berufsbegleitender Weiterbildung ermöglicht.
Die Beteiligten tagten erstmalig am 04./05.12.2009 in Berlin. Bei diesem Treffen wurden die Eckpunkte für das Memorandum definiert. Die heterogene Zusammensetzung der Gruppe ermöglicht es das gemeinsame Anliegen aus vielen Perspektiven in den Blick zu nehmen und zu bewerten. Anfang Juli 2010 wurden die ersten Ergebnisse in einem "Hearing" einem ausgewählten Teilnehmerkreis vorgestellt und gemeinsam diskutiert. In drei weiteren Arbeitstreffen wurde das Memorandum bis Anfang 2011 fertiggestellt. Am 25.Mai 2011 wird es in Berlin erstmalig vor- und zur Diskussion gestellt. Aus den Qualitätsempfehlungen soll in einem nächsten Schritt ein Zertifizierungshandbuch für Weiterbildungsanbieter entstehen. Weitere Kooperationen mit unterschiedlichen Projekten sind angedacht. An allen Prozessen sind ausgewiesene Expertinnen und Experten beteiligt, die verschiedenste Aspekte erörtern, weitere Schritte definieren und mitgestalten.
Erprobung eines Evaluationskonzeptes
Für die Weiterbildungsmaßnahme „Fachkraft für Frühpädagogik U3“ des AWO Bundesverband e.V. hat WiFF ein Evaluationskonzept erarbeitet, das bereits umgesetzt wird. Diese Weiterbildungsmaßnahme findet statt im Rahmen des ESF-geförderten Projekts „Kompetenzzentrum für Kinderförderung“ im Zeitraum November 2009 bis Juli 2012. Ziel der Evaluation ist es, den Zuwachs an Wissen und Fertigkeiten der TeilnehmerInnen durch diese Weiterbildung zu ermitteln. Dazu wurden spezifische Fragen in Anlehnung an den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) entwickelt. Die Ergebnisse der Auswertung lassen Rückschlüsse auf die Qualität dieser Weiterbildungsmaßnahme zu. Zur Optimierung künftiger Weiterbildungsreihen können dadurch Handlungsempfehlungen generiert werden.
Erarbeitung eines Kompetenzprofils von WeiterbildnernInnen
Zukünftig will die WiFF den Fokus auf die pädagogischen DozentInnen, die als Schlüsselpersonen im Weiterbildungsprozess sind, noch verstärken. Es wird u.a. untersucht, welche Kompetenzen und Qualifikationen die Voraussetzung für eine hochwertige Lehre in der Erwachsenenbildung darstellen. Ziel ist die Erarbeitung eines Kompetenzprofils für WeiterbildnerInnen in einer dafür einberufenen Expertengruppe.
Durchführung von Fachveranstaltungen
Eine bundesweite Fachtagung zum Thema „Von Beliebigkeit zu Verbindlichkeit. Qualität in der Fort- und Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte“ findet statt am 25. Mai 2011 in Berlin.
Ansprechpartnerinnen
Kooperationsprojekt mit dem AWO Bundesverband, Recherche, vor allem zum Thema Evaluation von Fort- und Weiterbildung:
Anita Meyer
Tel.: 089/62306-362
Kompetenzprofil WeiterbildnerIn (im Aufbau)
Anna Lentner
Tel.: 089/62306-355
Kooperationsprojekt mit der Werkstatt Weiterbildung, Recherche, Fachtagung:
Nicole Spiekermann
z. Zt. in Elternzeit