
Prof. Dr. Rahel Dreyer lehrt im Studiengang "Bildung und Erziehung im Kindesalter" (B.A.) an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Sie forscht u.a. über die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland und Frankreich und arbeitet in einem europäischen Kooperationsprojekt des IUFM Lyon zur Forschung und Weiterbildung von Erziehungs-, Bildungs- und Lernprozessen im Bereich der frühen Kindheit mit.
Wie sind frühpädagogische Fachkräfte in Frankreich ausgebildet?
In Frankreich gibt es verschiedene Ausbildungsgänge für den Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Entsprechend der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Einrichtungen und der traditionellen Unterscheidung zwischen den Bereichen "Bildung" und "Betreuung/ Pflege" existieren auch unterschiedliche Ausbildungs- und Berufsprofile.
So arbeiten in den écoles maternelles, die dem Bildungsbereich angehören und dem öffentlichen Schulsystem zugeordnet sind, Fachkräfte mit einer Lehramtsausbildung für den Vorschul- und Grundschulbereich (professeurs des écoles), die von pädagogischen Hilfskräften (agents territoriaux spécialisés de l’école maternelle – ATSEM) unterstützt werden.
Das verantwortliche Personal im Betreuungsbereich (puéricultrices) wie auch die Hilfskräfte (auxiliaires de puéricultrices) haben hingegen eine überwiegend paramedizinische Ausbildung. Ihre Tätigkeitsfelder liegen in Kinderkrippen (crèches collectives), Elterninitiativgruppen (crèches parentales), in Säuglings- und Entbindungsstationen oder z.B. als KoordinatorIn im Bereich der Familientagespflege (crèches familiales). Daneben arbeiten jedoch auch pädagogisch (éducatrices de jeunes enfants) und heilpädagogisch (éducatrices spécialisées) qualifizierte Fachkräfte in Kinderkrippen und in sämtlichen anderen heilpädagogischen Arbeitsfeldern.
Ausbildung und Arbeitsfelder im tabellarischen Überblick
Welche pädagogische Orientierung liegt der Betreuung der unter 3-Jährigen in Frankreich zugrunde?
Oberste Priorität in der Betreuung und Erziehung der unter 3-Jährigen haben die Gesundheit, Sicherheit, das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kinder sowie die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie. Das heißt, die erzieherische Dimension ist weniger stark ausgeprägt und weniger formalisiert, wie dies z.B. in der école maternelle der Fall ist.
Dafür wird der soziale und familiale Kontext der Kinder stärker berücksichtigt. Insbesondere die Multi-Betreuungseinrichtungen (établissement multi-accueil) ermöglichen durch die flexiblen Betreuungsmöglichkeiten eine bessere Anpassung an die Arbeitszeiten der Eltern und individuellen Rhythmen der Kinder – zwei Faktoren, die auch von der OECD (2004) als Qualitätsmerkmale hervorgehoben wurden.
Außerdem muss jede Einrichtung seit dem 1. August 2000 eine Einrichtungskonzeption vorlegen, was wiederum zur Steigerung der Qualität der pädagogischen Arbeit beiträgt. Darin soll auch der Platz der Familien und ihre Partizipation in der Einrichtung definiert werden. Durch Austauschmöglichkeiten zwischen den Eltern untereinander und auch zwischen den Eltern und dem pädagogischen Personal soll unter anderem die soziale Kohäsion gefördert werden, worin besonders die sozialpädagogische Orientierung dieser Einrichtungen deutlich wird. Da sie jedoch nicht zum Bildungssystem gehören, gibt es noch immer Widerstände, ihre erzieherische Funktion hervorzuheben.
Welche pädagogische Orientierung liegt der vorschulischen Erziehung und Bildung der 3- bis 6-Jährigen in Frankreich zugrunde?
Umgekehrt ist die Entwicklung im Bildungsbereich. Das neue Programm für die école maternelle, das sich an die 3- bis 6-Jährigen richtet und eine sehr schulpädagogische Orientierung hat, hebt die Erziehungs- und Bildungsfunktion stark hervor. Im Gegensatz zum Betreuungssektor tauchen hier Begriffe wie das Wohlbefinden der Kinder kaum auf. Vielmehr geht es darum, die Kinder auf die Grundschule vorzubereiten und ihre Schulfähigkeit sicherzustellen.
Im Programm für die école maternelle werden sechs Aktivitätsbereiche unterschieden, die zur allgemeinen Entwicklung des Kindes und zu seiner Vorbereitung auf die école élémentaire beitragen sollen: 1. sich die Sprache aneignen, 2. die Schrift entdecken, 3. Schüler werden, 4. mit seinem Körper handeln und sich ausdrücken, 5. die Welt entdecken und 6. etwas wahrnehmen, fühlen, sich vorstellen und kreieren. Außerdem werden Ziele festgelegt, die in den drei Jahren zu erreichen sind und Fähigkeiten definiert, die am Ende der école maternelle erworben sein sollen.
Die drei offiziellen Ziele der école maternelle sind "scolariser", "socialiser" und "faire apprendre et exercer". Neben der behutsamen, aber systematischen Vorbereitung auf die Schule geht es also auch um die Sozialisierung des Kindes. D.h. das Kind soll in die Gruppe integriert und die Beziehungen der Kinder untereinander unterstützt werden, um schließlich das dritte Ziel „Arbeiten und Üben“ zu fördern. Darin wird auch die Bedeutung des Lernens deutlich. So soll Lernen durch Übungen sichtbar gemacht werden, denn Lernen muss nach dem Bildungsverständnis der französischen Lehrpersonen klare und sichtbare Ergebnisse erzeugen, verbunden mit einer schulischen Form des Lernens.
Im Vordergrund der école maternelle steht also eindeutig der erzieherische Auftrag (Sozialisation, Erziehung und Bildung), den sie vor allen anderen Funktionen sozialer Art (Betreuung und Versorgung) wahrzunehmen hat.

Julia Gottuck ist Mitarbeiterin des Deutsch-Französischen Jugendwerks im Bereich Pädagogik des Referats für "Interkulturelle Aus- und Fortbildung". Sie organisiert den Austausch von jungen Fachkräften in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland und Frankreich.
Welche Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich gibt es im frühkindlichen Bereich hinsichtlich der Bildung, Betreuung und Erziehung?
Im Gegensatz zu Deutschland gehört in Frankreich der Bereich Bildung, Betreuung und Erziehung der Drei- bis Sechsjährigen zum Schulsystem. Das heißt, die école maternelle, den der größte Teil der Kinder in Frankreich besucht, ist schon Teil des staatlichen Schulsystems. Es ist eine Art Vorschule vor der école primaire, die dann mit sechs Jahren besucht wird. In diesem Sinne ist die école maternelle eine Vorbereitung auf die Schule.
Der Kindergarten in Deutschland bereitet natürlich auch auf die Schule vor, gehört aber nicht zum Schulsystem und hängt in vielen Bundesländern auch nicht von den für Schule zuständigen Ministerien ab. Auch durch die Tatsache, dass Frankreich zentralistisch und Deutschland föderalistisch organisiert ist, ergeben sich Unterschiede. Die Richtlinien für die école maternelle gelten auf nationaler Ebene in ganz Frankreich. Die Vielfalt an Einrichtungen in Deutschland ist dagegen viel größer, einerseits bedingt durch das föderalistische System, aber auch, weil einzelne Träger sich in ihrem Profil unterscheiden können.
In Frankreich gibt es Programme und festgelegte Lernziele für die verschiedenen Schuljahre der école maternelle, die für das ganze Land gelten. Hierzulande gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Bildungsprogramme für Kindergärten und Kindertagesstätten. Diese Bildungsprogramme gibt es hier erst seit einigen Jahren, man kann also sagen, dass es sich in Deutschland um eine relativ neue Entwicklung handelt. In Frankreich hingegen gibt es diese Programme schon viel länger, da die frühkindliche Erziehung fester Bestandteil des Schulwesens ist.
Strukturiertes und kognitives Lernen hat in Frankreich einen größeren Stellenwert als in deutschen Kindergärten, auch das ist darauf zurückzuführen, dass es sich bereits um eine schulische Bildung handelt. In der Frage, die man sich aktuell in Deutschland stellt, "Wie kann im Kindergarten mehr Bildung stattfinden?", wird der Blick oft nach Frankreich gerichtet, als Beispiel für ein Land, wo die "vorschulische Bildung" – wie wir Deutsche sagen würden – schon länger etabliert ist und eben viel strukturierter verläuft.
Deshalb wird in Deutschland wohl als Beginn des "Ernst des Lebens" bezeichnet, wenn Kinder mit sechs Jahren in die Schule kommen. In Frankreich gibt es solch einen Bruch in der Bildungsbiographie in dieser Form nicht, da die Kinder viel früher auf das Schulsystem vorbereitet werden. Ein ganz interessantes Beispiel ist eines der Lernziele im Programm für die école maternelle: Als Ziel wird hier bezeichnet "devenir élève" – "Schüler zu werden". Daran wird der Unterschied zwischen den beiden Ländern recht deutlich. Der Bildungsauftrag der école maternelle, dieser Schule der Drei- bis Sechsjährigen, ist es also, die Kinder darauf vorzubereiten, Schüler des Schulsystems und im Späteren französische Bürger zu werden. In deutschen Kindergärten stehen häufig die Entfaltung der Persönlichkeit und das Miteinander, also eher soziale Lernziele, im Vordergrund. Gerade im Bezug auf eine individuellere Förderung und Betreuung wird in Frankreich mit Interesse auf das deutsche System geschaut.
Hinsichtlich der pädagogischen Herangehensweise wird in unserem Austauschprogramm die französische Erziehung von deutschen Erzieherinnen und Erziehern häufig als streng erlebt und umgekehrt die Erziehung in Deutschland von ihren französischen Kollegen als lasch und undiszipliniert beschrieben. Das ist etwas extrem ausgedrückt, aber bestätigt die unterschiedlichen Herangehensweisen und Bildungsaufträge in beiden Ländern.
Das Deutsch-Französische Jugendwerk organisiert auch einen Grundschullehreraustausch und da kommen diese Unterschiede noch stärker zur Geltung als bei unserem Programm "Bilinguale Erziehung in vorschulischen Einrichtungen".
Warum fördern Sie den vorübergehenden Aufenthalt von frühpädagogischen Fachkräften aus Deutschland in französischen Kinderbetreuungseinrichtungen?
Wir fördern als Deutsch-Französisches Jugendwerk grundsätzlich in beide Richtungen, also sowohl deutsche ErzieherInnen, die für max. ein Jahr nach Frankreich gehen als auch französische ErzieherInnen, die hierher kommen. Unser Auftrag ist es, in beiden Ländern zu agieren, da wir eine deutsch-französische Institution sind. Das DFJW richtet sich mit seinen Programmen an junge Menschen "zwischen drei und dreißig Jahren", die Idee ist also wirklich, mit den Kleinsten anzufangen. Das Ziel ist, die Beziehungen zwischen jungen Menschen in Deutschland und Frankreich zu stärken und zu festigen.
Das DFJW unterstützt eine große Anzahl an Begegnungen, die sich an Kinder, Jugendliche und auch Fachkräfte richten. Die Programme können sehr unterschiedlich gestaltet sein, so gibt es beispielsweise den klassischen Schulaustausch, Begegnungen im außerschulischen Bereich oder auch Fortbildungen für Fachkräfte aus beiden Ländern. Traditionell richteten sich die Programme vor allem an Jugendliche, wie der Name schon sagt, als an die Gruppe der ab Zwölfjährigen. Ab diesem Alter sind Kinder schon etwas mobiler.
Wir tendieren jedoch immer mehr dazu, auch Angebote für jüngere Kinder zu machen, was auch mit der öffentlichen Diskussion über frühbildliche Bildung zu tun hat. Die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen ist natürlich noch zu jung, um an den gewöhnlichen Austauschprogrammen teilzunehmen. Man kann sie nicht so einfach für zwei Wochen in das andere Land schicken. Deshalb entstand die Idee, dass man Fachkräfte in ihre Kindergärten bringt, im Rahmen unseres Programms "Bilinguale Erziehung in vorschulischen Einrichtungen". Dieses Programm gibt es seit 2005. Unser Austauschprogramm hat somit mehrere Zielsetzungen: Kindern eine bilinguale Erziehung und jungen Erziehern berufliche Mobilität zu ermöglichen, die ihnen dann wiederum die Optionen bietet, in dem Land zu bleiben oder zurückzukommen und sich hier in bilingualen Einrichtungen zu bewerben. Sie verschaffen sich durch das Mehr an Erfahrung und aufgrund ihrer beruflichen Mobilität Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein weiteres Ziel ist es, die institutionelle Kooperation zwischen den beiden Ländern zu verstärken.
Wir sind außerdem zur Zeit dabei, Materialien zu entwickeln. Eine "Deutsch- Französische Kinderkiste" mit pädagogischen Materialien, um spielerisch an die andere Sprache heranzuführen. Diese Materialien werden im Januar 2011 veröffentlicht und im Rahmen von Fortbildungen an Fachkräfte verteilt.
Das DFJW hat also verschiedene Projekte, die darauf abzielen, die Zielgruppe "Kinder" zu erreichen und auf der anderen Seite die Zielgruppe "pädagogische Fachkräfte", die mit Kindern arbeiten. Unser Erzieherprogramm ist eines davon. Vor zwei Jahren haben wir ein Kolloquium veranstaltet, zu dem Thema ,"Kindergarten und école maternelle – was können wir voneinander lernen?". Das Ziel war, Fachkräfte aus beiden Ländern zusammenzubringen, um sich gegenseitig zu bereichern und einen Austausch über die beiden Bildungssysteme zu ermöglichen, um sich von dem jeweils anderen System inspirieren zu lassen. Es gehört zum Auftrag des DFJW, sich an den öffentlichen Diskussionen zu beteiligen und einen Beitrag dazu zu leisten. Darüber hinaus bieten wir auch Fortbildungsprogramme für ErzieherInnen an. Es geht immer darum, auf der einen Seite Kinder direkt zu erreichen, auf der anderen Seite aber auch den deutsch- französischen Dialog und die Reflektion über frühkindliche Bildung anzuregen und zu bereichern.
Was berichten die RückkehrerInnen von ihrem Austausch?
Tendenziell sind die Rückmeldungen positiv. Wir führen einmal im Jahr ein Begleitseminar für die TeilnehmerInnen des Programms durch. Ein Vorteil des Programms ist, dass die jungen ErzieherInnen die Sprache des Nachbarlandes lernen. Nicht alle sprechen vor dem Austausch schon Deutsch bzw. Französisch, einige machen vorher einen Intensivsprachkurs, der ebenfalls durch das DFJW gefördert werden kann. Viele berichten, dass es am Anfang für sie eine große Herausforderung war, denn sie sind noch nicht lange im Beruf. Es sind häufig junge Erzieherinnen, die an dem Programm teilnehmen und im Ausland ihre ersten Berufserfahrungen sammeln. Es ist somit eine einschneidende Erfahrung, festzustellen, dass man sich im anderen Land und der anderen Kultur zurechtfindet und dort in seinem Beruf arbeiten kann. Auf diese Weise lernt man das Land auf eine besonders intensive Art und Weise kennen. Die meisten TeilnehmerInnen kommen mit einem größeren Selbstvertrauen zurück sowohl in persönlicher als auch in beruflicher Hinsicht. Auch die Arbeit in einer bilingualen Einrichtung ist für viele neu. Die Unsicherheit, ob die Kinder sie verstehen oder nicht, ist für viele ErzieherInnen am Anfang eine große Herausforderung und mit Unsicherheiten verbunden.
Im Nachhinein bewerten die allermeisten sehr positiv, was sie gelernt haben, z.B. neben dem sprachlichen Aspekt die Erfahrung mit einem anderen Erziehungssystem gemacht zu haben. Damit komme ich wieder zu dem, was ich am Anfang gesagt habe: Die Erziehungssysteme sind relativ unterschiedlich. Auch wenn es sich hier meist um deutsch- französische Einrichtungen handelt, in denen die ErzieherInnen in Deutschland oder Frankreich während des Austauschs arbeiten, so sind diese doch häufig durch das System des Landes geprägt, in dem sie sich befinden. Französische Erzieherinnen, die nach Deutschland kommen, haben häufig den Eindruck, dass das Kind in Deutschland sehr stark im Mittelpunkt steht, was in Frankreich nicht der Fall ist. In Deutschland schreibt man dem Kind nichts vor, sondern nutzt das, was vom Kind kommt. Idealerweise ist das Kind gewissermaßen sein "eigener Bildungscoach". Das ist ein Konzept, was in Frankreich nicht sehr typisch ist. Dort fragt man eher "Was sollte ein Kind in diesem Alter lernen, um für das französische Schulsystem vorbereitet zu sein?". Umgekehrt ist es häufig so, dass deutsche Erzieherinnen sich erst an diese eher direktive Herangehensweise in Frankreich gewöhnen müssen. Das sind Tendenzen, die festgestellt werden und die auch immer wieder bei unserem Grundschullehreraustausch zur Sprache kommen. Auch dort haben die Schulsysteme unterschiedliche Bildungsaufträge.
Unser Austauschprogramm beschränkt sich zur Zeit auf die bilingualen Einrichtungen in Deutschland und Frankreich. Das heißt, es ist momentan eine relativ überschaubare Gruppe von TeilnehmerInnen. Die bilingualen Kindergärten sind eigentlich nicht unsere primäre Zielgruppe, denn diese brauchen das DFJW im Prinzip nicht: Die Kinder kommen häufig aus bilingualen Familien, deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass die Kinder auch mit der anderen Sprache in Kontakt kommen werden. Unser Ziel ist es deshalb, das Programm auszuweiten, um eben nicht mehr nur mit deutsch- französischen Kindergärten zusammenzuarbeiten, sondern auch in Deutschland einsprachige Kindergärten zu erreichen, die dann eine französische Erzieherin einstellen. In Frankreich soll es das Pendant geben, so dass junge deutsche ErzieherInnen in französischen écoles maternelles eingesetzt werden. Das ist bisher noch nicht der Fall, da im Moment in Frankreich nur deutsch- französische Kindergärten an unserem Programm teilnehmen und Kindergärten sind in Frankreich ja sehr selten. Die meisten Drei- bis Sechsjährigen gehen in die école maternelle. Insofern ist dieser Kreis noch relativ eingeschränkt und soll in Zukunft erweitert werden. Wir sind von einer deutsch- französischen Expertenkommission mit Vertretern aus dem Bereich Bildung in Deutschland und Frankreich beauftragt worden, zu prüfen, ob eine Ausweitung auf einsprachige Kindergärten und die écoles maternelles möglich ist. Dies planen wir für das nächste Jahr, voraussichtlich zum Schuljahresbeginn 2011. So könnten also deutsche Absolventen aus frühpädagogischen Studiengängen für ein Jahr in einer französischen école maternelle arbeiten. In der französischen école maternelle sind die pädagogischen Fachkräfte übrigens genauso ausgebildet wie Grundschullehrer. Sie haben somit eine akademische Ausbildung, in Deutschland ist dies erst seit kurzem so. Deswegen war es bislang schwierig, einen Austausch auf dieser Ebene zu organisieren, weil die Abschlüsse einfach nicht äquivalent waren. Mit den neuen Studiengängen ist diese Hürde genommen. Die Absolventen dieser Studiengänge würden für ein solches Programm in Frage kommen – Interessenten können sich gerne mit mir in Verbindung setzen!
Julia Gottuck
Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW)
Referat Interkulturelle Ausbildung
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