Frühpädagogik studieren - Was kommt dann?

Wer könnte einen realistischeren Einblick in die frühpädagogische Studien- und Berufswelt geben als die Absolventinnen und Absolventen dieser Studiengänge? Wir haben Personen mit und ohne vorherige Berufsausbildung zur Erzieherin, mit Bachelor- oder zusätzlichem Masterabschluss befragt.

Nicole Würth

Was für eine Ausbildung im pädagogischen Bereich haben Sie absolviert?
Erzieherin

Welche Vorstellungen hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums bezüglich Ihrer beruflichen Weiterentwicklung?
Fachlichen Input – Runter von den kleinen Stühlen, kompetente Weiterentwicklung der Kitas

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Sommersemester 2009

Hat sich in Ihrem Berufsleben nach dem Studium etwas geändert?
Ja, von der Erzieherin (Gruppenleiterin) zur Gesamtleiterin für 9 Kitas

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Gesamtleiterin für 9 Kitas, 23 Gruppen

Hat das Studium dazu beigetragen, dass Sie nun in anderen Tätigkeitsfeldern arbeiten oder neue Verantwortlichkeitsbereiche haben?
Ja, ohne das Studium hätte ich mir diese Aufgabe nicht zugetraut. Nun stehe ich vor ehemaligen Kolleginnen und Leiterinnen und bilde diese fort, berate sie in pädagogischen Fragen und positioniere gemeinsam mit ihnen die Einrichtungen im Markt.

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Erst einmal das 1. Und 2. Semester abwarten, danach spielt sich das Zeitmanagement ein und die Freude am Wissenserwerb rückt in den Vordergrund.
Das Studium hat mein Leben verändert, nicht nur beruflich, auch privat habe ich sehr gute Freunde gewonnen, die ich nicht mehr missen möchte. Am Besten ist aber das kollegiale Coaching, quer durch viele Bundesländer und unterschiedliche Träger.

Anne Kirchhoff

Hatten Sie vor Ihrem Studium praktische Erfahrungen im pädagogischen Bereich gesammelt?
Hauptsächlich im familiären Bereich und zahlreichen Ferienreisen als Betreuerin. Zudem habe ich häufig meine Sommerferien in der Kindertagesstätte verbracht, in der meine Mama gearbeitet hat. Naja, schließlich habe ich Sozialarbeit studiert und im ASPD des Jugendamtes und einer Tagesgruppe (Hilfen zur Erziehung nach dem SGB VIII) ein Praktikum gemacht.

Welche Berufsvorstellungen/-wünsche hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums?
Ich wollte nach meinem Sozialarbeitsstudium ursprünglich als Familienhilfe arbeiten, dann erfuhr ich von dem Studiengang und mir war sofort klar, dass ich mich lieber nochmal auf Kleinkinder konzentrieren und dann auch mit diesen arbeiten möchte. Als ich klein war, sagte ich auf die Frage, was ich werden wolle immer: Erzieherin. Meine Mutter wollte immer gerne, dass ich studiere und ich wollte das auch, deshalb hab ich Sozialpädagogik gewählt. Der Studiengang (EBK) war dann für mich perfekt. Ich schloss "Soziale Arbeit" ab und begann direkt im Anschluss das "neue" Studium. Im Grunde war ich da, wo ich schon als Kind hin wollte.

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Im Sommersemester 2008 habe ich das Studium erfolgreich beendet.

Wie ist Ihnen der Start in das Berufsleben gelungen?
Besser als ich dachte. Von meinem ersten Praktikum in einem Berliner Kindergarten kannte ich eine Frau, die später einen neuen Kindergarten leitete. Bei ihr machte ich dann mein zweites Praktikum. Ich bekundete mein Interesse, nach der Beendigung meines Studiums dort arbeiten zu wollen. Sie konnte mir keine Zusage geben. Irgendwann rief sie mich an, dass ich ab August 2008 sofort einsteigen kann. Bis dato hatte ich mich nicht einmal irgendwo beworben. Es lief wie geschmiert.

Arbeiten Sie nun in dem Bereich, den Sie vor Ihrem Studium angestrebt hatten?
Ja, definitiv. Ich arbeite mit 6-24 Monate alten Kindern, was mir sehr viel Spaß macht!

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Einige Monate nach Arbeitsbeginn in dem Kindergarten wurde die Stelle der stellvertretenden Leitung frei. Ich bewarb mich und arbeite seit Beginn des Jahres als Stellvertretung.

Inwiefern hat das Studium Sie auf diese Tätigkeit vorbereitet?
Das Studium hat viele interessante Inhalte bereit gehalten. Ich habe sehr viel mitgenommen. Einige Dinge kannte ich bereits und das kam mir sehr zu Gute, denke ich. Nach wie vor denke ich jedoch auch, dass ein Studienabschluss nicht automatisch einen guten Pädagogen ausmacht.

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Ich würde so viel wie möglich ausprobieren, viel lesen und viel mit den Kommilitonen machen, denn das war für mich immer sehr produktiv. Die vielen unterschiedlichen Meinungen und Ansichten bereiten einen wunderbar auf die Individualität vor, auf die man dann im Kindergartenteam treffen kann/wird. Ich denke, man muss auch viel über seinen eigenen Schatten springen und immer wieder reflektieren, warum man Dinge macht und ob dies wirklich sinnvoll ist. Einer meiner Professoren pflegte zu sagen: "Reflection in action."
Ansonsten ist es einfach wichtig, den Kindern mit dem gleichen Respekt gegenüber zu treten, den man selber erfahren möchte.

Christine Heimbach

Hatten Sie vor Ihrem Studium praktische Erfahrungen im pädagogischen Bereich gesammelt?
Wenig, Babysitten, Leitung einer Kindertanzgruppe, 6-monatiges Vorpraktikum.

Welche Berufsvorstellungen/-wünsche hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums?
Arbeiten mit Kindern im Alter von 0-10 Jahren,  später dann eine Leitung einer Kindertageseinrichtung. Oder Arbeiten beim Jugendamt

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Sommersemester 2009

Wie ist Ihnen der Start in das Berufsleben gelungen?
Anfangs schwierig, da der Studiengang noch nicht weit verbreitet ist und wir als Konkurrenz angesehen werden, nach persönlicher Vorstellung jedoch mit anderen Augen gesehen, überzeugt und eingestellt worden.

Arbeiten Sie nun in dem Bereich, den Sie vor Ihrem Studium angestrebt hatten?
Ja

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
In einer städtischen Kindertageseinrichtung, 90% in der Gruppe der 1- bis 3-Jährigen.

Inwiefern hat das Studium Sie auf diese Tätigkeit vorbereitet?
Der Bereich Unter 3 kam leider etwas zu kurz, nach meinem Wissen ist dies mittlerweile verbessert worden, trotz allem hat mich das Studium gut für die Arbeit in der Frühpädagogik vorbereitet. Ich bin sicher in meiner Arbeit und im Umgang mit den pädagogischen Grundlagen, die uns vermittelt wurden.

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Sie sollen sich bewusst sein, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis unser Abschluss von der Gesellschaft anerkannt wird und wir oftmals „nur“ als Erzieherin eingestellt werden, was nicht abwertend sein soll, und dass die Bezahlung nicht sonderlich besser ist, da wir immer noch zum sozialen Bereich gehören.
Aber dass wir mit unserem Abschluss vielleicht endlich erreichen können, dass unsere Arbeit mehr Anerkennung bekommt und vor allem die Kinder bestmöglichst gefördert und begleitet werden.

Anke Koallick

Was für eine Ausbildung im pädagogischen Bereich haben Sie absolviert?
Staatlich Anerkannte Erzieherin, Diplom Vorschulerzieherin für Körperbehinderte

Welche Vorstellungen hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums bezüglich Ihrer beruflichen Weiterentwicklung?

  • den künftigen Anforderungen als Leiterin mehrerer Kindertagesstätten gewachsen zu sein
  • eventuell den Arbeitsbereich zu wechseln, nicht „gefangen“ zu sein in der Institution Kita

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Sommersemester 2009

Hat sich in Ihrem Berufsleben nach dem Studium etwas geändert?

  • bin jetzt Leiterin von 3 Kindertagesstätten und einem offenen Kinder-und Jugendhilfeprojekt (vor dem Studium Verantwortung für 280 Kinder, jetzt 500)
  • kann jetzt viele Anforderungen besser bewältigen (Personalführung, Qualitätsentwicklung, interne Evaluation, Projektentwicklung, Organisationsentwicklung)

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Leiterin

Hat das Studium dazu beigetragen, dass Sie nun in anderen Tätigkeitsfeldern arbeiten oder neue Verantwortlichkeitsbereiche haben?
Hätte sich auch ohne Studium verändert, aber nun habe ich das nötige Handwerkszeug.

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?

  • Wer schon in der Leitung arbeitet und berufsbegleitend studieren will/muss und nach dem Studium im Management arbeiten will, findet an der FH Koblenz genau das, was er/sie braucht. Da lohnt auch ein weiter Weg, weil der Austausch unter den Studierenden mit Berufserfahrung aus dem ganzen Land sehr förderlich ist und sich die Lehrkräfte auf einen hohen Anspruch der Studierenden auf Augenhöhe einlassen
  • Selbstdisziplin ist das A und O, möglichst keine Module bzw. Prüfungsleistungen verschieben, bzw. so schnell wie möglich nachholen, wenn es durch Krankheit, Schwangerschaft o.ä. nicht anders geht

Carmen Huser

Was für eine Ausbildung im pädagogischen Bereich haben Sie absolviert?
Staatlich anerkannte Erzieherin

Welche Vorstellungen hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums bezüglich Ihrer beruflichen Weiterentwicklung?
Es ging mir vor allem darum, mein Fachwissen zu vertiefen und mich weiterzuentwickeln. Natürlich hoffte ich, dass sich neue berufliche Perspektiven im Bereich der frühkindlichen Bildung für mich auftun würden, allerdings hatte ich noch keine klare Vorstellung darüber, in welche Richtung es gehen sollte.

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?

  • Bachelor Studium im Sommersemester 2007
  • Master Studium zum Sommersemesterende 2009

Hat sich in Ihrem Berufsleben nach dem Studium etwas geändert?
Ich sah mit dem Bachelor nicht so viele neue Möglichkeiten und habe danach einen Masterstudiengang absolviert, den ich nun zum Ende des Sommersemesters 2009 abgeschlossen habe. Der "European Masters in Early Childhood Education and Care (EMEC)" war ein spannendes Pilotprojekt, bei dem Studierende aus sechs unterschiedlichen europäischen Ländern gemeinsam studiert haben.

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Ich arbeite in einer Forschungsstelle eines Netzwerkes für frühkindliche Bildung und Entwicklung von Kindern.

Hat das Studium dazu beigetragen, dass Sie nun in anderen Tätigkeitsfeldern arbeiten oder neue Verantwortlichkeitsbereiche haben?
Durch den Studienabschluss (B.A.) haben sich neue Arbeitsfelder für mich aufgetan, aber viele Türen bleiben ohne Master verschlossen. Durch die Akademisierung des Berufes ist es aber möglich, zuerst in die Praxis zu gehen, dann weiter zu studieren und so auch ein großes Feld mit Verknüpfungspunkten zwischen Praxis, Forschung und Lehre aufzubauen. An meiner neuen Arbeitsstelle sitze ich sozusagen an einem Verzahnungspunkt zwischen Theorie und Praxis.

Während des Studiums gab es die Möglichkeit, im Ausland ein Semester lang zu studieren und ein Praktikum zu machen, das hat mich sowohl persönlich als auch in professioneller Hinsicht viel weitergebracht: Ich habe mit einem neuen Blick auf die deutsche Landschaft der frühkindlichen Bildung geschaut, ein Bildungssystem eines anderen Landes kennengelernt und hatte viele Möglichkeiten, mich mit anderen Frühpädagogen aus anderen Ländern und Kulturen über die Bildung von Kindern auszutauschen. Diese internationale Perspektive ist mir wichtig und ich denke, dass es in meinem neuen Berufsumfeld hilfreich und nötig zugleich ist.

Tariflich bin ich nun höher eingestellt.
Die Möglichkeit für eine Promotion besteht…

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Selbstreflexion ist der Grundstein in diesem Beruf, sowie der Aufbau einer professionellen Berufsidentität. Durch das Studium sollte man sich nicht als was „Besseres“ als die ErzieherInnen mit Fachschulausbildung sehen. Andere Länder machten es auch schon vor, wie pädagogische Teams mit unterschiedlichen Ausbildungsgraden oder aus verschiedenen Disziplinen sich gegenseitig bereichern können.
Es ist außerdem wichtig, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu reflektieren, was in anderen Ländern passiert. Es schärft auch den Blick auf das eigene Land.
Sollte es die Möglichkeit für ein Auslandssemster oder Praktikum im Ausland geben, dann sollte man zugreifen. Diese Erfahrung ist sehr bereichernd für die eigene Persönlichkeit. Neben den spannenden Eindrücken eines anderen Bildungssystems erfährt man auch wie es ist, sich in einem Land mit einer anderen Sprache als der Muttersprache zu verständigen und sich in einer fremden Kultur zu orientieren. Dafür sollte man sich aber frühzeitig um ein Stipendium für das Auslandssemester kümmern.
Zum Abschluss: Vielleicht einfach nur offen und neugierig wie ein Kind sein und sich auf das Studium einlassen :o)

Tanja Bescar

Hatten Sie vor Ihrem Studium praktische Erfahrungen im pädagogischen Bereich gesammelt?
Ja. Ein 1-jähriges Vorbereitungspraktikum in einer Kita und 11 Jahre Übungsleiterin im Bereich Kinderturnen (2 x wöchentlich)

Welche Berufsvorstellungen/-wünsche hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums?
Mein Ziel war es, nach dem Studium im Grundschulbereich zu arbeiten.

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Wintersemester 2007

Wie ist Ihnen der Start in das Berufsleben gelungen?
Sehr gut. Ich habe nach Ende des Studiums ein 2-monatiges Praktikum in einer Berliner Grundschule absolviert und danach eine Vollzeitanstellung bei einem privaten Träger bekommen, der als Kooperationspartner mit einer Berliner Grundschule zusammenarbeitet.

Arbeiten Sie nun in dem Bereich, den Sie vor Ihrem Studium angestrebt hatten?
Ja. Ich wollte gerne mit Kindern im Grundschulalter arbeiten und sie im Unterricht als auch bei Freizeitaktivitäten begleiten.

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Ich arbeite als Erzieherin an einer Gemeinschaftsschule in einer JÜL-Klasse (1/2).

Inwiefern hat das Studium Sie auf diese Tätigkeit vorbereitet?
Ich denke, das Studium hat mich durch die abgerundete Auswahl an Modulen sehr gut auf meine Tätigkeit als Erzieherin vorbereitet. Viele Seminarinhalte kann ich täglich anwenden bzw. umsetzen, z. B. in den Bereichen Zusammenarbeit mit Eltern, Konfliktmediation, Gesundheit und Bewegung, Theaterpädagogik, Ethik…
Da unsere Schule gerade im Aufbau ist, hat mir auch das Wissen aus den Bereichen Organisation und Führung, Qualitätsmanagement und Recht schon oftmals weitergeholfen.
Die beiden Praktika haben mich bei der Festigung meiner im Seminar erworbenen Kenntnisse geholfen und mich in meiner Entscheidung bestärkt, dass ich mit Kindern im Grundschulalter arbeiten möchte.

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Ich würde allen Studentinnen und Studenten in diesem Bereich raten, die praktischen Erfahrungen im pädagogischen Bereich nicht auf die im Studium vorgesehenen Praktika und Hospitationen zu beschränken, sondern eigeninitiativ praktische Erfahrungen zu sammeln, z. B. mit einem Nebenjob in einem Kinderladen, Sportverein oder ähnlichem. Die Verzahnung zwischen Theorie und Praxis ist meiner Meinung nach ein elementarer Baustein für ein gelungenes Studium und gute pädagogische Arbeit.

Brigitte Maria Facco

Was für eine Ausbildung im pädagogischen Bereich haben Sie absolviert?
Meine vorhergehenden pädagogischen Ausbildungen waren staatlich anerkannte Erzieherin und staatlich anerkannte Sozialfachwirtin.

Welche Vorstellungen hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums bezüglich Ihrer beruflichen Weiterentwicklung?
Da ich bereits über knapp 20 Jahre Leitungsfunktion ausgeübt hatte, wollte ich mich in Richtung Fachberatung o.ä. verändern.

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Ich habe das Studium mit Ende des Sommersemesters 2008 abgeschlossen.

Hat sich in Ihrem Berufsleben nach dem Studium etwas geändert?
Direkt nach dem Studium hat sich nichts geändert, da in unserer Region für diesen Fachbereich wenig interessante Stellenangebote zur Verfügung stehen, insbesondere dann, wenn man sich familiär und/oder wohnortmäßig nicht verändern möchte.
Jetzt aktuell habe ich einen neuen Arbeitsvertrag zum 01.01.2010 als "Fachberatung für das Kindertagesstättenwesen und die Kindertagesspflege" unterzeichnet.

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Seit 01.04.1997 übe ich eine Leitungstätigkeit in einer Kindertagesstätte aus, die ich zum 31.12.2009 gekündigt habe, um die o.g. Stelle zu übernehmen.

Hat das Studium dazu beigetragen, dass Sie nun in anderen Tätigkeitsfeldern arbeiten oder neue Verantwortlichkeitsbereiche haben?
Ich denke, dass von Arbeitgeberseite gesehen das Studium dazu beigetragen hat, doch war die Stellenausschreibung nicht spezifisch auf ein abgeschlossenes Studium ausgeschrieben, sondern auch auf ErzieherInnen mit Zusatzqualifikation, über die ich ebenso verfüge (Leitungskurs, Sozialfachwirtin).

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Die Investition an Zeit, Kraft und Nerven ist enorm und sollte gut bedacht werden, da sie bei der Familie und/oder Partner bzw. Partnerin gekürzt werden muss. Die Erwartungshaltung bezüglich einer beruflichen Veränderung darf, insbesondere in den ländlichen Regionen nicht zu hoch angesetzt werden, auch im Hinblick auf die Vergütung, die Eingruppierung. Im neuen TVöD SuE werden LeiterInnen in größeren Einrichtungen besser eingruppiert und bezahlt als Sozialpädagogen und Sozialarbeiter. Hier stellt sich mir dann die Frage, welchen Sinn macht das Studium? Eine Leitungsstelle übe ich mit meiner ErzieherInnenausbildung auch ohne ein Studium aus und verbessere mich derzeit finanziell nicht. Ich profitiere davon "lediglich" für mein persönliches Ego.

Maria Seemel

Hatten Sie vor Ihrem Studium praktische Erfahrungen im pädagogischen Bereich gesammelt?
Ich habe im Ferienlager 2 Jahre lang als Betreuerin gearbeitet.

Welche Berufsvorstellungen/-wünsche hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums?
Ich wollte eigentlich im sozialpädagogischen Bereich arbeiten und nicht im Kindergarten.

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Im Sommersemester 2007 habe ich mein Studium abgeschlossen.

Wie ist Ihnen der Start in das Berufsleben gelungen?
Ich war während meines 2. Praktikums in Peking in einem privaten deutschen Kindergarten und man hat mir dort eine Beschäftigung nach Abschluss des Studiums in Aussicht gestellt. Zwei Wochen nach der mündlichen Prüfung bin ich dann nach Peking gezogen und habe dort im Kindergarten als stellvertretende Leitung und Gruppenleitung der Vorschulgruppe angefangen.

Arbeiten Sie nun in dem Bereich, den Sie vor Ihrem Studium angestrebt hatten?
Eigentlich nicht, aber ich habe auch erst während des Studiums gemerkt, wie toll und wichtig die Arbeit mit Kindern ist. Ich habe mich quasi erst in mein Studium verliebt und dann in den Beruf.

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Mir gehört jetzt dieser besagte Kindergarten in Peking und ich bin Inhaberin, Leitung und immer noch Gruppenleitung der Vorschulgruppe.

Inwiefern hat das Studium Sie auf diese Tätigkeit vorbereitet?
Ich fühlte mich sehr gut auf meine Tätigkeit vorbereitet und habe bereits während meines Praktikums sehr positive Resonanz bekommen.
Verschiedene Module habe mich auf unterschiedliche Herausforderungen vorbereitet. Während des Studiums habe ich die pädagogischen Grundlagen kennengelernt, einerseits historisch, andererseits praktisch. Ich habe verschiedene Ansätze kennengelernt, außerdem haben wir sehr viel über rechtliche Grundlagen unserer Arbeit gelernt, wurden durch entsprechende Seminare auf die Forschungsarbeit vorbereitet. Module wie zum Beispiel: Sport, Kunst, Musik, Mathematik und Informatik, Biologie und Chemie haben unser Wissen aufgefrischt, uns Einblicke gegeben, wie wir mit Experimenten und Projekten Kinderfragen beantworten können, beziehungsweise sie unterstützen können, damit sie diese beantworten können. Der Schwerpunkt des Studiums war die Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen und die Unterstützung durch gezielte individuelle Bildungsangebote. Außerdem wurden wir sehr gut durch gezieltes Training und die Auswertung unser Praxiserfahrungen auf die Zusammenarbeit mit Eltern und Kollegen vorbereitet.
Es gab bisher kaum eine Situation, in der ich mich zu wenig durch mein Studium vorbereitet gefühlt hätte.

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Das Studium zu genießen und währenddessen immer wieder in der Praxis arbeiten und versuchen, das Gelernte gleich anzuwenden, zu überprüfen.

Andreas Hirsch

Was für eine Ausbildung im pädagogischen Bereich haben Sie absolviert?
Erzieherausbildung

Welche Vorstellungen hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums bezüglich Ihrer beruflichen Weiterentwicklung?
Grundlagen schaffen für die berufliche Weiterentwicklung (Perspektive: zum einen besser gerüstet sein für die neuen Herausforderungen im Feld der Kindertageseinrichtung, zum anderen mögliche Übernahme einer Fachberatung o. ä., um aus der direkten Arbeit mit Kindern in einer Kindertageseinrichtung heraus zu kommen)

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Sommersemester 2009

Hat sich in Ihrem Berufsleben nach dem Studium etwas geändert?
Sowohl in Gesprächen mit dem Team und den Eltern als auch mit dem Träger lassen sich Veränderungs- und Entwicklungsnotwendigkeiten aufgrund des erweiterten Wissens besser darstellen und einfacher voranbringen (bereits während des Studiums mit zunehmender Studiendauer war dieser Effekt sehr deutlich wahrnehmbar).

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Nach wie vor Leitung einer Kindertageseinrichtung

Hat das Studium dazu beigetragen, dass Sie nun in anderen Tätigkeitsfeldern arbeiten oder neue Verantwortlichkeitsbereiche haben?
Übernahme eines Lehrauftrages (vier SWS) an der FH Koblenz

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Die Belastung von durchschnittlich ca. 25 Std. wöchentlich führte dazu, dass das Studium insbesondere während der Prüfungsphasen die Zeit neben der beruflichen Tätigkeit maßgeblich bestimmte. Das war mir zu Beginn des Studiums in der Form nicht bewusst.
Alle, die sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, ein Studium neben dem Beruf zu beginnen, mag ich (trotzdem) ermutigen, diesen Schritt konsequent zu Ende zu gehen. Der Nutzen (s.o.) ist groß und es macht sehr viel Spaß.

Elke Schanzenbächer

Was für eine Ausbildung im pädagogischen Bereich haben Sie absolviert?
Staatl. anerkannte Erzieherin/viele Jahre Kita-Leiterin vorm Studium.

Welche Vorstellungen hatten Sie zu Beginn Ihres Studiums bezüglich Ihrer beruflichen Weiterentwicklung?
Den Wunsch, in den Bereich der Fachberatung/Weiterbildung zu wechseln.

Wann genau haben Sie das Studium abgeschlossen?
Sommersemester 2008

Hat sich in Ihrem Berufsleben nach dem Studium etwas geändert?
Ja

Welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
Erste Beigeordnete der VG Freinsheim – Fachbereich: Soziales

Hat das Studium dazu beigetragen, dass Sie nun in anderen Tätigkeitsfeldern arbeiten oder neue Verantwortlichkeitsbereiche haben?
Ja

Was würden Sie anderen Studentinnen und Studenten zu Beginn Ihres frühpädagogischen Studiums mit auf den Weg geben?
Einen langen Atem zu haben: Im Bereich der Frühpädagogik gibt es in Deutschland noch viele Verbesserungsmöglichkeiten…und Studieren lohnt sich in jedem Fall: beruflich und persönlich!