Offene Ländergruppe der WiFF tagte zum zweiten Mal zum Thema Sprachförderung

24.06.10

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) hatte am 20. und 21. April Vertreter/innen der Kultus- und Sozialministerien der Bundesländer zur offenen Ländergruppe mit dem Thema „Sprachförderung“ nach Fulda eingeladen. Im Mittelpunkt stand bei diesem Treffen neben Informationen zum aktuellen Arbeitsstand der WiFF zum Thema Sprachförderung auch der fachliche Austausch der Vertreter/innen der einzelnen Bundesländer.

Der erste von zwei Sitzungstagen stand ganz im Zeichen der Sprachförderung. Zunächst wurde die Expertise „Frühpädagogik als Sprachförderung“ vorgestellt, die im Rahmen der Expertengruppe Sprachförderung von Prof. Dr. Gudula List erarbeitet worden ist. Diskutiert wurde darüber hinaus eine bislang unveröffentlichte Expertise von Dr. Barbara Zollinger, die sich mit dem Erkennen von Sprachauffälligkeiten von Kindern auseinandersetzt.

Anschließend informierten die Vertreter der WiFF über den aktuellen Arbeitsstand bei der Definition von Qualitätskriterien für Weiterbildungsanbieter, die für die Publikationsreihe „Wegweiser Weiterbildung“ entwickelt werden. Der Wegweiser Weiterbildung wird themenspezifische Hinweise für die kompetenzorientierte Konzeption von Weiterbildungen beinhalten und orientiert sich am Deutschen Qualifikationsrahmen. Diese Vorgehensweise wurde von den Vertreter/innen der Länderministerien begrüßt.

Am zweiten Sitzungstag widmeten sich die Teilnehmer der Vorstellung von Qualifizierungsmaßnahmen in den Bundesländern und der Diskussion von Evaluationen im Kontext von Sprachförderprogrammen. Exemplarisch stellten Vertreter der Länder Bayern und Rheinland-Pfalz ihre Qualifizierungskonzepte vor.

Während das BL ein Multiplikatorenkonzept verfolgt, bei dem Sprachberater/innen Teams und Einrichtungen bei der Umsetzung integrierter Sprachfördermaßnahmen unterstützen, setzt BL Rheinland-Pfalz auf die Qualifizierung von frühpädagogischen Fachkräften, die dann in den Einrichtungen selber mit Kindern Sprachförder betreiben. Die unterschiedliche Vorgehensweise der beiden Bundesländer wurde von den Vertreter/innen der Länderministerien interessiert aufgenommen und diskutiert. Dabei gab es eine breite Befürwortung von Sprachförderung, die in den Alltag integriert und nicht  davon isoliert im Rahmen von Programmen stattfindet.

Andrea Eckhardt vom Deutschen Jugendinstitut sensibilisierte die Teilnehmer anschließend durch ihren Vortrag „Evaluationen im Kontext von Sprachförderprogrammen“ für den Nutzen und die Vergleichbarkeit von Evaluationen und Evaluationsergebnissen. Die Vertreter/innen der Länderministerien waren sich einig, dass Evaluationen von Sprachförderprogrammen aufgrund der Komplexität des Gegenstandes und der zum Teil sehr unterschiedlichen Ausgangslagen der Kinder (insbesondere bei Deutsch als Zweitsprache) nur eine begrenzte Aussagekraft besitzen. Ein differenzierter Umgang mit Evaluationen und Ergebnissen von Evaluationen sei geboten. Vielerorts blieben nach einer Evaluation mehr Fragen als Antworten. Insgesamt wurde ein offensiver Umgang mit Evaluationsergebnissen befürwortet, wie ihn die Landesstiftung Baden-Württemberg mit ihrer Tagung im Sommer 2009 praktiziert hat.

Die nächste Sitzung der offenen Ländergruppe wird im Herbst 2010 stattfinden. Dann soll über die Themen „Zusammenarbeit mit Eltern“ und „Qualifikation von Zweitkräften in Kindertageseinrichtungen“ beraten werden.

Bericht: Tina Friederich