Akademisierung in KiTas - Schein oder Sein?

12.05.09

Kirsten Fuchs-Rechlin hat aktuelle Daten zur Akademisierung in KiTas ausgewertet

Die wesentlichen Ergebnisse ihres Beitrags, der in der aktuellen Ausgabe des Informationsdienstes der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik "KomDat Jugendhilfe – Kommentierte Daten der Jugendhilfe" erschienen ist, hat uns Kirsten Fuchs-Rechlin freundlicherweise für die WiFF zusammengefasst: Akademisierung in Kindertageseinrichtungen fand in den letzten Jahren vor allem bei den Leitungskräften statt.
Hier liegt der Durchschnitt bundesweit bei rund 22%. Im Unterschied dazu spielen AkademikerInnen in den anderen pädagogischen Bereichen in KiTas nach wie vor kaum eine Rolle. Am höchsten ist ihr Anteil noch im Arbeitsbereich "Förderung von Kindern" nach SGB VI-II/XII (rund 9%).

Bei der Akademisierungsquote bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.
Unter den LeiterInnen ist sie mit 30% bis 50% besonders hoch in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sowie in Hessen und Schleswig-Holstein. Im Mittelfeld platzieren sich mit 20% bis 25% die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen. In Nordrhein-Westfalen, dem Saarland sowie den meisten östlichen Bundesländern liegt der AkademikerInnenanteil deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Während man in der Spitzengruppe zwar von einer gezielten Umsteuerung in Richtung Akademisierung ausgehen kann, scheint auch hier mittlerweile die Entwicklungsdynamik gebremst. In den Jahren 2006 bis 2008 zeigen sich kaum noch Veränderungen.

Die östlichen Bundesländer holen im Hinblick auf die Einstellung hochschulausgebildeter Fachkräfte auf.
Zwischen 2006 und 2008 haben die AkademikerInnen in Kindertageseinrichtungen in den östlichen Bundesländern stärker zugelegt als im Bundesdurchschnitt. Mit Ausnahme von Brandenburg ist der Anteil der hochschulausgebildeten Leitungskräfte in diesem Zeitraum um fünf bis neun Prozentpunkten auf Anteile von 14% in Thürigen bis 18% in Sachsen gestiegen.