22.06.09
WiFF wird das Thema Inklusion in der Frühpädagogik im Kontext der Aus- und Weiterbildung von frühpädagogischen Fachkräften berücksichtigen
Vor dem Hintergrund der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention gewinnt das Thema Inklusion in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Zwar bezieht sich die UN-Konvention primär auf die Inklusion Behinderter, fordert aber prinzipiell ein „inclusive education system“ für alle Menschen, unabhängig von ihren Möglichkeiten und Einschränkungen. Ziel von Inklusion ist demnach die gesellschaftliche Teilhabe für alle.
Inklusion erfordert besondere BerücksichtigungDie Forderung nach inklusiver Bildung bedeutet für Kindertageseinrichtungen, dass alle Kinder – behinderte, benachteiligte und nicht-auffällige Kinder – gemeinsam erzogen, betreut und gebildet werden sollen. Der professionelle Umgang mit Heterogenität stellt eine besondere Herausforderung für die Aus- und Weiterbildung von frühpädagogischen Fachkräften dar. Inklusion in Kindertagesstätten bewegt sich im Spannungsfeld zwischen den gegebenen strukturellen Rahmenbedingungen einerseits und dem Anspruch auf individuelle Förderung andererseits.
Frau Prof. Dr. Annedore Prengl ist mit der Expertise beauftragtWiFF wird das Thema Inklusion in der Frühpädagogik im Kontext der Aus- und Weiterbildung von frühpädagogischen Fachkräften berücksichtigen. Dazu wurde aktuell ein
Expertiseauftag an Frau Prof. Dr. Annedore Prengel von der Universität Potsdam vergeben. Dort arbeitet sie seit 2002 als Professorin für Erziehungswissenschaft "Grundschulpädagogik / Anfangsunterricht unter besonderer Berücksichtigung sozialen Lernens und der Integration Behinderter". Die
Expertise soll Aufschluss darüber geben, inwiefern Inklusion ein geeignetes Konzept sein kann, um auf die heterogenen Ausgangslagen von Kindern in Kindertageseinrichtungen einzugehen. Neben einer darstellenden Zusammenfassung der internationalen Fachdiskussion sowie der rechtlichen Grundlagen von Inklusion wird Frau Prengel in ihrer
Expertise auch Vorschläge für eine Definition und ein Konzept von Inklusion in der Frühpädagogik entwickeln, die über den Zuschnitt von Inklusion auf Behinderung hinausgehen. Es sollen zudem Möglichkeiten der Verbindung mit weiteren Ansätzen in der Frühpädagogik geprüft werden. Die
Expertise wird in die Arbeit der WiFF einfließen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wird in wenigen Wochen auf www.weiterbildungsinitiative.de zu finden sein.
Weitere Informationen zum Thema Inklusion finden Sie hier:
Hinz, Andreas (2008): Inklusion – mehr als ein neues Wort!?Wagner, Petra (2006): „Warum sagt Aschenputtel denn nichts?“ Soziale Ungleichheit und Vorurteilsbewusste Bildung in Kindertageseinrichtungen