31.08.10
Die gewachsenen Ansprüche an frühkindliche Bildung und Betreuung spiegeln sich noch immer nicht in einer adäquaten Bezahlung wider. Bayern investiert daher künftig ein Plus von 50 Millionen Euro für 8.000 bayerische Kindertageseinrichtungen und fast 10.000 Tagespflegeverhältnisse.
"Wer Tag für Tag mit unseren Kleinsten umgeht, hat eine ungeheure Verantwortung!
Erzieherinnen üben ihre Tätigkeit mit großer Liebe zum Beruf und mit enormem Einsatz aus. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, die Rahmenbedingungen für diese wichtige Tätigkeit weiter deutlich zu verbessern", so kommentierte Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer den neuen Basiswert für die kindbezogene Förderung nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG). "Die Tarifverhandlungen im letzten Jahr haben einen ersten Schritt in diese Richtung gebracht. Ich habe damals angekündigt, Verbesserungen des tariflichen Gehalts durch eine entsprechende Anhebung der staatlichen Förderung, die an die zuständigen Kommunen geht, mitzumachen. Die Förderung der Betriebskosten wird deshalb nun rückwirkend zum 1. September 2009 um knapp 20 Millionen Euro und im kommenden Kindergartenjahr um weitere 30 Millionen Euro jährlich erhöht" sagte Haderthauer weiter.
Trotz gestiegener Tariflöhne sei die finanzielle Situation für das pädagogische Personal unbefriedigend. Die Ansprüche an frühkindliche Bildung und Betreuung von Kindern sind indes enorm gewachsen - in einer adäquaten Bezahlung spiegele sich dies jedoch noch nicht wieder, so die bayerische Familienministerin. Weder stehe die aktuelle Bezahlung in Relation zur langen Ausbildungsdauer noch setze sie Anreize für junge Männer und Frauen, diesen Beruf zu ergreifen. "Damit dieses Berufsfeld konkurrenzfähig bleibt und wir dort die Qualität erhalten, die wir für unsere Kleinsten wünschen, fordere ich die Tarifpartner auf, ihre Verantwortung für eine zukunftstaugliche Bezahlung ernst zu nehmen!", sagte Haderthauer in München.
Der Basiswert gibt die Höhe der staatlichen Förderung bei einer täglichen Betreuung von drei bis vier Stunden an. Er erhöht sich zum Beispiel, wenn Kinder länger betreut werden, bei Kindern unter drei Jahren oder wenn ein Kind besondere Bedürfnisse hat, etwa wegen einer Behinderung. Der Basiswert lag bisher bei 829,52 Euro. Ab dem neuen Kinderbetreuungsjahr 2010 / 2011, das im September startet, steigt er auf 879,01 Euro. Jeder zusätzliche Euro im Basiswert bedeutet eine Million Euro mehr an Investitionen, künftig insgesamt also ein Plus von 50 Millionen Euro an staatlichen Leistungen für 8.000 bayerische Kindertageseinrichtungen und für fast 10.000 Tagespflegeverhältnisse.