04.10.10
Die bildungspolitisch anvisierte Teilnahmequote von 50 Prozent könnte schon früher erreicht werden als erwartet. Dies ist eines der Ergebnisse der »Trendanalyse«, die vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung Leibniz Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde.
Der Geschäftsklimaindex für die Weiterbildung, alljährlich erhoben vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE), zeigte für das zurückliegende Jahr einen leichteren Rückgang als beim gleichfalls gesunkenen ifo-Geschäftsklimaindex für das Dienstleistungsgewerbe insgesamt. Der generelle Rückgang lässt sich auf die konjunkturelle Schwankungen in der Wirtschaft zurückführen. Dass die Klimaentwicklung in der Weiterbildung weniger dramatisch ausfällt als in anderen Dienstleistungsbranchen, begründet sich auch darin, dass Weiterbildungsanbieter in aller Regel zeitverzögert zu Wirtschaftskrisen sowie in unterschiedlichem Maße betroffen sind.
Der für das Jahr 2009 ermittelte Klimaindex der Weiterbildung ist zudem nur ein Durchschnittswert. Betrachtet man die Klimawerte bezogen auf die verschiedenen Anbietertypen, dann zeichnen sich unterschiedliche Klimawerte ab: Eher gut steht es für private und wirtschaftsnahe Einrichtungen sowie für solche, die mit den Arbeitsagenturen zusammenarbeiten; weniger gut für solche, die von öffentlichen Trägern abhängig sind (wie z.B. Volkshochschulen).
Weiterbildungsbeteiligung im AufwärtstrendDas während des Dresdner Bildungsgipfels 2008 formulierte Ziel, die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland bis zum Jahr 2015 auf 50 Prozent zu erhöhen, verweist auf den Stellenwert von Weiterbildung, welcher in der öffentlichen Wahrnehmung stark zugenommen hat. So lässt sich denn auch statistisch eine steigende, individuelle Beteiligung an organisierter Weiterbildung feststellen.
Nach einem Beteiligungsrückgang nahmen im Jahr 2007 bundesweit immerhin bereits wieder 43 Prozent aller 19- bis 64-Jährigen an Weiterbildungsveranstaltungen teil. Auffallend ist die Dominanz beruflicher Gründe für die Teilnahme; es werden auch viele Veranstaltungen der allgemeinen Weiterbildung aus beruflichen Motiven besucht.
Beschäftigungstrends bleiben im Fokus der Kritik
Trotz politischer Rhetorik und zunehmender öffentlicher Wahrnehmung der Weiterbildung bleiben die Beschäftigungsverhältnisse von Lehrenden prekär. Die Zahl der unbefristeten Beschäftigungsverhältnisse, insbesondere von hauptberuflich Lehrenden, nimmt kontinuierlich ab, die der befristeten Verträge nimmt weiter zu.
Mit dem aktuellen Band wird, wie schon vor zwei Jahren, eine Fülle von Daten präsentiert, die die Entwicklungen und Strukturen in der Weiterbildung verdeutlichen. Alle Ergebnisse sind erschienen unter dem Titel: "Trends in der Weiterbildung. DIE-Trendanalyse 2010", herausgegeben vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, W. Bertelsmann Verlag 2010.