23.11.11
Jugendliche mit Migrationshintergrund unterstützen Vorschulkinder beim Spracherwerb
„START-Mentoren für KIKUS-Kinder“ – so heißt das neue Programm, das die Siemens Stiftung und die START-Stiftung gemeinsam mit dem Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm) ins Leben gerufen haben. Ausgewählte Stipendiaten der START-Stiftung, ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, werden als Mentoren ausgebildet und mit der Sprachfördermethode KIKUS (Kinder in Kulturen und Sprache) vertraut gemacht. Mit diesem Wissen gerüstet unterstützen sie Kinder unterschiedlicher Herkunft in KIKUS-Kindertagesstätten dabei, Deutsch zu lernen. Dabei können die KIKUS-Kinder von den Erfahrungen ihrer Mentoren profitieren, denn auch diese sind Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Das Programm startet im November.
Den Auftakt des Projekts, das zunächst ein Jahr lang in Nordrhein-Westfalen und Hessen durchgeführt wird, bildete ein Workshop am 19. und 20. November in Frankfurt. Hier konnten sich die START-Stipendiaten mit den Prinzipien des Mentorings vertraut machen und über Themen wie Gruppenleitung, Verantwortung und den Umgang mit schwierigen Situationen diskutieren. Ein Tag war den Grundsätzen und Materialien des Sprachförderprogramms KIKUS gewidmet.
Robert Hasse, Geschäftsführer der START-Stiftung, erläutert: „Mit dem neuen Mentoring-Programm erwerben die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten Kompetenzen, die für ihre weitere Entwicklung – schulisch und beruflich – prägend und wichtig sind. Sie können eigene Erfahrungen an die Kinder weitergeben und ihnen so nicht nur beim Spracherwerb wichtige Hilfestellungen geben. Damit leben sie die Grundwerte des START-Stipendienprogramms – gute schulische Leistungen und soziales Engagement – im öffentlichen Raum der jüngeren Generation vor. Das Mentoring-Programm fungiert so als Bindeglied zwischen den Stiftungen und den Bildungseinrichtungen.“
Gut gerüstet für ihr neues Ehrenamt können die Stipendiaten nun ihre Arbeit als Mentoren starten: Sie besuchen eine in der Nähe ihres Wohnortes ausgewählte KIKUS-Einrichtung in regelmäßigen Abständen und übernehmen dort Patenschaften für ein Kind oder eine Kleingruppe. Zu ihren Aufgaben gehört, mit den Kindern Deutsch zu sprechen und Deutsch zu üben, die Arbeit an ihrem Wortschatz sowie die Unterstützung bei den (KIKUS-)Hausaufgaben. „Wenn die Kinder mithilfe der KIKUS-Bildkarten Sätze hüpfen, lernen alle etwas dabei – auch die Mentoren“, weiß Eva Kreissl, Projektleiterin im Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit.
„Eine frühe Sprachförderung schafft die Voraussetzung für eine gleichberechtigte und chancenreiche gesellschaftliche Teilhabe, die wir mit unseren Aktivitäten fördern wollen“, so Ursula Gentili, Projektleiterin KIKUS bei der Siemens Stiftung. „Die Unterstützung des Projekts ‚START-Mentoren für KIKUS-Kinder’ ist daher eine ideale Ergänzung unserer langjährigen Kooperation mit dem Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit.“