27.06.11
„Kinder sind unsere Zukunft und so ist die frühkindliche Bildung im umfassenden Sinn auch eines der zentralen Handlungsfelder der Landesregierung.“ Mit diesen Worten eröffnete Ministerpräsident David McAllister in Hannover den vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) ausgerichteten Kongress „Auf dem Weg zur KiTa 2020“.
Er unterstrich, dass in den ersten Jahren die entscheidenden Grundlagen für die zukünftige Bildungs- und Berufsbiographien der Kinder gelegt würden und dass verpasste Chancen in dieser Phase später nur schwer korrigiert werden könnten. Deshalb rentiere sich jeder Euro der in den frühkindlichen Bereich investiert würde sowohl für den Einzelnen wie für die ganze Gesellschaft.
nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer wies vor den rund 500 KongressteilnehmerInnen aus Praxis, Forschung sowie Aus- und Weiterbildung auf die aktuellen Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung hin: „Zentrale Themen sind die Sprachförderung, die Inklusion und der Umgang mit Vielfalt. Dafür brauchen wir gute Konzepte und ebenso gut aus- und weitergebildete ErzieherInnen.“ Hierzu könne das nifbe mit den praxisnahen Ergebnissen seiner über 80 Transfer- und Forschungsprojekte sowie mit der landesweiten Förderung des interdisziplinären Fachdialogs einen wichtigen Beitrag leisten.
In einer für das Bundesfamilienministerium erstellten und auf dem Kongress erstmals vorgestellten Expertise prognostizierte Prof. Dr. Julia Schneewind für die Kita 2020 angesichts der rapide veränderten Lebenslagen von Familien eine „flächendeckende Entwicklung hin zum Familienzentrum“. Als Kernaufgabe der KiTa 2020 und als Grundlage aller Bildungsprozesse beschrieb sie die „Bindung und Beziehung“ -„und dafür braucht es Zeit und eine starke, gesunde Persönlichkeit der Erzieherin“ betonte die Professorin.
Im Rahmen nifbe-Kongresses „Auf dem Weg zur KiTa 2020“ werden über zwei Tage hinweg die pädagogischen und strukturellen Herausforderungen für die KiTas der Zukunft näher beleuchtet sowie wichtige Ansätze und Konzepte aus Forschung und Praxis in Niedersachsen präsentiert. So stellen die vier nifbe-Forschungsstellen ihre neuesten Ergebnisse vor und in zehn Themenforen werden zentrale Handlungsfelder wie die Sprachförderung und Inklusion, der Übergang von der KiTa in die Grundschule oder das Querschnittthema der Professionalisierung jeweils aus Forschungs- und Praxis-Perspektive vorgestellt und diskutiert. Auf einer begleitenden Messe präsentieren sich über sechzig im Rahmen des nifbe geförderte Forschungs- und Transferprojekte mit ihren Ergebnissen und Konzepten.
Das nifbe wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) von 2008 - 2012 mit insgesamt 5,5 Millionen Euro jährlich gefördert. nifbe e.V. ist als An-Institut an der Universität Osnabrück verankert.