26.09.11
Das Symposium "Singen in Kindergarten und Grundschule" machte auf der chor.com deutlich, dass es bereits vielfältige Ansätze gibt, das Singen der Kinder im Elementarbereich und der Grundschule zu "Regelangeboten" werden zu lassen und damit in der Breite dazu beizutragen, dass jedes Kind seine Stimme erhält bzw. behält.
Das bestehende Dilemma wurde u.a. damit beschrieben, dass Kinder, die drei Jahre einen Kindergarten besucht haben, nicht richtig singen gelernt haben, weil die Erzieherinnen selber nicht gerne sagen oder in eine viel zu tiefen Tonlage und mit einem viel zu breiten Tonspektrum gesungen haben. In der Schule bestünden organisatorische Schwächen, die den Musikunterricht behinderten oder es stünden zu wenige Musiklehrerinnen oder nicht ausreichend qualifizierte Lehrerinnen zur Verfügung, zumal viel Musikunterricht "nebenbei" machten/machen müssten.
Diesen Unzulänglichkeiten wurden zwar auch positive Beispiele entgegen gestellt und vor allem deutlich, dass es in der Bundesrepublik bereits verschiedene Ansätze, die das tägliche Singen fördern und damit einen Beitrag zur ganzheitlichen Förderung von Kindern, der kulturellen Vielfalt und Identität aber auch zur Förderung des "Chor-Nachwuches" leisten.
Im Rahmen des Sympositums wurden vorgestellt:
Primacanta - Förderung eines Grundschulprojektes durch Förderung der Lehrenden mit einem Qualifizierung und Begleitungsprojekt im Raum Frankfurt.
JEKISS - An allen Grundschulen in Münster ist das Modell zur Förderung aller Kinder durch externe Begleiter durchgeführt worden. 60 % aller Grundschulkinder wurden bisher erreicht.
TONI SINGT - Das Projekt des Chor-Verbandes NRW fördert mit dem Projekt "Liedergarten" für Kinder in Eltern-Kind-Singgruppen, dem Projekt für Kidner im Alter von 4 bis 6 Jahren und jetzt neu auch einer Grundschule das Singen einerseits durch die Qualifizierung von Erzieherinnen und Lehrerinnen, jedoch vorwiegend durch Qualfizierungsangebote für Unterrichtende, die Zusatzangebote u.a. für Kinder im Kindergartenalter machen.
SMS - Das Projekt Singen macht Sinn in Ostwestfalen unterstützt das Singen in Grund- und Förderschulen.
SingPause - Das Düsseldorfer Projekt sichert, dass alle Kinder an Grundschulen in den Genuss einer Singförderung - zwischen den Hauptunterrichten - kommen und gemeinsam in einem Konzert singen. Damit wird die Kultur der gesamten Schule und der Schullandschaft verändert und die Bildung u.a. von Schul-Chören mit bewirkt.
Singende Kindergärten - Das Projekt des dm-marktes an verschiedenen Standorten in der Budnesrepublik stärkt die Mitarbeiterinnen in den Tageseinrichtungen, damit diese unter den jeweiligen Bedingungen sich selber weiterentwickeln und damit kindgerechte Formen der musikalischen Förderung in ihre Arbeit integrieren können. Angebote werden gemacht, wenn dafür in einer Region 25 Kindergärten ihr Interesse anzeigen. Dieser Ansatz erscheint dabei als derjenige, der z.B. der für NRW geltenden Bildungsgrundsätze am ehesten dazu beiträgt in ein ganzheitliches Konzept integriert werden zu können.
Stiftung "Singen mit Kindern" - Die in Baden-Württemberg getragene Stiftung will das Singen in allen gesellschaftlichen Bereichen fördern.
Felix und DIE CARUSOS - Aus dem Felix-Projekt ist die durch den Deutschen Chorverband getragene Initiative entstanden, Singen in der Erzieherausbildung und dem täglichen Lebens von Kindergärten durch Qualifizierungsangebote zu unterstützen, aber auch die Bemühungen nach Erfüllung von Qualitätskriterien mit einem Gütesiegel auszuzeichnen. Im Rahmen der
chor.com wurde die erste Einrichtung entsprechend ausgezeichnet.
Der in dem Symposium gegebene Überblick kann einerseits Anreiz für Kontaknahmen und weitere ähnliche Initativen sein. Er kann jedoch auch andererseits Anstoß dazu geben, Singen wieder viel mehr als kulturellen Bestandteil anzusehen und entsprechende Ressourcen im Elementar- und Schulbereich zur Verfügung zu stellen.
Eine Dokumentation über die Inhalte des Symposiums ist angekündigt worden und soll durch den Deutschen Chorverband veröffentlich werden.