Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses zum weiteren Vorgehen bei der Erarbeitung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR)

22.03.11

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat auf seiner Tagung in Bonn weitere Beschlüsse zum Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) sowie zur Initiative der EU-Kommission zur "European Taxonomy of Skills, Competences and Occupations" (ESCO) gefasst.

In seiner Empfehlung zur weiteren Erarbeitung des DQR betont der Hauptausschuss, ein Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) und ein darauf aufbauender DQR könnten nur dann in der Breite akzeptiert werden, wenn die bevorstehenden Aufgaben im Arbeitskreis DQR im Konsens aller relevanten Vertreter der Bildungsbereiche fortgesetzt und deren Ergebnisse bei den politischen Entscheidungen anerkannt würden. Transparenz, Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit im deutschen Bildungssystem könnten nur dann gefördert und Vertrauen der Bildungsbereiche untereinander gestärkt werden, wenn Betriebe, Beschäftigte, Lehrende und Lernende sowie bildungspolitische Akteure als potenzielle Anwender den DQR akzeptierten und seine Vorteile erkennen würden. Diese Vorteile könnten sich nur dann entfalten, wenn Qualifikationen in den verschiedenen Bildungsbereichen nach einheitlichen Prinzipien, Kriterien und Methoden zugeordnet würden.

Der BIBB-Hauptausschuss betont erneut, dass der DQR bildungsbereichsübergreifend angelegt sein müsse und alle Niveaustufen auf unterschiedlichen Bildungswegen erreichbar sein müssten. Es gelte, die Gleichwertigkeit der Handlungskompetenzen zum Ausdruck zu bringen. Insbesondere fordert der Hauptausschuss, dass die allgemeine Hochschulreife im DQR nicht über den drei- und dreieinhalbjährigen dualen Ausbildungsberufen eingeordnet und die berufliche Bildung in Deutschland nicht unterbewertet werden dürfe.