11.03.10
Angelika Diller gibt als Projektleitung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte einen Überblick zur Entwicklung und zu den Arbeiten der Initiative.
Aufstieg durch Bildung„
Was Hänschen nicht lernt –lernt Hans nimmer mehr“, diese Volksweisheit hat in der heutigen Zeit an Gültigkeit verloren. Nur wer sich kontinuierlich weiterbildet und „Lernen“ als lebenslangen Prozess begreift, sichert sich langfristig Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung der eigenen Berufsbiographie. Diese Leitorientierung wurde 2007 in das neue europäische Bildungsprogramm:
Programm für Lebenslanges Lernen integriert und von der Bundesregierung 2008 auf nationaler Ebene mit der Kampagne
„Aufstieg durch Bildung“ präzisiert. Für die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte wurden damit die politischen Weichen gestellt. Vor diesem Hintergrund haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammen mit der Robert Bosch Stiftung WiFF initiiert.
Der Startschuss der Initiative fiel zur
Auftaktveranstaltung in Berlin im März 2009. Seit einem Jahr arbeitet ein
interdisziplinäres Team von Wissenschaftler/Innen an der Erreichung der
Projektziele: Transparenz zu schaffen, Qualität zu sichern und anschlussfähige Bildungswege in der Qualifizierung frühpädagogischer Fachkräfte zu fördern.
WiFF - ein kooperativ-prozessorientiertes ProjektDer Weg, den wir in den vergangenen Monaten beschritten haben, zeichnet sich aus durch ein kooperativ-prozessorientiertes Vorgehen. „Das Feld mitnehmen“ – dieses Motto ist kein frommer Vorsatz, sondern praktizierte Leitorientierung, die im täglichen Projektalltag ihre Umsetzung findet und uns vor spannende und neue Herausforderungen stellt. Unser Anliegen ist es, sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Vorhaben und Praxisanforderungen miteinander zu verzahnen, als auch an bereits bestehenden innovative Vorhaben anzuknüpfen. Dieser kooperative Ansatz zeichnet WiFF in besonderer Hinsicht aus und erfordert ein Projektmanagement, das verbindlich definierte Aufgaben mit innovativen Kooperationsangeboten in Einklang bringt.
Der
Aufbau und die Struktur des Projektes haben sich im Laufe des Jahres entsprechend dynamisch weiterentwickelt. Die Vielfalt an Akteuren, Standpunkten, Informationen und Projekten im Feld der Frühpädagogik findet sich wieder im komplexen Aufbau der WiFF. In
sechs Aufgabenfeldern nähern wir uns Schritt für Schritt den definierten Zielen der Initiative. Diese sechs Aufgabenfelder sind:
„Empirische Erhebungen“, „
Qualifizierungsbereiche und Kompetenzen“,
„Anschlussfähige Bildungswege“,
„Qualität der Weiterbildung“,
„Projektmarketing“ und
„Transferarbeit“.
Transparenz schaffenDie empirische Datenlage über die Aus- und Weiterbildungslandschaft ist bislang dürftig und die mangelnde Transparenz erschwert eine fachpolitische und konzeptionelle Weiterentwicklung. Mit der „Vermessung der Aus- und Weiterbildungslandschaft“ will die WiFF die erforderliche Transparenz herstellen. Im ersten Projektjahr wurde deshalb ein
umfangreiches Befragungsprogramm entwickelt und auf den Weg gebracht, das alle Akteure in der Aus- und Weiterbildung von frühpädagogischen Fachkräften berücksichtigt. Aktuell werden u.a. die Ergebnisse zur Befragung der Weiterbildungsanbieter aufbereitet. Diese Ergebnisse werden erstmalig auf dem
Bundeskongress für Weiterbildungsanbieter am 31. Mai 2010 in Berlin präsentiert. Weitere Ergebnisse aus den anderen Befragungen werden folgen.
Zu mehr Transparenz im Feld der Aus- und Weiterbildung Frühpädagogischer Fachkräfte tragen auch die Informationen aus den Bundesländern bei, die wir aus bekannten, öffentlich zugänglichen Datenquellen zusammengetragen und gebündelt haben Die Angaben, die Sie unter dem Reiter
Aus- und Weiterbildung im Portal finden, werden regelmäßig aktualisiert und erweitert.
Qualität sichernDas Aufgabenfeld „Qualität der Weiterbildung“ ist das jüngste Aufgabenfeld der WiFF. Die Kooperation mit den Experten/innen aus der
Werkstatt Weiterbildung zur Erarbeitung eines Memorandums zur „Qualität der Weiterbildung“ steht hier ganz oben auf der Agenda. Zudem wurde ein
Evaluierungskonzept für eine längerfristige Qualifizierungsmaßnahme „U3“ entwickelt, das bei einem Weiterbildungsträger bereits eingesetzt wird. Eine zusammenfassende Auswertung des Evaluationsprozesses wird nach Ablauf der längerfristigen Fortbildung veröffentlicht werden.
Auch die Diskurse über den wissenschaftlichen und fachpolitischen Sachstand zu spezifischen Qualifizierungsbereichen in der Weiterbildung tragen zur Qualitätssicherung bei. Im Aufgabenfeld
„Qualifizierungsbereiche und Kompetenzen“ arbeiten die Kolleginnen in Kooperation mit Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis intensiv an der Entwicklung der „Wegweiser-Weiterbildung“. Die Wegweiser bündeln eine Materialiensammlung für die konzeptionelle Gestaltung berufsbegleitender Weiterbildungsangebote zu den aktuellen Qualifizierungsbereichen:
„Kinder unter drei Jahren“,
„Sprachförderung“,
„Elementardidaktik“ und
„Zusammenarbeit mit Eltern“. Weitere Qualifizierungsbereiche mit dem Fokus auf „Inklusion“ folgen in den kommenden Monaten.
Anschlussfähige Bildungswege fördernUm Wege zu mehr Durchlässigkeit im System der Frühpädagogischen Aus- und Weiterbildung aufzeigen zu können, sind wir aktuell damit beschäftigt, die wissenschaftliche und fachpolitische Diskussion aufzubereiten. Darüber hinaus unterstützen wir die
Zertifizierungsinitiative „Süd-Baden“, in der Vertreter/innen von Fachschulen, Hochschulen und Weiterbildung den Stellenwert und die Anrechnung unterschiedlicher Lernleistungen beraten. Expertinn/en von Ausbildungsinstitutionen, Bundesvereinigungen und Ministerien haben das „
Qualifikationsprofil Frühpädagogik-Fachschule /Fachakademie“ erarbeitet mit dem Ziel eine länderübergreifende verbindende, berufsdidaktisch formulierte Grundlage zu beschreiben. Die
Arbeitsgruppe, die auf Initiative der Robert Bosch Stiftung entstanden ist, hat im Rahmen der WiFF ihre Arbeit fortgeführt.“
Ein dynamisches erstes Projektjahr liegt hinter uns, wir haben im Projektteam wichtige Erkenntnisse erhalten, neue Ideen entwickelt und hoffen dass wir mit unseren Ergebnissen Ihre Arbeit unterstützen können. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Beiträge.
Im Namen des Projektteams
Angelika DillerProjektleitung WiFF