AnKE-FH FFM - Anrechnung der Kompetenzen von ErzieherInnen auf das Studium des BA Soziale Arbeit an der FH Frankfurt am Main

Nach einer zweijährigen Vorlaufzeit wird ein Verfahren zur pauschalen Anrechnung von außerhochschulisch erworbenen Ausbildungsanteilen von ErzieherInnen auf den Studiengang Bachelor Soziale Arbeit entwickelt und modellhaft erprobt. Im Zentrum des Projekts steht der Vergleich der Bildungsbiografien von Studierenden, die ein verkürztes Studium absolvieren, mit einer Gruppe regulär Studierender.

Beschreibung 
Im AnKE-Verfahren werden außerhochschulische, d. h. an Fachschulen sowie im Berufsleben erworbene Kompetenzen auf ein Studium der Sozialen Arbeit angerechnet. Damit soll der Weg in die akademische Qualifizierung von AbsolventInnen von Fachschulen für Sozialpädagogik besser erschlossen, verkürzt und erleichtert werden. Indem die Bildungsbiografien der Studierenden unter dem Aspekt der ins Studium „mitgebrachten“ Kompetenzen und des weiteren Kompetenzerwerbs untersucht werden, sollen Erkenntnisse über die subjektiven und objektiven Wirkungen eines verkürzten Studiums auf die AbsolventInnen gewonnen werden. WiFF unterstützt das AnKE-Projekt, da die anvisierten Ergebnisse dem Projektziel der Förderung durchlässiger und anschlussfähiger Bildungswege entsprechen. Während des Projekt-Verlaufs stehen die Mitarbeiterinnen im WiFF-Aufgabenfeld „Anschlussfähige Bildungswege“ und die Frankfurter Projektleitung in regelmäßigem Austausch.

Ziel
Mittels teilstandardisierter Fragebögen zur Selbsteinschätzung von Kompetenzen und Wissensbeständen, berufsbiografischen Interviews und der Aufzeichnung von Gruppengesprächen einer Gruppe ehemaliger Erzieherinnen und einer Vergleichsgruppe regulär Studierender ohne einschlägige fachliche Vorkenntnisse sollen Erkenntnisse gewonnen werden über die Bildungsmotivation, die Bewältigung des Einstiegs in das Studium, die Relevanz des außerhochschulisch erworbenen Wissens und der beruflichen Kompetenzen für den Verlauf des Studiums. Dabei sollen die besonderen Vorteile, die ErzieherInnen aufgrund ihrer Vorbildung im Studium erfahren sowie mögliche Barrieren identifiziert werden. Im Fokus steht außerdem, wie sich der Bildungsprozess von einem eher handlungsorientierten zu einem eher fachwissenschaftlichen Professionsverständnis vollzieht.

Die Erhebung der Daten findet in jedem Semester statt. Es ist beabsichtigt, den gesamten Studienverlauf beider Gruppen zu evaluieren.

Die zu erwartenden Erkenntnisse und Ergebnisse sollen Aufschluss über die berufsbiografisch erlebten Vorteile und möglichen Schwierigkeiten in einem ermäßigten Studiengang des BA Soziale Arbeit für Erzieherinnen erbringen. Die Erkenntnisse können auch über die einschlägige Fachszene hinaus genutzt werden, um die Anschlussfähigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung zu erhöhen. Damit wird ein Beitrag zum Themenkomplex „Erhöhung der Anschlussfähigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung“ im WIFF-Projekt geleistet.

Erste Ergebnisse
Der Einstieg in ein Studium des BA Soziale Arbeit gelingt den ErzieherInnen leichter als der Vergleichsgruppe, da ihnen die Studieninhalte größtenteils vertraut sind. Arbeitsformen wie Gruppenarbeit sind sie von den FS her gewohnt. Der stärkere Praxisbezug und einschlägige Feldkompetenzen führen dazu, dass theoretische Inhalte mit eigenen Praxisbeispielen angereichert werden können, was deutlich als Vorteil hervorgehoben wird. Die Teamfähigkeit wird zu Beginn des Studiums als stärkste Kompetenz benannt, während z. B. analytische Kompetenzen geringer eingeschätzt werden als in der Vergleichsgruppe.

Nächste Ziele
sind die weitere Auswertung des Datenmaterials und die formale Absicherung des Anrechnungsverfahrens durch die Akkreditierung bis zum Jahresende 2011. Der Abschlussbericht über die erste Projektphase enthält die Erkenntnisse zur berufsbiografischen Weiterentwicklung der Studierenden hinsichtlich ihres Kompetenzzuwachses, der Bildungsprozesse, der Bildungsmotivation und der Bewältigung von Schwierigkeiten und fasst erste Überlegungen für die Weiterentwicklung der Curricula an FS und FH und für das Anrechnungsverfahren zusammen.

Kontakt zum AnKE-FH FFM-Projekt
Prof. Dr. Margitta Kunert-Zier - Projektleitung
Dipl. Päd. Michaela Feigl – Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Fachhochschule Frankfurt am Main
University of Applied Sciences
Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt a. M.
Tel. 069-1533/2676
mkunert(at)fb4.fh-frankfurt.de
feigl(at)fb4.fh-frankfurt.de

Kontakt bei WiFF
Dr. Carola Nürnberg
(089) 62306-170