WiFF-Bundeskongress 2016

Sprachliche Bildung unter dem Anspruch von Inklusion: Fachpolitische und interdisziplinäre Herausforderungen in Kindertageseinrichtungen

06.12.2016 bis 07.12.2016
Robert Bosch Stiftung, Repräsentanz Berlin
Französische Straße 32 10117 Berlin


Unter dem Fokus Inklusiver Sprachlicher Bildung arbeiten unterschiedliche Disziplinen wie Erziehungswissenschaft, Frühpädagogik, Förderpädagogik sowie Psychologie und Linguistik zusammen. Das gemeinsame Ziel ist, über Sprachliche Bildung Bildungsteilhabe und Partizipation für alle Kinder zu erreichen. Der Bundeskongress macht auf die damit einhergehenden Herausforderungen aufmerksam: Wie weitet sich durch Inklusive Sprachliche Bildung das Aufgabenspektrum pädagogischer Fachkräfte in der Kindertageseinrichtung? Welche neuen Schnittstellen mit anderen Berufsgruppen entstehen? Bei der Tagung werden fachliche und bildungspolitische Entwicklungen aufgezeigt sowie unterschiedliche wissenschaftliche und praktische Zugänge zur Inklusiven Sprachlichen Bildung diskutiert.

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.

PROGRAMM

Dienstag, 6. Dezember 2016

13:00 Uhr   Anmeldung

14:00 Uhr  
Grußworte

Julia Hoeter, Robert Bosch Stiftung, Stuttgart
Dr. Thomas Greiner, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin
Professor Dr. Bernhard Kalicki, Deutsches Jugendinstitut, München

14:30 Uhr
Einführung: Sprachliche Bildung und Inklusion in Kindertageseinrichtungen
Professorin Dr. Anke König und Dr. Tina Friederich, WiFF

Für eine Inklusive Sprachliche Bildung müssen frühpädagogische Fachkräfte die individuellen sprachlichen Ausgangslagen aller Kinder berücksichtigen, z.B. ob sie mit einer oder mehreren Sprachen aufwachsen oder wie ihre Sprachenaneignung voranschreitet. Dazu sind die Unterstützung jedes einzelnen Kindes und eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Berufsgruppen, z.B. mit Logopäden, Therapeuten oder Heilpädagogen, notwendig. Der Vortrag thematisiert zunächst die Herausforderungen Sprachlicher Bildung in Kindertageseinrichtungen und stellt anschließend den Zusammenhang zur Inklusion her.

15:15 Uhr  
Wie muss Sprachliche Bildung gestaltet werden, damit sie die Ansprüche an eine
Inklusive Bildung erfüllt? Ein Gespräch mit:

  • Professorin em. Dr. Iris Füssenich, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
  • Professor Dr. Michael Becker-Mrotzek, Universität zu Köln
  • Professorin Dr. Solveig Chilla, Pädagogische Hochschule Heidelberg
  • Professor Dr. Stephan Sallat, Universität Erfurt
  • Nora Damme, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin
  • Moderation: Professorin Dr. Anke König

16:15 Uhr   Kaffeepause 

16:45 Uhr
Fachforen: Beispiele aus Praxis, Forschung, Aus- und Weiterbildung

18:30 Uhr   Abendessen und Austausch


Mittwoch, 7. Dezember 2016

9:00 Uhr   Begrüßung und Einführung in die Workshops

09:15 Uhr
Bildungspolitische Entwicklungen und Initiativen zur Sprachlichen Bildung
Professorin Dr. Andrea Eckhardt, Hochschule Zittau/Görlitz

Sprachstandserhebungen haben sich in den meisten Kindertageseinrichtungen als regelmäßiges Analyseinstrument etabliert. Es gibt zahlreiche Instrumente der Diagnostik und viele Programme zur Sprachförderung, die Bund und Länder auf den Weg gebracht haben. Statt einer punktuellen Diagnostik kommt in einigen Bundesländern ausschließlich alltagsintegrierte Beobachtung und Förderung zum Einsatz. Zusätzlich ergeben sich aus der Praxis täglich neue Herausforderungen, z.B. durch unterschiedliche sprachliche Hintergründe und besondere Förderbedarfe. Sprachliche Bildung in Kindertageseinrichtungen ist damit durch eine große Dynamik gekennzeichnet. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der Maßnahmen zu Sprachstandserhebung und Sprachförderung der letzten zehn Jahre vor dem fachpolitischen Hintergrund und fragt nach ihrer Wirksamkeit.

Diskussion

10:30 Uhr   
Was braucht die Kita-Praxis für die Umsetzung einer Inklusiven Sprachlichen Bildung?
Austausch über:

  • 1. Sprachentwicklungsauffälligkeiten
    Professorin em. Dr. Iris Füssenich, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
  • 2. Umsetzung Sprachlicher Bildung
    Professorin Dr. Andrea Eckhardt, Hochschule Zittau/Görlitz
  • 3. Spracherhebungsverfahren
    Christa Kieferle, Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP), München
  • 4. Mehrsprachigkeit
    Professorin Dr. Solveig Chilla, Pädagogische Hochschule Heidelberg
  • 5. Kooperation mit Eltern
    Professor Dr. Timm Albers, Universität Paderborn
  • 6. WiFF Wegweiser Weiterbildung "Inklusive Sprachliche Bildung"
    Tina Friederich, WiFF

11:30 Uhr   Kaffeepause

11:45 Uhr
Mehrsprachigkeit in der Kindheit: Perspektiven für die frühpädagogische Praxis
Professorin Dr. Argyro Panagiotopoulou, Universität zu Köln

Der Vortrag thematisiert kommunikative Erfahrungen und Fähigkeiten junger Kinder, die in (migrationsbedingt) mehrsprachigen Familien aufwachsen. Quersprachiges oder translinguales Handeln wird als legitime Sprachpraxis von Kindern und Erwachsenen sowie als zentrale Strategie bei einem dynamischen Sprachenerwerb betrachtet. Auf dieser Grundlage und in Anlehnung an das Translanguaging-Konzept wird vorgestellt, wie die frühkindliche sprachpädagogische Praxis gestaltet werden kann, um (potenzielle) Mehrsprachigkeit im Kita-Alltag zu würdigen und zu fördern.

Diskussion

12:30 Uhr
Gestaltung von Inklusion an den Schnittstellen von Sprachlicher Bildung, Sprachförderung und Sprachtherapie
Professor Dr. Stephan Sallat, Universität Erfurt, Dr. Christiane Hofbauer, Institut für Sprache und Kommunikation in Bildung, Prävention und Rehabilitation (INSKOM), Robert Jurleta, LakoS, Leipzig

Die sprachlichen Fähigkeiten von Kindern stehen im Fokus verschiedener Institutionen und Fachkräfte im frühpädagogischen, sprachheilpädagogischen sowie im medizinischtherapeutischen Bereich.
Die unterschiedlichen Perspektiven auf das Kind und seine (Sprach-)Entwicklung sowie auf Sprache als Bestandteil von Teilhabe führen zu unterschiedlichen Lösungswegen, Zuständigkeiten und Finanzierungswegen. In einer inklusiven Kindertagesstätte müssen diese Maßnahmen zu einem Gesamtkonzept der Inklusiven Sprachlichen Bildung verbunden werden, das sich durch interdisziplinäre Kooperation und niedrigschwellige Übergänge auszeichnet und eine individuelle diff erenzsensible Begleitung, Förderung und Bildung der Kinder sicherstellt. Hierfür werden erste Leitgedanken vorgestellt.

Diskussion

13:15 Uhr   
Abschluss

Professorin Dr. Anke König, WiFF

13:30 Uhr   Imbiss

Programm (PDF)

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