28.09.11
Der heute veröffentlichte Hamburger Bildungsbericht 2011 durchleuchtet zum zweiten Mal das Bildungssystem in Hamburg.
Unter Federführung des Instituts für Bildungsmonitoring ist der Bericht von der Behörde für Schule und Berufsbildung in Kooperation mit weiteren Behörden erstellt worden. In Fortführung und Erweiterung des ersten Hamburger Bildungsberichts 2009 stellt der Bericht ausgewählte statistische Kennzahlen zu den verschiedenen Bereichen des Bildungswesens dar. Von der frühkindlichen Bildung und Betreuung über das Schul-, Berufsschul- und Hochschulsystem bis hin zur Weiterbildung wird ein Überblick über Rahmenbedingungen, Prozesse und Ergebnisse von Bildung in Hamburg gegeben.
Ties Rabe, Senator der Behörde für Schule und Berufsbildung: „Der zweite Hamburger Bildungsbericht unterstreicht eine Reihe von zentralen Herausforderungen im Bildungswesen":
- Die Schülerzahlen steigen. Zugleich steigt der Anteil von Schülerinnen und Schülern aus bildungsfernen Elternhäusern. Diese benachteiligten Schüler bleiben die Sorgenkinder der Schulpolitik: Hier sind weitere Anstrengungen erforderlich, um ihnen neue Chancen zu eröffnen.
- Seit dem Schuljahr 2010 nutzen zahlreiche Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Chance zum Besuch allgemeiner Schulen. Für diese Schüler muss jetzt ein einheitliches und zukunftssicheres Konzept zur Beschulung entwickelt werden.
- Der Rückgang der Ausbildungsplatzbewerber eröffnet Schulabgängern neue Chancen, direkt in die duale Ausbildung zu wechseln. Durch Veränderungen im Angebot der Berufsschulen wollen wir deshalb Warteschleifen im Übergangssystem abbauen und mehr Schulabgängern den Weg in die Ausbildung ebnen.
- Erfreulich ist die Zunahme von Bildungs- und Betreuungsangeboten in Ganztagsschulen und Kindertagestätten. Diese Entwicklung muss weitergeführt werden.
- Positiv sind auch der Anstieg der Abiturquote auf den Höchststand von 48 Prozent und der anhaltende Rückgang der Schulabbrecher auf den Tiefststand von 7,5 Prozent.
- Darüber hinaus verweist der Bildungsbericht erneut darauf, dass die Qualität von Schule und Unterricht weiterentwickelt werden muss. Die Unterrichtsqualität hängt nach wie vor fast ausschließlich von der einzelnen Lehrkraft ab. Es besteht daher erheblicher Entwicklungsbedarf für ein systematisches Qualitätsmanagement an Hamburger Schulen.